Chile und Argentinien, März 2026

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Aktuelle Route 

 

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende

Tourdarstellung: MapOut


 

 

Weiter geht unsere Reise im April in Chile hier

 

 

31.03.2026

 

Heute also das „Abenteuer“ mit der Doppelfähre, für das man einen ganzen Tag einplanen soll. Weil nur eine begrenzte Menge an Fahrzeugen Platz hat, wird ein Ticketkauf vorab für die Fähren empfohlen. Genannt wurde uns die Abfahrtzeit 12:30, aber die 1. Fähre fasst nur halb so viele Fahrzeuge wie die nächste, sie muss also ein zweites Mal fahren. 

Da wir schon fertig mit Frühstücken waren, haben wir uns um 9:30 Uhr in die Warteschlange für die Fähre ab Caleta Gonzalo gestellt. Um 11:11 Uhr legten wir ab und fuhren in 40 Minuten über den Reñihue-Fjord nach Fjordo Largo. Von dort gibt es eine 10 km lange Straße bis "Leptepu" und man wartet auf die nächste Fähre. Auf dieser Fähre wurden wir alle sehr eng eingewiesen. Neben uns mit nur 30 cm Abstand wurde der Laster mit Kälbern platziert. Der „Duft“ war schon sehr ländlich.

Um 14 Uhr war die Abfahrt, es ging durch den Comau-Fjord und nach 3 1/2 Stunden erreichten wir das kleine Fischerdorf Hornopirén. Es stimmt also, dass man für diese Tour von Caleta Gonzalo nach Hornopirén mit den zwei Fähren hintereinander einen Tag einplanen muss, denn die Wartezeiten vor und zwischen den Fähren ist recht lang. 

Die Campingmöglichkeiten im Ort Hornopirén sprachen uns nicht an und auch sonst gibt's nichts sehenswertes. Im 25 km entfernten El Manzano fanden wir am Meer ohne Wasser einen netten Platz. Uns gefiel der schöne Anblick der Fischerboote bei Ebbe. 

 

 

 


30.03.2026

 

Hier im kalten Regenwald regnet es mal wieder. Nach 18 km Fahrt konnten wir den Vulkan Chaitén in einem sehr kurzen Moment ohne Wolkenschwaden sehen. Die letzten Eruptionen fanden von 2008 bis 2011 mehr oder minder kontinuierlich statt. Er gilt seit April 2013 als inaktiv, aber Dampfwolken steigen noch immer aus dem 1.122 Meter hohen Vulkan. 

Von Bäumen hängende Pflanzen, in großen Büscheln mit roten Hochblättern, sind uns aufgefallen: "Fascicularia bicolor" ist eine nur in Chile beheimatete Art aus der Familie der Bromeliengewächse. Es ist eine epiphyte Pflanze, etwa 50 cm, sowohl in der Länge als auch in der Breite. Sie wächst im immergrünen Wald und kann Temperaturen von bis zu -10 °C standhalten. Sie kommt in Höhenlagen zwischen 100 und 1250 Meter vor. 

Das Ende der Carretera Austral in Puerto Montt ist nur noch etwa 200 km entfernt. Aber es gibt keine komplette Straßenverbindung bis dahin. Man muss mit einer sogenannten Doppelfähre von "Caleta Gonzalo" nach "Hornopirén" fahren. 

Unsere erste Fähre startet morgen gegen Mittag, deshalb sind wir schon bis Caleta Gonzalo gefahren und übernachten dort auf einem geschotterten Parkplatz. Der steinige Untergrund gefiel diesmal besonders gut, denn es schüttete wie aus Kübeln, und zwar den ganzen Rest des Tages. So waren es zwar Pfützen, aber kein Schlamm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


29.03.2026

 

Nachdem es in der Nacht sehr geschüttet hat (der Fluss neben unseren Nachtplatz führte morgens deutlich mehr Wasser als den Abend zuvor) wurde es zunehmend freundlicher. 

Das passte uns ganz gut, denn wir wollten eine dreistündige Wanderung machen. Es ging erst auf Holzstegen bis wir nach etwa 700 Metern einen Aussichtspunkt erreichten. Von dort konnten wir schon einen Blick auf den Gletscher "Ventisquero Yelcho" werfen. Nun ging es auf natürlichem Weg weiter. Also über Wurzeln, Steine, durch größere Pfützen, Matsch und einmal leicht bergauf durch das Wasser, das von oben kam. So langsam bekamen wir den Blick dafür, die vorhandenen Wurzeln und Steine zur Überbrückung von matschigen Stellen zu nutzen. Wir wanderten durch dichten Wald, Moose, Farne und Flechten hingen an den Baumstämmen oder wuchsen im Boden. Dicke Pilze und überall die großen Mammutblätter. Alles war so grün, wir erfreuten uns an den unterschiedlichen Farben der Gewächse. Nach 3,5 km waren wir beim Ende des Wanderweges angelangt und sahen die leicht blaue Gletscherwand. Dann ging es genauso wieder zurück. Unterwegs sahen wir direkt neben uns ein "Rotkehltapaluco" der sehr schwer zu fotografieren ist, weil er so schnell umherhüpft. Aber er hatte überhaupt keine Scheu und störte sich nicht an uns Beobachtern. 

Zurück am Heim verstauten wir die matschigen Wanderstiefel und fuhren bis zum Ort "Chaitén", der an der gleichnamigen Pazifikbucht liegt. Der Vulkan Chaitén zerstörte im Jahr 2008 zu 40% den Ort, er wurde binnen eines Tages mit einer 20 cm dicken Ascheschicht überzogen. Viele der ehemaligen Bewohner wollten nicht alles aufgeben, etliche kehrten nach wenigen Monaten zurück und bauten diesen Ort wieder auf. In einem kleinen Café bestellten wir Nuss- und Apfelkuchen. Nach diesem Genuss fuhren wir noch bis zum Camping Los Arrayanes, saßen noch lange in der Sonne und sahen im Meer Delphine schwimmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


28.03.2026

 

Heute Morgen war es trocken von oben, keine niedrigen Wolken in den Berghängen, sogar Sonnenschein und so fuhren wir in den "Parque Nacional Queulat". Der Nationalpark Queulat wurde 1983 eingerichtet und ist 154.000 Hektar groß. Die Vegetation ist üppig grün, es gibt viele verschiedene Baumarten, oft mit kleinen Farnen, Moos und Flechten bewachsen. Auch das riesige Mammutblatt und Magellanfuchsien sind hier heimisch. Wir fühlten uns wie im Urwald. Der Wanderweg ist einfach zu begehen, an wenigen Stellen wurden Metalltreppen installiert. Eine Hängebrücke (auf der nur 4 Personen gleichzeitig sein dürfen) überquert den Rio Ventisqueros und nach kurzer Zeit erreichten wir den Aussichtspunkt auf den "Ventisquero Colgante", den "Hängenden Gletscher". Die Gletscherzunge schiebt sich über den Kamm zwischen zwei Bergen und zwei Schmelzwasserfälle stürzen in die Tiefe. Durch die vielen Mineralstoffe sieht das Wasser der Laguna Témpanos wieder türkis aus. Wir freuten uns zwar über die Sonne, der Gletscher lag aber leider im Gegenlicht (immer was zu jammern). 

Wieder im Heim zurück fuhren wir nach "Puerto Puyuhuapi", ein kleines überschaubares Dorf. Durch Anbindung an die Carretera Austral gibt es hier verschiedene Restaurants, Unterkünfte und ein Neubaugebiet mit kleinen Häuschen. Hier in diesem Ort aßen wir zu Mittag, bevor wir zum Highlight des Tages kamen. 

5 km südlich von La Junta betreibt ein englisch-chilenisches Paar eine kleine Gin-Destille mit international preisgekrönten Gins. Die Destillerie "Tepaluma" wurde benannt nach den einheimischen Bäumen Tepa und Luma. Die Blätter dieser Bäume sowie weitere lokale Zutaten, wie z.B. die Beeren des Arrayán-Baums oder des Calafate-Strauches werden beim Destillieren des Gins verwendet. Andrea stammt aus Chile und erklärte uns die Philosophie ihres Unternehmens. Weil Mark aus England stammt, versuchen sie sich jetzt auch in der Produktion von Whisky, aber die Flüssigkeit ist erst 2 Jahre im Fass und wir wissen ja, dass ein guter Whisky viele Jahre zum Reifen braucht. Aber einen tollen Gin haben wir probiert, der wurde 2 Jahre in einem Fass aus amerikanischer und französischer Eiche gelagert. Er hat eine goldenen Farbe, schmeckt leicht nach Früchten, Vanille und hat eine holzige Note. Diese Aromenvielfalt hat uns überzeugt, nun darf davon eine Flasche mit uns reisen. 

Nach weiteren 50 km haben wir am Fluss Frío eine größere Haltebucht für unser Nachtlager aufgesucht. Ab 18 Uhr fing es wieder mit dem Regen an, kein Wunder, dass die Pflanzen so grün sind und gut gedeihen .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


27.03.2026

 

Von Coyhaique ging es auf schöner Straße (Ruta 240) durch das Tal, in dem der Rio Simson fließt. Dicke Wolkenschwaden hingen an den Gipfeln, es nieselte. Nach kurzer Fahrt erreichten wir einen doppelten Wasserfall, Cascada La Virgen, den man direkt von der Straße aus sehen kann. Anschließend fuhren wir auf der X-50 um die Ruta 7 wieder zu erreichen. 

Im weiteren Verlauf erreichten wir erst den Wasserfall Salto El Cóndor, der fast senkrecht hinabstürzt. Dann ging die Straße zügig bergauf bis auf 580 Metern Höhe. Der Straßenuntergrund wechselte, es ging über Schotterstraße in vielen Serpentinen (die Kurven waren großzügig geschnitten) bergab. Innerhalb von 5 km waren wir wieder auf 100 Höhenmetern angekommen. 

Eigentlich wollten wir in den "Parque Nacional Queulat" und zu einem Aussichtspunkt wandern um den hängenden Gletscher (Ventisquero Colgante) zu sehen. Wir haben für heute darauf verzichtet, denn noch immer hingen die Wolken tief in den umliegenden Bergen, so dass auch der Gletscher "unsichtbar" sein wird. Vielleicht ist es morgen besser.

So haben wir uns den in der Nähe liegenden Camping Las Toninas als Übernachtungsplatz ausgesucht. Der liegt wunderschön auf Meereshöhe an einem Fjord mit Pazifischem Wasser. Nur einige vorgelagerte Inseln trennen uns vom Ozean.

 

 

 


26.03.2026

 

Noch ein letzter Blick auf den Lago General Carrera in schönstem Lichtspiel.

Wir wussten, dass ab dem heutigen Start auf der Carretera Austral noch 100 Kilometer auf Schotterstraße zu fahren war bis geteerte Straße erreicht wird. Aber wir mögen eigentlich nicht von Schotterstraße sprechen, denn eigentlich war es eine Sammlung an Schlaglöchern auf über 50 km. Ab und an gab es „zur Entspannung“ dann mal nur Wellblech. Das arme Heim. Wir konnten nicht, wie die üblichen Pickups ganz am rechten Rand fahren. Dafür sind wir dann zu breit. Von daher war immer mindestens eine Fahrzeugseite damit beschäftigt die Schlaglöcher zu durchfahren.

Es gab mehrere Baustellen unterwegs, die Chilenen arbeiten also dran die Straße zu verbessern. Es ist jedoch noch ausreichend Handlungsbedarf. Wir sind ja schon viel auf Schotter unterwegs gewesen, aber das heute war die schlimmste Strecke bisher. 

Kurz vor dem Ort Villa Cerro Castillo beginnt die Teerstraße, es fährt sich so angenehm leise. Nach rund 500 km Schotter war das Erholung pur.-) 

In dem Ort haben wir auch getankt. In Chile sind die Dieselpreise vom Staat reguliert. Heute wurden die Dieselpreise um 50% angehoben, der Einfluss des Irakkrieges ist auch hier angekommen.  

Dann ging es über eine Passstraße bis auf 1.100 Meter hoch, von anderen haben wir erfahren, dass gestern noch Schnee auf der Straße lag, heute bei 9 Grad war zum Glück alles weg. Regelmäßig stehen Schilder am Straßenrand mit dem Hinweis, dass bei Schnee und Glätte Benutzung von Schneeketten Pflicht ist.

In Coyhaique besuchten wir erstmal einen richtig großen, gut sortierten Supermarkt. Interessanterweise gab es keine Bananen. Unser Abendessen nahmen wir in einer Pizzeria ein, als Nachtisch gab es ein Eis von einer Eisdiele. Die Stadt mit 60.000 Einwohnern, gegründet 1929, zeichnet sich durch viel Ruhe aus. Da wir noch weiterfahren wollten, lohnte auch ein Besuch der Kleinbrauerei D'Olbek nicht, zumal man das lokale Bier auch gut im Supermarkt kaufen kann.

Für die Nacht haben wir außerhalb des Ortes einen Parkplatz abseits der Straße gefunden. 

 


25.03.2026

 

Es ist schon erstaunlich, wie lange so ein Wind anhält. In der Nacht hat er kurzzeitig ein wenig die Richtung gewechselt, so dass wir beide von dem Geruckel aufgewacht sind. Nach einiger Zeit wieder ein Richtungswechsel, so wie vorher, perfekt zum Schlafen. Dass der Regen weiterhin prasselte, störte uns wenig. Am Morgen regnete es über uns, aber die Sonne erzeugte am gegenüberliegenden Berg einen Regenbogen, der über eine Stunde dort zu sehen war. 

Eines der Rücklicht vom Heim ist seit einiger Zeit deutlich dunkler als das andere. Heute war der Tag, sich da endlich mal drum zu kümmern. Als es dann kurzzeitig trocken war, hat Uli die Abdeckung abgenommen und den „eingelagerten“ Sand entfernt, einige Glühbirnen waren total eingestaubt. Das war dann mal eine einfache Reparatur. Saubermachen und fertig.

Morgen soll der Wind nachlassen, dann geht's weiter nördlich.

 


24.03.2026

 

Der Ort Puerto Tranquillo lebt hauptsächlich von der großen Attraktion, den "Capillas de Mármol", den Marmorkapellen. Es handelt sich um Felsformationen und Höhlen aus hellem, vieladrigem Mamor. Dieses kann man mit einer Bootstour ansehen. Das Wetter spielte leider nicht mit, es war sehr stürmisch, weiße Schaumkronen auf dem Lago General Carrera und es regnete immer wieder. Deshalb haben wir auf die Bootsfahrt verzichtet. Auch die nächsten Tagen wird der Sturm weiter toben. Wir haben uns daher einen Campingplatz am See ausgesucht, stehen ein bisschen windgeschützt und werden auch morgen noch abwarten. Die Sonne zeigte sich doch noch, die Farbe des Wassers leuchtet dann unglaublich, dieses türkis fasziniert uns immer wieder.

PS: Die Wäsche ist sauber wieder an Bord, die junge Frau hat auf Nachfrage auch noch ein kleines Frotteetuch und 2 Unterhosen gefunden. ;-))

 

 

 


23.03.2026

 

Wie vorhergesagt, setzte morgens der Regen ein. Die Rillen und Schlaglöcher sind auf der Schotterstraße besser zu erkennen, weil sie mit Wasser gefüllt sind. Das macht das Fahren jedoch nicht einfacher. 

Unterwegs sahen wir den größten Eisvogel des amerikanischen Kontinents. Sein Gefieder ist blaugrau mit zotteliger Haube, weißem Kragen, rostrotem Bauch und mit einem außergewöhnlich großen Schnabel. Es handelt sich um einen Rotbrustfischer, der eine Größe von bis zu 40 cm erreicht. 

Wenige Kilometer hinter Crochane, wir fahren noch immer auf der Ruta 7, Carretera Austral, gibt es eine 10 km lange Baustelle, weil dort die Straße erneuert/verbreitert wird. Irgendwann erreichten wir den "Lago General Carrera", den sich ja Chile und Argentinien teilen. In Argentinien heißt er Lago Buenos Aires, am dortigen Ufer haben wir bereits am 18.02.2026 übernachtet. Auch damals war es stürmisch. 

Nach etlichen schlammigen und holperigen Kilometern kamen wir im Ort "Puerto Tranquillo" an, der direkt am Lago General Carrera liegt. Zuerst haben wir unsere Wäsche in einer kleinen Wäscherei (Lavanderia Cote) abgegeben, sollen wir morgen wieder bekommen. 

Dann wollten wir Pizza essen, gemäß dem (scheinbar) allwissendem Google sollte sie um 16 Uhr öffnen. Schilder mit Öffnungszeiten von irgendwelchen Restaurants/Läden sind in Chile eher selten. Wir haben also bis 16:00 gewartet, im Heim vor dem Restaurant ja kein Problem. Aber als um 16:00 immer noch geschlossen war haben wir mal per WhatsApp nachgefragt. Rückmeldung war dann, Montags ist zu. Da musste dann doch die Küche im Heim ran. 

Aber zuerst einen Platz für die Nacht gesucht. Die ausgewiesenen Campingplätze im Ort  sind immer eher für Zelte. Womos stehen da auf dem Parkplatz des Campingplatzes, für sind uns die 20 Euro Campinggebühr dann doch schlicht zu viel. Nun stehen wir außerhalb, mit der Front im Wind, dann ruckelt es deutlich weniger.

 

 

 


22.03.2026

 

Die Nacht war klar, Sternschnuppen fielen um 5 Uhr morgens und es war Eis auf der Frontscheibe bei unserer Abfahrt um 8:30 Uhr. 

Weiter ging es auf der Carretera Austral, erst mit Sonne, die Wolken an den Bergen sorgten für eine stimmungsvolle Landschaft. Dann kam der Nebel und die Strecke zog sich in die Länge. Um 10:24 Uhr waren wir endlich an dem Endpunkt der Carretera Austral angekommen. Der liegt noch 7 km hinter dem 400 Einwohner zählenden Dorf Villa O‘Higgins. Die einspurige Piste (mit wenigen Ausweichstellen) führte kurvig zwischen dem Wasser und den hohen Felsen entlang. 

An der hölzernen Tafel mit dem Endpunkt der Carretera Austral muss natürlich ein Gruppenfoto von uns dreien gemacht werden, nur noch ein anderes Paar außer uns war da und konnte uns fotografieren. Typischerweise muss man hier Schlange stehen.  

Nach diesem Highlight haben wir im Ort Villa O'Higgins geparkt. 

Villa O'Higgins wurde am Rand des südlichen Eisfeldes im Jahr 1966 gegründet. Dabei ging es um politische Erwägungen: Chile wollte in einer Gegend, in der die Grenzbeziehung mit Argentinien strittig war, Flagge zeigen. Bis 1999 blieb der Ort ein einsamer Vorposten, nur von Kleinflugzeugen versorgt. Dann wurde der Ort an die Carretera Austral angebunden und es kam ein wirtschaftlicher Aufschwung.

Wir gingen zuerst zum Aussichtspunkt hoch. Durch die kalten Temperaturen waren die Stufen der Holztreppen noch mit Rauhreif bedeckt und deshalb ein bisschen schwierig zu begehen. Anschließend machten wir eine Runde durch den Ort. Wie überall in Südamerika sind die Straßen im Schachbrettmuster angelegt und sehr übersichtlich. Auf dem Platz in der Mitte des Ortes steht ein Denkmal von einer Mutter mit Baby, auf einem Pferd reitend. Die Inschrift erklärt: "Dieses Denkmal ehrt das Andenken und den Mut der Frauen, die die Grundlagen dieses Gebiets legten und der Härte des Klimas, der Isolation und der Knappheit mit Mut, Weisheit und Hoffnung begegneten."

Der Food-Truck war leider geschlossen (hätte sonst Hotdogs gegeben). So abgelegen dieser Ort auch ist, er hat eine Tankstelle, Diesel war vorhanden und wir haben getankt. Dieser Ort ist das Ende einer Sackgasse, also müssen wir den gleichen Weg wieder zurückfahren. 

Das Wetter beeinflusst immer unsere Reiseplanung. Weil es ab morgen eine 14-tägige Schlechtwetterfront mit mindestens 28 Liter Regen pro Tag und Sturm für die nächsten 3-4 Tage gibt, wollten wir noch heute mit der Fähre wieder zum Hafen Yungay übersetzen. Die nächste Fähre fuhr um 16 Uhr, wieder die kleine Fähre, aber die Einweiser können gut "stapeln", so dass wir auch noch mitfahren konnten. 

Anschließend sind wir noch gute 1,5 Stunden in Richtung Cochrane gefahren und übernachten wieder an einem Fluss.

 


21.03.2026

 

Nun geht es auf der Carretera Austral noch weiter in den Süden. Entlang der Piste wächst „Gunneria tinctoria“, das Mammutblatt. Die Blätter können einen Durchmesser von 3 Metern erreichen. 

Nach 120 km ab Cochrane haben wir den "Puerto Yungay" erreicht. Dieser Ort besteht aus nur 3 Häusern, einer Cafeteria und eben der Rampe für die Fähren. Mehrmals am Tag fahren zwei unterschiedlich große Fähren über den Fjord nach "Rio Bravo" (keine Häuser, nur die Rampe), das dauert etwa 45 Minuten. Wir sind um 13 Uhr am Hafen angekommen, die kleine Fähre war gerade weg und auch schon voll, wie uns der Fahrer des PKW's vor uns in der Warteschlange sagte. Wir hatten somit eine Wartezeit von 2 Stunden. 

In Rio Bravo beginnt dann der letzte Teil der Carretera Austral nach Villa O'Higgins. Von der Schotterstraße aus haben wir einen Übernachtungsplatz an einem Fluss entdeckt. Daher werden wir erst morgen den Rest von nun 74 km bis zum Ende fahren. 

Die "Straße" ist eher einspurig und zu beiden Seiten mehr oder weniger stark abfallend, gut, dass heute so wenig Gegenverkehr war. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


20.03.2026

 

Wie vorgesagt, war es heute trocken von oben. Deshalb sind wir am Vormittag auf die andere Seite des Flusses Cochrane gefahren, dort gibt es den "Parque Nacional Patagonia" mit verschiedenen Wanderwegen. Wirklich schön hier, daher haben wir gleich auf dem Campingplatz eingecheckt. 

Danach sind wir auf dem Weg "Los Carpinteros" (die Spechte) gewandert. Der zwei Fuß breite Pfad folgte den natürlichen Gegebenheiten, dass heißt, es ging auch über Felsen, rauf und runter. Eine fantastische Aussicht hatten wir unterwegs auf den blau schimmernden Fluss und die schöne Landschaft. Nach einer Pause wollten wir eigentlich zurückgehen, aber dann siegte die Neugier und wir wollten noch sehen, wie der Weg weitergeht. Auf dicken Felsen sind wir den steilen Wanderweg hinuntergekraxelt. Der war mit roten Pfeilen gekennzeichnet, weil man auf den Felsen die Richtung nicht erkennen konnte. Den weiteren Pfad konnten wir dann von einem Punkt aus sehen, es ging noch weiter richtig steil hinunter und wieder rauf.  

Wir haben dann beschlossen, dass eine Rückkehr zum Heim die bessere Option ist. War bei dem sonnigen Wetter eine schöne Strecke für uns. Nur Spechte haben wir keine gesehen, obwohl es reichlich alte abgestorbene Bäume gab. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


18.03.2026 und 19.03.2026

 

Obwohl wir nur wenig entfernt von der Straße parkten, war es bis auf den trommelnden Regen in der Nacht sehr ruhig, kein Autoverkehr und kein Wind. 

Da wir bei der Grenzüberschreitung kein Obst oder Gemüse haben dürfen, sind wir in Cochrane vor dem Einkaufen in einem netten kleinen Café zum Frühstücken gewesen. Der Ort ist mit ungefähr 4.000 Einwohnern die größte Stadt hier im südlichen Chile. Eine neue Treppe führt auf den Hausberg mit dem Schriftzug der Stadt. Sie selber liegt im Tal, dahinter die schneebedeckten Gipfel. Alles ist gut überschaubar, wie immer sind die Straßen im Schachbrett angelegt. Ein Platz in der Mitte hat ein Denkmal mit einem "Huemul", dem Südandenhirsch, der in Gebirgsregionen von Südchile und dem Süden Argentiniens endemisch ist. Aber es gibt weniger als 1.500 Tiere, man muss schon echt Glück haben, wenn man eines in der Natur sieht.

Es gibt mindestens 3 Supermärkte, sie sind klein, aber man bekommt dort fast alles. Das Obst ist manchmal schon älter, muss man dann ja nicht kaufen. Sogar einen Supermarkt in Kombination mit Warenhaus gibt es, denn die nächsten größeren Orte liegen weit entfernt.

Ein Vogelgeschrei lockte uns zu einem Baum. Dort saßen viele Smaragdsittiche, kaum mit ihrem grünen Gefieder zu entdecken.

Der für heute angekündigte Regen fiel aus, bis in den späten Nachmittag schien die Sonne. Wir haben uns entschieden, für 2 Nächte auf dem Campingplatz Aguasol zu bleiben, weil er sehr schön am Fluß "Rio Cochrane" liegt. Über die Felsen plätschert das Wasser und es ist windstill. Sehr angenehm. 

Am zweiten Tag, dem 19.03., hat es ganztägig geregnet, wie vorhergesagt. Deswegen stehen wir ja heute hier und warten auf besseres Wetter für die Wanderung morgen.-)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


17.03.2026

 

In der letzten Nacht wurden wir wieder ordentlich durchgeschüttelt, es gab Windböen bis 70 km/h. Um 2 Uhr haben wir das Heim etwas umgeparkt, damit der Wind wieder von vorne kommt. Hat leider nur kurz geholfen, die Böen änderten alle paar Minuten die Richtung. 

Nur noch 3,5 km bis zur Grenzstation "Paso Rodolfo Roballos" in Argentinien, die aus nur 2 kleinen Gebäuden besteht. Der Grenzbeamte begrüßte uns mit Handschlag und war sehr freundlich. In seinem dicken Buch trug er unsere Daten aus den Reisepässen ein, wir bekamen einen Ausreisestempel in den Pass und durften ausreisen. Bei den bisherigen argentinischen Grenzen wurde alles elektronisch erfasst. 

Bis zum chilenischen Grenzgebäude waren es ein paar Kilometer. Bis dahin schon wieder eine tolle Landschaft. Die wie mit Puderzucker bestäubten Berge begleiteten uns eine Weile, sogar ein bisschen Sonne gab es. 

Bei den Chilenen mussten wir die benötigten Formulare selbst ausfüllen. Das wurde geprüft, wir bekamen unseren Einreisestempel und der Schlagbaum wurde geöffnet. 

Damit waren wir wieder in Chile und im "Parque Nacional Patagonia". Das Tal "Valle Chacabuco" ist das Herzstück dieses Nationalparks, der durch die Renaturierung ehemaliger Ranchflächen entstand. Bis zum Besucherzentrum waren es gerüttelte 60 km auf Wellblechpiste. Deshalb genossen wir es, eine schöne Wanderung von 6 km durch die Steppenlandschaft zu machen. Das Museum im Besucherzentrum war zwar klein, aber sehr informativ (Gletscher, Klimawandel, Tierwelt, Bevölkerungsdichte...).

Als wir wieder losfahren wollten, haben wir gesehen, dass sich der Riss in der Scheibe um 10 cm verlängert hat. Beim Aussteigen war davon noch nichts zu sehen. Mist.

Nun sind wir auf der Carretera Austral (Ruta 7) angekommen. Sie startet in Puerto Montt und endet nach 1.247 km im Örtchen Villa O'Higgins. Das Militär baute die Straße ab den 1970er Jahren, Auftraggeber war Diktator Pinochet. Er wollte parallel zur Grenze zu Argentinien eine Nord-Süd-Straßenverbindung schaffen. So wurde die Carretera Austral (südliche Straße) durch die Wildnis gefräst und folgt dabei den natürlichen Gegebenheiten.

Von unserem Erreichen der Carretera Austral bis zu ihrem Ende bei Villa O'Higgins sind es "nur" 260 km, wir erwarten jedoch unbefestigte Straßen, somit werden wir nicht innerhalb eines Tages dort ankommen. Außerdem gibt es rechts und links des Weges noch einiges zu entdecken. 

Unser nächstes Ziel ist der Ort Cochrane (tanken und einkaufen). Auf dem Weg dorthin  parken wir für die Nacht auf einem Seitenstreifen neben der Carretera Austra. Hier haben wir nochmals versucht, ein Loch in die Außenscheibe zu bohren, um eine Weiterbildung des Risses zu verhindern.  

 


16.03.2026

 

Frühstück gab es heute früh mal wieder draußen, zwar etwas frisch mit 10 Grad, aber bei perfektem Ausblick! 

Bei Sonnenschein ging es weiter durch eine unglaublich schöne Berglandschaft. Aber unsere Fahrt war dann deutlich kürzer als gedacht. Eigentlich wollten wir über die Grenze nach Chile, jedoch wurde der Riss an der Scheibe immer noch länger. Also haben wir nach 20 km an einem schönen Platz gestoppt. Hier bleiben wir die Nacht. Da haben wir dann auch genug Zeit die Scheibe zu reparieren und den Epoxy aushärten zu lassen.

Um zu verhindern, dass der Riss immer länger wird, haben wir versucht ein kleines Loch am Ende des Risses in die Scheibe zu bohren. Natürlich nur die äußere Scheibe und nicht die Folie zwischen den beiden Scheiben der Windschutzscheibe und erst recht nicht die innere Scheibe. Klingt doch ganz einfach.-)

Zumindest durchgebohrt haben wir nicht. Dann wieder Epoxy aufgestrichen. Ob das dann wirklich hilft werden wir die nächsten Tage sehen.

Nachmittags wurde es dann arg windig, so dass wir die Landschaft dann doch lieber von drinnen genossen haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


15.03.2026

 

Wieder "on the road". Eines hat Patagonien: Wind, viel Wind. Also ging es heute mit heftigem Gegenwind die Ruta 40 nördlich bis zur 10-Häuser Ortschaft "Bajo Caracoles". Dort haben wir eine Pause eingelegt und Pommes mit Cheddar gegessen. Nicht weit danach erreichten wir die Ruta 41, eine Schotterpiste, oft mit Wellblech. Diese führt zum "Paso Roballo" und zur Grenze Argentinien/Chile, die jetzt noch 27 km entfernt ist. Noch ist es sonnig und trocken, morgen kommt eine Regenfront von Chile über die Anden. Der Platz und der Ausblick sind wieder mal unfassbar schön. Das ist schon echt super in Argentinien und Chile, wir können problemlos an den schönsten Stellen für die Nacht stehen. Ein Traum für jeden Wohnmobilreisenden. 

Heute war der Tag der Tiere: Erst die beiden Nandus, dann Mutter Guanako mit Kind und zum Schluss die große Schar an Magellangänsen. Das Männchen zeichnet sich durch seinen auffällig weißen Hals aus, das Weibchen ist insgesamt bräunlich und mit seinem rostbraunen bis graubraunen Kopf und Hals deutlich unauffälliger. Beide Geschlechter haben ein markantes schwarz-weißes Flügelmuster, das im Flug besonders gut zur Geltung kommt.

 


14.03.2026

 

Ein schöner Sonnenaufgang. Und dann ging's weiter auf der Ruta 40. Die ersten 140 km geteert, die nächsten 73 km wieder die Schotterpiste. So viele Autos, wie hier auf dieser Schotterstrecke unterwegs waren, haben wir den ganzen Fahrtag nicht gehabt. Kurz vor Ende der Piste wurden wir noch schnell überholt, leider flogen dadurch jede Menge Steine an unsere Windschutzscheibe. Mit dem Ergebnis: Ein 2€-Stück großer Steinschlag und ein etwas größerer, der einen 15 cm langen Riss erzeugt hat. Nicht so schön.

Im Ort Gobernador Gregores haben wir dann versucht die Steinschläge mit Epoxy zu reparieren, damit das nicht noch mehr wird. Dann haben wir endlich wieder Obst und Gemüse kaufen können (bei jedem Grenzübergang darf davon ja nix dabei sein). Weil es so sehr windig war, haben wir dann einen Platz für die Nacht auf einem Campingplatz genommen, zweckmäßig und wie gehofft, windgeschützt. 

 

 


13.03.2026

 

Morgens um 7:44 Uhr kam die Sonne über den Berg hinter uns hervor und gab ein bisschen rötliches Licht auf die Bergkette mit den 3 Torres in der Mitte, deren Spitzen, wie gestern, von den Wolken verdeckt waren. Trotzdem ein schönes Panorama.

Nun verließen wir endgültig die Region rund um den Nationalpark Torres del Paine und nahmen den Grenzübergang beim Ort "Cerro Castillo" nach Argentinien. Auch hier bei beiden Grenzposten ohne lange Wartezeiten.

Ab jetzt ist erstmal nur wieder langes Fahren auf der Ruta 40 Richtung Norden angesagt. Der von hier aus nächste Grenzübergang nach Chile, denn dort wollen wir die "Carretera Austral" befahren, ist beim "Paso Roballo", der heute Abend noch 550 km entfernt ist. Heute sind wir schon 350 km bis zum Nachtplatz am "Lago Argentino" gefahren, am anderen Ufer können wir abends die Lichter vom Ort El Calafate sehen. Nachts dann wieder ein unglaublicher Sternenhimmel mit Milchstraße.

 


12.03.2026

 

Es regnete immer wieder in der Nacht, aber morgens zum Sonnenaufgang sahen wir ein mystisches Farbspiel. Danach verschwanden die Berge wieder in den Wolken. 

Es gab reichlich Pfützen auf der unbefestigten Straße und der Dreck spritzte hoch an unser Heim. Nur ein paar Kilometer weiter staubte die Straße und es klarte auf, die Sonne war da. Unglaublich, hatten wir doch mit einem Regentag gerechnet.

Da heute der dritte Tag ist, an dem die Eintrittskarte für den Park gilt, fahren wir zur "Laguna Azul" die außerhalb des Parks liegt. 

Auf dem Weg dorthin hielten wir an verschiedenen Aussichtspunkten, die wir mal alleine für uns hatten und mal mit vielen anderen besuchten. Zuerst kamen wir am Salto-Wasserfall vorbei. Die Wolken hielten sich an den Berghängen, aber Gletscher waren zu sehen. 

Die Landschaft änderte sich allmählich, weite Flächen mit trockenen Gräsern, ein paar Guanakos. Die sollen ja das liebste Futter der Pumas sein, auf sie wird immer wieder auf Schildern hingewiesen (nur haben wir leider immer noch keinen gesehen).

Der Wasserfall "Cascada Rio Paine" rauschte gewaltig und die Wassermenge war beeindruckend. Im Hintergrund neben dem schneebedeckten Berg sind die "Torres" gerade noch zu erahnen.

Dann erreichten wir die "Laguna Azul". Dort gibt es einen Zeltplatz und einen Parkplatz, auf dem man mit dem Wohnmobil zur Nacht stehen kann. Wir parken direkt in einer Ecke und haben den perfekten Blick auf die "Torres del Paine", ja wenn die Spitzen nicht in den Wolken lägen. Aber wir sind geduldig, vielleicht gibt es noch "die" Sicht.

Abends nach dem starken Regenguss kam dann noch ein „Schwarzzügelibis“ (Theristicus melanopis) mit seinem auffällig gebogenen Schnabel und suchte rund um die Zaunpfosten nach Insekten. Er erreicht eine Körperlänge (Schnabelspitze bis Ende der Schwanzfedern) von etwa 70 cm. Der Schwarzzügelibis kommt häufig in den kühleren und feuchteren Regionen Südchiles und Argentinien vor und bevorzugt offenes Grasland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


11.03.2026

 

In der Nacht ruckelte der Wind ganz ordentlich am Heim. Alle Wetter-Apps hatte eigentlich eher wenig Wind vorhergesagt. Nun ja, es kommt wie es kommt.

Beim Parkplatz am Lago de Toro startete unsere heutige Wanderung bei schönstem Sonnenschein. So manches Mal führte der Pfad (oft nur zwei Fußbreit) steil bergauf und ebenso steil hinunter. Da wird der Kreislauf in Schwung gebracht. Am Aussichtspunkt angekommen, waren wir von dem Blick in alle Richtungen begeistert. Eine echt schöne Landschaft mit den Gletscherseen und den Bergspitzen. 

Anschließend sind wir noch ein kurzes Stück bis zum Campingplatz am Lago Pehoe gefahren. Es gibt im ganzen Nationalpark nur 4 offizielle Plätze für Wohnmobile, zwei kostenlose bei den Besucherzentren und zwei Campingplätze, bei denen man bezahlt. Dafür haben wir heute einen genialen Blick über türkis-farbenes Gletscherwasser auf die Berge. Im Wechsel des Lichtes entdecken wir immer neue Details, wie z.B., dass die Bergspitzen dunkel sind, darunter ist ein helleres Gestein. Wir sind echt begeistert.

Nachmittags zog es sich immer weiter zu und um 18 Uhr setzte der Regen ein. Wir haben einen tollen Tag gehabt, wollten eh gerade rein.-)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


10.03.2026

 

Auf dem Weg zum "Nationalpark Torres del Paine" führte die Straße am Lago del Toro entlang. Hier gab es schon die ersten schönen Ausblicke, leider waren die Berggipfel wolkenverhangen.

Der Nationalpark Torres del Paine (Spanisch: Parque Nacional Torres del Paine) ist einer der bekanntesten Nationalparks in Chile. Er wurde am 13. Mai 1959 gegründet und umfasst ein 242.000 Hektar großes Gebiet in den chilenischen Anden. "Paine" heißt in der Sprache der Tehuelche-Indianer "Himmelblau", also sind es die Türme des blauen Himmels. Der höchste Gipfel ist der 3.012 Meter hohe "Cerro Paine Grande", umgeben von Spitzen anderer Berge. 

Am 17. Februar 2005 brach ein verheerender Waldbrand im Park aus. Dabei wurden mehr als 15.000 Hektar Wald vernichtet. Ein weiteres Feuer Ende Dezember 2011/Anfang 2012 zerstörte über 14.000 Hektar Wald. Beide Brände wurden von Touristen durch Unachtsamkeit verursacht. Die Schäden sieht man noch heute.

Die Region um die Torres del Paine, nahe dem südpatagonischen Eisfeld und dem Pazifik gelegen, ist berühmt für ihr unberechenbares Wetter und die Möglichkeit, alle 4 Jahreszeiten an einem Tag zu erleben. Der Wind ist der wichtigste Wetterfaktor und es kommt mitunter zu Böen von 100 km/h. Heute hatten wir bis zum Nachmittag Glück, erst war es windstill und später etwas Wind. Zum Abend wurden dann die Böen heftiger. Und nach dem Grau bis Mittag klarte es weiter auf, nur die höchsten Bergspitzen wollten sich noch immer nicht zeigen.

Große Teile des Nationalparks sind vergletschert. Der bekannteste Gletscher ist der "Grey-Gletscher", der in den "Lago Grey" kalbt. Auf unserer Wanderung entlang des Ufers sahen wir wenige blaue Eisberge auf dem trüben Wasser treiben. Durch die Windstille spiegelten sie sich noch. Ein kleines Stück Gletschereis schwamm nahe am Ufer, das war die Gelegenheit, mal ein Stück in der Hand zu halten, ganz durchsichtig war es. Der Gletscher ist leider weit entfernt, da kommt man nur mit einer Bootsfahrt hin. Wir sind lieber einen Wanderpfad auf der "Isla de los Hielos" (Eisinsel) gegangen, so konnten wir von etwas weiter oben auf den Gletscher und die schneebedeckten Berge schauen. Der Grey-Gletscher ist übrigens mit dem Gletscher "Perito Moreno" in Argentinien verbunden. 

Nach diesem Rundweg hatte der Wind aufgefrischt, die Wellen haben sogar einen weiteren Eisberg in Ufernähe getrieben. 

Lustig war es dann im Restaurant. Wir lasen die Speisekarte und als die Kassiererin uns fragte, ob wir vielleicht die englische Ausgabe haben wollen, sagten wir ihr, dass wir die englische Karte schon hätten. War aber nicht so.-) So einfache Dinge wie Speisen funktionieren schon ganz gut in spanisch.

Wir übernachten auf dem Parkplatz beim Lago Grey (wir haben die Ranger gefragt), für eine Nacht darf man bleiben. 

Der Schopfkarakara (und seine Familie) spazierte abends auf dem Parkplatz herum. Der langbeinige Greifvogel erreicht eine Körperlänge (Schnabelspitze bis Ende Schwanzfedern) von 55 bis 60 Zentimeter und eine Flügelspannweite von 107 bis 133 Zentimeter. Er läuft aber gern auf dem Boden und mit seinen langen Beinen und Zehen ist er gut ans Laufen in offenen Lebensräumen angepasst. Zur Beute gehören Wirbellose, Reptilien, Amphibien, sowie gelegentlich kleine Vögel und Säugetiere.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


09.03.2026

 

Gestern Nachmittag kam die Sonne raus, es wurde richtig angenehm warm und die Einheimischen zog es an die Laguna Sofia. Um 20 Uhr waren wieder alle weg und jeder nahm seinen Müll/leere Getränkeflaschen wieder mit. Das ist uns ja schon positiv in Argentinien aufgefallen. 

Nun geht es in Richtung Nationalpark "Torres del Paine", aber wir übernachten noch vor dem Nationalpark. Das Ticket für den Park gilt für 3 Tage und heute ist ein Regentag, morgen soll es dann eher trocken sein. Deshalb sind wir nur wenige Kilometer gefahren, es waren 45 km um genau zu sein. Schon erstaunlich wie sich die Empfindung für die Entfernung verändert.

Wir stehen hier wieder mitten in der Natur. Das Wetter am Nachmittag wurde nach dem Regen doch noch sonnig, viel besser als vorhergesagt. Das Rauschen eines kleinen Wasserfalls war das einzige Geräusch. Reisen mit dem Heim ist schon toll.-)

 

 

 

 

 


07. und 08.03.2026

 

Entlang der Ruta 9 sahen wir viele Schafherden, kleine Wälder mit Flechten an den Bäumen und den allein stehenden "Morro Chico", einen 250 Meter hohen Fels. 

Nach 250 km sind wir in der Hafenstadt "Puerto Natales" angekommen und fanden einen Parkplatz an der Uferpromenade in der Nähe des "Monumento al Milodón" (Denkmal für Mylodon). Ein Mylodon war ein 3,5 bis 4 Meter großes, Pflanzen fressendes Riesenfaultier, das einst in Patagonien lebte. 25 km nordwestlich von Puerto Natales wurde im Jahr 1895 von dem deutschen Abenteurer Hermann Eberhard in einer Höhle (die dann "Cueva del Milodón" genannt wurde) gut erhaltene Fell- und Knochenreste eines Tieres gefunden. Später stellte man dann fest, dass es sich um ein Mylodon handelte, das Ende des Pleistozäns ausgestorben ist, also vor etwa 10.000 Jahren.

Wegen der Nähe zu Puerto Natales begegnet man hier im Ort überall dem Mylodon. 

Aber es gibt hier noch mehr zu entdecken: Auf dem Wasser des Fjords sahen wir erstmalig die Schwarzhalsschwäne, während einige Kormorane auf den Pfählen der  alten Mole sitzen. In einer Straße ist eine 100 Meter lange Mauer detailgetreu mit der Historie der Vorfahren der Region bemalt. Sie endet bei lokalen Kunsthandwerkern, die kleinen Lädchen hatten Samstag um 14 Uhr jedoch geschlossen. In die Kirche konnten wir einen Blick werfen, schlicht und hell, uns gefiel sie.

Anschließend kehrten wir in dem kleinen Restaurant "La Disqueria" ein. Schon beim Eintreten roch es sehr lecker. Wir bestellten das Gericht "Disco Submarino", eine Kombination aus Lachs, Jakobsmuscheln, Shrimps und Königskrabbe. Das Ganze in   einer Weißweinsoße gegart und mit Parmesan abgeschmeckt. Super! Das entschädigte uns für das gestrige grausame Essen in Punta Arenas. 

Zum Übernachten sind wir noch eine halbe Stunde nördlich bis zur Laguna Sofia gefahren. Dies ist auch ein beliebter Ausflugsplatz/Grillplatz für die Einheimischen, einen Sonnenuntergang haben wir bei dem mit grauen Wolken bedeckten Himmel leider nicht gesehen. Weil uns dieser Platz gut gefällt, für morgen auch Sonne angekündigt ist, bleiben wir hier für 2 Nächte.

Der knapp krähengroße Vogel mit dem braunen Gefieder ist übrigens ein Chimangokarakara.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


06.03.2026

 

Der Wecker klingelte heute um 6 Uhr in der Frühe. Nur schnell duschen und dann sind wir, es war tatsächlich noch dunkel, zum Fährhafen "Bahía Chilota" gefahren, der 5 km von Porvenir entfernt liegt. Die Fähre nach Puenta Arenas ging um 8 Uhr und man soll eine Stunde vor Abfahrt da sein (und wir sind gerne überpünktlich vor Ort). Wegen der Baustellen im kleinen Hafen war natürlich nichts richtig ausgeschildert, aber irgendwann waren wir am richtigen Platz zum Warten. Auf der Fähre wurden wir ganz vorne platziert und fuhren als erste nach 2 Stunden in Punta Arenas an Land. Die Überfahrt auf der Magellanstraße von der Inselgruppe Feuerland auf die Halbinsel "Península de Brunswick" war sehr ruhig, keine Wellen, kein Wind. Die Halbinsel wurde von englischen Entdeckern zu Ehren von Friedrich Wilhelm Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel benannt. 

Punta Arenas liegt im äußersten Süden von Chile und ist eine große Stadt mit etwas über 132.000 Einwohnern. Wir stellten unser Heim bei Victor ab, eher praktisch als schön, aber für eine Nacht ok. Von dort konnten wir zu Fuß die Stadt erkunden. Zuerst ging es zu einem Aussichtspunkt, "Cerro de la Cruz", wirklich ein schöner Blick, obwohl der Himmel durchgehend grau war. 

Danach zum "Plaza de Armas" (Platz der Waffen), dort ist in der Mitte ein Denkmal für Ferdinand Magellan, etwas unter ihm sieht man zwei Indigene und eine Meerjungfrau mit zwei Schwänzen, die für den Atlantik und den Pazifik stehen. Der Sage nach kehrt man nach Punta Arenas zurück, wenn man den großen Zeh des einen Indigenen küsst (das machen viele, die Zehen glänzen bronzen). 

Rund um den Plaza de Armas stehen viele alte Villen mit schönen Fassaden. Anschließend bummelten wir zum "Municipal Market", dem städtischen Markt, in dem eine Reihe von kleinsten Lokalen und auch Kunsthandwerker zu finden sind. Dies hat uns nicht begeistert, in einem der Lokale waren wir essen, überhaupt nicht zu empfehlen und die Kunsthandwerker verkaufen gehäkelte Mützen. 

Nun kam auch endlich die Sonne hervor, laut Wettervorhersage sollte sie eigentlich den ganzen Tag scheinen, nun ja, wusste sie vielleicht nicht.

Nach einer Ruhepause auf einer Bank in der Sonne, mit Blick auf den bronzenen Magellan, probierten wir chilenisches Eis, das uns lecker schmeckte. Nun ging es erst noch zum Friedhof "Cementerio Municipal Sara Braun", der sehenswert ist. Zwischen säulenförmig geschnittenen Zypressen liegen Mausoleen, aber auch schlichtere Gräber. Die Grabinschriften (die oft nicht auf Spanisch, sondern auf Englisch, Deutsch oder Kroatisch verfasst sind) zeugen von der Einwanderungsgeschichte der Stadt.

Das war der letzte Punkt auf unserem Stadtrundgang, dann ging es zum Heim zurück

 


05.03.2026

 

Die letzte Kleinstadt, die wir auf Feuerland besuchen, ist "Porvenir" und liegt in Chile. Der Grenzübergang Argentinien/Chile ging wieder sehr schnell, keine Wartezeiten. Der heftige Gegenwind erhöhte unseren Dieselverbrauch auf 23 Liter/100 km. 

Wir fuhren auf der Y-71, die nördlich der "Bahía Inútil" (Nutzlose Bucht) entlang führt. Immer wieder tolle Ausblicke auf die weißen Schaumkronen in der Bucht. Die Straße war zu Anfang und am Ende betoniert, zwischendrin eine gut instand gehaltene Schotterpiste. Porvenir ist ein hübscher Ort und mit etwa 5.000 Einwohnern die größte chilenische Stadt auf Feuerland (insgesamt hat das chilenische Feuerland ja nur 10.000 Einwohner). 

Als die ersten Europäer kamen gab es verschiedene Gruppen von Ureinwohnern: Die Selk'nam (auch Ona genannt) lebten im Norden der Hauptinsel, waren Jäger zu Fuß und lebten nur von Fleisch und Meerestieren. Daneben gab es noch die "Haush" (Lebensweise wie die Selk'nam), die "Kaweskar" (Kanunomaden/-jäger, lebten vorwiegend von Fisch) und die am weitesten südlich lebenden "Yámana" (auch Kanunomaden, jagten Seelöwen).

Zwischen 1918 und 1924 führte der deutsche Missionar Martin Gusinde vier Expeditionen nach Feuerland durch und führte eine gründliche Studie über die Kultur der Selk'nam, Yámanas und Kaweskar durch. Während seiner Reisen verurteilte Gusinde energisch die Ausrottung der patagonischen Völker durch Siedler, Viehzüchter und weiße Abenteurer, machte rund 1.000 Fotos und Feldnotizen über das tägliche Leben und die Riten und Zeremonien dieser ethnischen Gruppen. 

Uns sind in Porvenir die verschiedenen Figuren an Wänden aufgefallen: Matan, Tanu, Ulen, und Kotaix sind Geister aus dem Hain-Ritual der Selk'nam. Das Hain-Ritual war eine Initiationszeremonie für junge Männer, in der mythologische Wesen dargestellt werden. Kotaix zum Beispiel wird als weißer Körper mit horizontalen roten Linien dargestellt, ist agil, stark und tritt oft mit Hörnern auf, da er sich laut Mythos in einen Fisch mit Hörnern verwandelt hat. Er ist bekannt dafür, Männer zu töten, während er den Frauen gegenüber ausweichend agiert. Er ist ein mächtiger, männlicher Geist des Himmels, der in der Zeremonie die Vorherrschaft über den weiblichen Geist Xalpen übernimmt.

Beim Rundgang durch das Städtchen haben uns die vielen in Form geschnittenen Bäume gefallen. Viele Häuschen sind bunt angemalt oder haben schöne Fassadenmalereien. 

Wir bleiben hier für die Nacht, denn morgen früh geht es mit der Fähre über die Magellanstraße nach "Punta Arenas", auf das Festland Südamerikas. 

 


04.03.2026

 

Jetzt geht es wieder nach Norden. In Ushuaia haben wir noch schnell unsere Wäsche abgeholt und sind dann wieder die Ruta 3 bis kurz hinter Rio Grande gefahren. Leider ist es heute wieder sehr stürmisch, wir stehen zwar zwischen Dünen, aber der Wind ruckelt ganz ordentlich am Heim. 

Schon auf dem Hinweg sind uns die langen Flechten, die wie Bärte aussehen, an den Bäumen aufgefallen. Heute war es trocken, da konnten wir für ein Foto aussteigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


03.03.2026

 

Für heute Nachmittag haben wir eine Fahrt auf dem Beagle-Kanal gebucht. Hin- und Rückfahrt zum Hafen konnten wir mit einem Taxi machen, denn Parkplätze für längere Fahrzeuge sind am Hafen nur wenige vorhanden und auch auf 6 Stunden Parkdauer begrenzt.

Der Beagle-Kanal ist eine natürliche Wasserstraße im Süden Feuerlands, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Die Breite variiert zwischen 5 und 16 km. Die Grenze zwischen Argentinien und Chile befindet sich in der Mitte. 

Schon gleich zu Beginn haben wir eine Gruppe von Seiwalen (Balaenoptera borealis) in einer Bucht beobachten können. Sie erreichen eine Durchschnittslänge von 12 bis 16 Metern und haben ein Gewicht von rund 20 bis 30 Tonnen. Sie sind die schnellsten Schwimmer unter den Furchenwalen und können bis zu rund 45 km/h erreichen. Ihre Tauchgänge sind kurz (fünf bis zehn Minuten) und nicht sehr tief. Die Nahrung der Seiwale besteht aus Krill und bis zu 30 Zentimeter großen Schwarmfischen, darunter der namensgebende Köhler (Köhler heißt auf Norwegisch Sei).

Bis zum 15 km von Ushuaia entfernten Leuchtturm "Les Eclaireuse" ging es, nun hörte auch endlich der Regen auf. Auf einer Felsinsel in der Nähe gab es viele Seelöwen und Kormorane. Das Boot fuhr ganz nah heran, es war unglaublich, wie eng (und für uns wäre es unbequem) die Seelöwen auf den Felsen lagen. Auf der Fahrt zur "Isla Bridges" sahen wir wieder Wale. Kaum sieht man die Wasserfontänen, sind sie schon wieder untergetaucht.  

Weiter ging es zur Isla Bridges (Brückeninsel), dort sind wir ausgestiegen und einen kleinen Trampelpfad bis zu einem erhöhten Punkt gegangen. Die Vegetation hat uns begeistert. Die großen grünen Kissen, Name der Pflanze vergessen, sind beeindruckend. Ebenso die niedrigen Beerensträucher und Flechten. Insgesamt waren wir 4 Stunden auf dem Beagle-Kanal unterwegs, die Berge ringsum sind eine schöne Kulisse. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


02.03.2026

 

Seit gestern Abend hat es bis heute Mittag geregnet. Was hatten wir gestern ein Glück mit dem Wetter bei den Königspinguinen. 

Heute fuhren wir die noch fehlenden 160 km bis nach "Ushuaia" (gesprochen: Ussuaja), der südlichsten Stadt in Argentinien. Bekannt auch als "Ende der Welt" oder "Tor in die Antarktis". Etwa 80.000 Einwohner leben in der "Bucht, die nach Osten schaut", so die wörtliche Übersetzung des indigenen Wortes Ushuaia. Gegründet wurde die Stadt im Oktober 1884, damit sollte der Hoheitsanspruch auf den argentinischen Teil Feuerlands unterstrichen werden. Denn drei Jahre zuvor hatten sich Chile und Argentinien auf den Verlauf der Landesgrenzen geeinigt und auch Feuerland aufgeteilt. 

Leider wollte sich kaum jemand in dieser rauen Gegend niederlassen. So kam die Zentralregierung in Buenos Aires auf die Idee, ab dem Jahr 1902 ein Gefängnis (Presidio Nacional) in Ushuaia zu bauen. So konnten Strafgefangene weit weggesperrt und das Gefängnispersonal mit ihren Familien angesiedelt werden. Bis 1920 dauerten die Arbeiten für dieses Gefängnis an, welches durch die Sträflinge selbst errichtet wurde. Es war sternförmig angelegt und bestand aus 5 "Pavillons" mit jeweils 2 Etagen, hatte insgesamt 380 Zellen. Zeitweise waren bis zu 600 Gefangene untergebracht. Aufgrund der extremen Bedingungen, des kalten Klimas und der Zwangsarbeit wurde es 1947 geschlossen. 

Heute ist es das "Museo Marítimo y del Presidio de Ushuaia", also ein Marinemuseum und Museum zum Gefängnisleben. Viele Modelle der Schiffe der Entdecker und alte Land-und Seekarten sind ausgestellt. Die alte Seekarte von 1519 wurde von Fernando de Magellanes benutzt, als er nach der Passage vom Atlantik zum Pazifik suchte. Schön gefällt uns dabei die Darstellung der Winde.

Der historische Pavillon zeigt den Originalzustand des Gefängnisses, kleine Parzellen, oft nicht größer als 1,5 x 2 Meter. Übrigens gab es keinen Zaun um das Gelände, der Direktor des Gefängnisses kommentierte es so: "Es besteht keine Fluchtgefahr. Wohin sollten sie denn gehen? Sie müssten wegen Erschöpfung und Hunger zurückkehren."

Einige entkamen zwar trotzdem, doch man weiß nicht, ob sie erfolgreich waren oder bei dem Versuch starben.

Natürlich waren auch Pinguine in einem Raum untergebracht, aber die echten haben uns besser gefallen. 

Danach hatten wir Hunger und kehrten bei "Tia Elvira" (Tante Elvira) ein. Hier in Ushuaia wird in fast allen Restaurants die "Königskrabbe" angeboten. Wir haben sie auch probiert, sie hat ein sehr feines Aroma. 

Für die Nacht sind wir auf den "Camping Municipal" von Ushuaia gefahren. Der liegt etwa 8 km außerhalb des Zentrums und ist eine unebene Wiese mit Grillmöglichkeit. Vermutlich wegen des kalten Wetters wurde nicht von den Einheimischen gegrillt. 

Übrigens fährt jetzt auch ein Gin mit: Der Besitzer des "3005 Moto Café" stellt ihn selbst in seiner Destillerie her. Und er schmeckt intensiv nach Kräutern. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


01.03.2026

 

Die "Bahía Inútil", die "Nutzlose Bucht" wurde so genannt von den Seefahrern, die auf der Suche nach der Ost-West-Passage in jede Bucht weit hineinfahren mussten, da sich ja am Ende ein Durchgang finden könnte. Etwa 15 km südlich vom Ort Onaisin hat sich eine Kolonie von Königspinguinen direkt an der Bahía Inútil angesiedelt. Es ist die einzige außerhalb der Antarktis. Um die Pinguine zu schützen, wurde der private "Park der Königspinguine" (Parque Pingüino Rey) im Jahr 2011 gegründet, auf einer geführten Tour kommt man sehr nah an die Königspinguine.

Der Königspinguin ist nach dem Kaiserpinguin (130 cm groß) der zweitgrößte, ein ausgewachsener Königspinguin erreicht eine Körperlänge zwischen 85 und 95 Zentimeter und wiegt zwischen 10 und 16 Kilogramm. Auffällig sind bei den erwachsenen Pinguinen die leuchtend gelborangen Flecken an den hinteren Kopfseiten. Sie setzen sich als dünne Linie um den Hals bis zur Vorderbrust fort. Königspinguine können Tauchtiefen über 100 Meter erreichen und mehrere Minuten unter Wasser bleiben. Sie ernähren sich von kleinen Fischen, Krill und Tintenfischen. Dabei können sie pro Jagd bis zu 20 kg Meerestiere fressen. Sie werden in der Natur 25-35 Jahre alt, im Zoo wird auch schonmal der 50. Geburtstag gefeiert. 

Männchen und Weibchen bebrüten das Ei im zwei- bis dreiwöchigen Wechsel während durchschnittlich 55 Tagen in einer Hautfalte, das nichtbrütende Elterntier geht in dieser Zeit auf ausgedehnte Futtersuche. In den ersten dreißig bis vierzig Tagen bleiben die Jungvögel noch zwischen den Füßen ihrer Eltern, bis ihnen ein erstes Daunenkleid gewachsen ist. Sie sehen so knuffig aus, mit ihrem dunkelbraunen, flauschigen Federkleid. Sie werden 11 Monate gefüttert, auch dabei wechseln sich die Eltern ab. Erst nach 10 bis 13 Monaten erfolgt der Wechsel vom jugendlichen braunen Daunenschutz zum Erwachsenengefieder und schließlich die Loslösung des Jungvogels von seinen Eltern. Der zweite Brutzyklus beginnt nach einer Phase der Regeneration mit der Eiablage im Februar und dem Schlüpfen der Jungen im April. 

Die Königspinguine mit ihren leuchten orangenen Federn am Kopf zu beobachten ist auch spannend: Wir haben sogar einen gesehen, der fliegen kann.-) Das war wieder toll heute.

Danach ging es zur Grenze Chile/Argentinien, beide Grenzorte heißen San Sebastián, liegen aber 10 km auseinander. Auch heute hatten wir die Grenzformalitäten schnell erledigt, vor uns wartete niemand, wir kamen gleich dran. 

Um unsere Lebensmittel aufzustocken hielten wir in "Rio Grande" an, denn wir durften ja weder Obst noch Gemüse über die Grenze mitnehmen. Danach gab es eine Pizza bei "Pizza Popular", die wir schon von Buenos Aires kannten und daher wussten wir, dass sie lecker ist.

Anschließend haben wir beim Dieseltanken gefragt, ob wir unseren Wassertank auch füllen dürfen. Das war kein Problem und es funktionierte auch wunderbar, gutes Wasser mit hohem Druck in der Leitung. Nun reicht unser Trinkwasser wieder für einige Zeit.

Danach suchten wir einen Platz für die Nacht und wurden 40 km südlich von Rio Grande an einem Strand fündig. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


im Februar waren wir in Uruguay, Argentinien und kurz in Chile