Aktuelle Route
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Tourdarstellung: MapOut
28.02.2026
Nur 12 km waren es heute bis zur Grenze von Argentinien und Chile. Für beide Grenzformalitäten haben wir insgesamt nur 40 Minuten gebraucht. Es war alles gut organisiert und im Vergleich zu den afrikanischen Grenzen auch eine schnelle Sache. Das einzig Blöde ist nur, dass es diverse Einfuhrbeschränkungen von Lebensmitteln gibt. Frisches Obst, Gemüse und Fleisch darf man nicht dabeihaben. Wir hatten nur noch eine ältere Paprika und eine Zitrone dabei, die durften dann erwartungsgemäß nicht weiter mit uns reisen. Nur vorher wollten wir sie auch nicht wegwerfen.
Nun sind wir also in Chile. Nachdem wir mit einer Fähre die Magellanstraße überquert haben (dauerte 30 Minuten) haben wir die "Isla Grande de Tierra del Fuego", die Insel Feuerland erreicht. Hier liegen die südlichsten Städte der Erde, Ushuaia (Argentinien) und das chilenische Puerto Williams, offiziell seit 2019 als Stadt in Chile anerkannt.
Feuerland besteht aus einer Hauptinsel und mehreren vorgelagerten Inseln und ist 73.500 km2 groß. Der argentinische Teil ist etwa so groß wie Hessen und hat etwa 190.000 Einwohner. Zu Chile gehören mehr als 52.000 km2, ist aber nur mit etwa 10.000 Menschen bewohnt.
Im chilenischen Teil Feuerlands sind wir aber erstmal nur für eine Nacht. Für morgen haben wir um 10 Uhr eine Führung bei den Königspinguinen gebucht. Danach fahren wir zur nächsten Grenze bei San Sebastián, diesmal Chile/Argentinien.
Noch was zu unserer weiteren Planung: Wir haben ja nun bald den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht. Da wir eigentlich ungern die gleiche Strecke ein zweites Mal fahren, hatten wir uns überlegt, die Route in Chile nach Norden von Puerto Natales aus mit einer Fähre zu fahren. Die braucht 3 Tage für die Strecke, man kann aber im eigenen Auto übernachten. Leider ist die Fähre, die nur einmal wöchentlich fährt, bis in den April ausgebucht. Schade, da müssen wir erst wieder nach Argentinien und dann später nördlich eine Grenze zu Chile nehmen.
27.02.2026
Heute Morgen, noch vor dem Sonnenaufgang um 7 Uhr wollte Martina nach den Pinguinen sehen, ihre Rufe waren zu hören. Jedoch war nicht wirklich was los. Kleinere Gruppen als gestern standen/lagen am Meeresrand. Dann wollte eine Gruppe Pinguine zum Meer, ich stand zwar weiter weg, aber sie sahen mich. Überlegten und dann traute sich einer und die anderen schnell hinterher. Das Video davon verlinken wir hier.
Nach dem Frühstück nochmal eine Runde Pinguin-Gucken. Auf dem Weg dahin blieb ein "Bronzekiebitz" netterweise still stehen, sein Gefieder leuchtete in mehreren Farben.
Auf dem Rückweg bekamen wir noch zwei Gürteltiere zu sehen. Das Braunborsten-Gürteltier ist sowohl tag- als auch nachtaktiv, lebt hauptsächlich im südlichen Bereich von Südamerika. Als einzige bekannte Säugetiergruppe der heutigen Zeit verfügen die Gürteltiere über eine knöcherne äußere Panzerbildung. Die Kopf-Rumpf-Länge reicht von 26-34 cm, der Schwanz weist eine Länge zwischen 11 und 16 cm auf. Der Kopf des Tieres besitzt eine kurze und breite Form und ist durch den markanten Kopfschild charakterisiert. Dieser ist sehr groß und dreieckig geformt, besitzt seitlich ein deutlich gekrümmtes Profil und ragt fast bis zur Nasenspitze vor. Auf dem Rückenpanzer wachsen einzelne lange und dicke Haare, an den seitlichen Körperpartien, an den Beinen, auf dem Bauch und an den Wangen ist das Fell dichter. Es bevorzugt trockene und offene Landschaften und ernährt sich von pflanzlicher als auch tierischer Nahrung. Es ist schon toll, was für Tiere man so entdecken kann.
Gestern Abend hatten wir die Wildkamera neben unserem Heim an einem Pfosten befestigt. Um Mitternacht streifte ein Fuchs vorbei.
Gegen Mittag kamen wir am Leuchtturm "Faro Cabo Virgenes" vorbei, aber viel wichtiger sind die Schilder, die dort an einem Parkplatz aufgestellt sind. Hier ist der Nullpunkt der 5.301 Kilometer langen "Ruta 40". Das wollten wir doch auch gesehen haben. Leider ist hier die Unsitte weit verbreitet, dass viele einen Sticker von sich oder ihrem Heimatort auf die Schilder kleben.
Anschließend sind wir wieder über 2 Stunden auf der Schotterstraße zur Ruta 3 zurück und Richtung der Grenze Argentinien/Chile gefahren. Über Nacht stehen wir auf dem Parkplatz der "Laguna Azul", deren Wasserfläche in einem Krater eines erloschenen Vulkans bei bewölktem Himmel leider nicht blau, wie der Name sagt, sondern grau war.
Morgens geht's also nach Chile.
26.02.2026
Wir haben ja schon oft unseren am Abend gemachten Plan am nächsten Morgen umgeändert. Heute haben wir es mal während der Fahrt gemacht.
In El Calafate haben wir in einem Café gefrühstückt, das mit „German Bakery" (deutsche Bäckerei) an ihrem Fenster wirbt. So richtig deutsches Gebäck gab es nicht wirklich, aber sie verkauften leckere Franzbrötchen.
Dann fuhren wir Richtung Stadt "Rio Gallegos", dort wollten wir Richtung Strand fahren und übernachten. Morgen wollten wir dann weiter südlich zum "Cabo Virgenes" (Kap der Jungfrauen), wo eine große Kolonie von Magellanpinguinen lebt.
Wir kamen aber bis Rio Gallegos auf der asphaltierten Straße so gut voran, sodass wir beschlossen, heute schon zu den Pinguinen zu fahren. Die letzten 100 km waren wieder die nervigsten: Schotterpiste, nicht gut gepflegt, manche Kuhlen sieht man erst kurz bevor man sie erreicht und oft auch Wellblech. Nun ja, nach über 2 Stunden kamen wir durchgerüttelt ans Ziel. Das Besucherzentrum ist wohl schon länger geschlossen, aber man darf sich das Tor öffnen und bis zu einem Parkplatz fahren. Dort bleiben wir jetzt für die Nacht.
Einen kleinen Rundweg gibt es und wir sahen leere Bruthöhlen, einige Pinguine standen in Grüppchen zwischen den Büschen und auf dem Sand nahe am Wasser gab es mehrere größere Gruppen. Teilweise noch ein wenig flauschig, aber die anderen bereits fertig mit der Mauser. Viel Aktivitäten zeigten sie nicht, außer einer Gruppe, die das Bad im Meerwasser genoss. Erstaunlich fanden wir, dass sie nicht ihren Ruf ertönen ließen. Also eher eine langweilige Truppe hier am Kap. Vielleicht ist es jetzt auch schon zu spät im Februar. Wir sind froh, dass wir am 13. Februar in Punta Tombo viele aktive Magellanpinguine sehen konnten.
25.02.2026
Kurz vor 8 Uhr standen wir mit vielen anderen Fahrzeugen an dem Tor zum südlichen Teil des "Nationalparks Los Glaciares". Wir hatten die Tickets online gekauft und konnten deshalb als 2. Auto in den Park fahren. Ab dem Tor waren es noch 32 km bis zum Parkplatz am Gletscher Perito Moreno. Vom Parkplatz aus führt ein 1,2 km langer "Küstenweg" auf Metallstegen über mehrere Treppen hinauf zum ersten Aussichtspunkt, von dem man perfekt auf den Gletscher gucken kann. Diesen Aussichtspunkt erreichten wir exakt eine Stunde nach Einfahrt in den Park. Hier in Argentinien liegt wirklich nichts mal eben um die Ecke.
Lange Zeit hatten wir den Aussichtspunkt für uns alleine, das war wirklich toll. Es hallte immer wieder ein "Donnergrollen" über den 30 km langen Gletscher, der zwischen den Bergen 4 km breit ist. Die Höhe an der Abbruchkante beträgt zwischen 40 und 70 Metern. Die blaue Farbe des Eises entsteht, wenn Schnee auf den Gletscher fällt und komprimiert wird. Durch den Druck werden die Luftblasen herausgedrückt, die Eiskristalle vergrößern sich. Diese Vergrößerung ist für die blaue Farbe des Eises verantwortlich. Morgens leuchtete das Blau richtig intensiv. Wenn dann die Sonne höher steigt und das blaue Eis wärmerer Luft ausgesetzt wird, entstehen Risse in den Oberflächenschichten, die die großen blauen Kristalle aufbrechen. Um die Mittagszeit gab es nur noch einen geringen Kontrast zu dem Grau auf der Oberfläche des Gletschers.
Ab und an brach Eis von der Abbruchkante ab und platschte mit lautem Getöse in das Wasser des "Lago Argentino". Nach 2,5 Stunden an diesem Punkt haben wir dann doch auch mal die höheren Aussichtspunkte besucht. Von dort sahen wir, wie sich ein Eisberg teilte, das war echt spannend. Leider passieren solche Dinge immer sehr spontan, mit der Kamera ist es wirklich schwierig, so etwas schnell aufzunehmen.
Als wir wieder zum Ausgang gingen und die vielen Omnibusse und Autos auf dem Parkplatz sahen, waren wir froh, dass wir schon so früh zum Gletscher gefahren sind. Wir hatten außerdem Glück mit dem Wetter, fast windstill, zwar nur 5 Grad morgens, aber an dem Aussichtspunkt hatten wir schön die Sonne im Rücken. Genial!
An unserem Übernachtungsplatz lief mal wieder ein Fuchs entlang, die gibt es hier recht zahlreich.
24.02.2026
Die Nacht war es recht frisch. Wir hatten nur 3 Grad heute Früh. Gegen 7:10 Uhr färbten sich die ersten Bergspitzen orange. Aus unserem Dachfenster über dem Bett hatten wir sicher den besten Blick. So nach und nach stieg die Sonne, der Fitz Roy wurde erst gelb und schließlich war er grau, er besteht nunmal aus Granit. Kein Wolke weit und breit.
Nach dem Frühstück sind wir dann losgegangen. Wer im Nationalpark Los Glaciares wandern will, muss sich ein Ticket kaufen: Für uns Ausländer sind das 45.000 Pesos (knapp 30€) pro Person (Einheimische zahlen nur 5.000 Pesos). Es gibt genau eine Verkaufsstelle, die befindet sich am Ortsausgang, der Stellplatz für die Wohnmobile ist am Ortseingang. Es sind daher schonmal 2,5 km durch den Ort zu laufen. Leider sind die Fußwege immer wieder durch Absenkungen für die Autos unterbrochen. Martina hat einmal nicht auf den Weg sondern die Umgebung geachtet, und schon ist der Fuß umgeknickt. Wir gingen aber noch bis zum Tickethäuschen und stellten uns in die Warteschlange. Da jetzt aber schon Schmerzen auftraten, wollten wir nicht auch noch die 8 km lange Tour mit 350 Höhenmeter (rauf und runter plus noch die 2,5 km zurück durch den Ort) wandern. Also retour zum Heim und die 260 km nach "El Calafate" daher heute schon statt morgen gefahren. Der Ort liegt im Süden des Nationalparks Los Glaciares und nahezu alle 30.000 Einwohner leben vom Tourismus. Der Ort selbst hat keine Sehenswürdigkeiten, er ist lediglich das infrastrukturelle Zentrum. So haben wir in El Calafate eine kurze Pause gemacht und ein sehr leckeres Steak gegessen. Gesättigt fuhren wir noch bis kurz vor das Eingangstor vom Gletscher Perito Moreno, den wir uns morgen ansehen wollen.
23.02.2026
Wir sind heute Nachmittag in "El Chaltén" angekommen, einer erst 1985 gegründeten Siedlung. El Chaltén entstand, um Gebietsansprüche Argentiniens im Grenzstreit mit Chile durchzusetzen. Binnen weniger Jahre entwickelte sich der Ort zu einem Anziehungspunkt für Touristen, da er im Norden des "Nationalpark Los Glaciares" liegt und man hier viele Wanderungen unternehmen kann. Der 3.604 Meter hohe Berg "Fitz Roy" liegt malerisch über dem Ort. Er wurde benannt nach Kapitän Robert FitzRoy, der mit dem Forschungsschiff Beagle und Charles Darwin 5 Jahre auf Entdeckungstour war. In der Sprache der Ureinwohner, der Tehuelche-Indianer, heißt er wegen der oft an der Spitze sichtbaren Wolken "Chaltén", was „der Rauchende“ bedeutet.
Auf unserer 400 km langen Fahrt heute hat es zwischendurch ganz ordentlich geschüttet und gestürmt, die asphaltierte Ruta 40 war auf 73 km eine Schotterpiste. Heute relativ gut zu befahren, kaum das berüchtigte Wellblech.
Morgen soll es den ganzen Tag sonnig sein, maximal 16 Grad, da wollen wir wandern.
22.02.2026
Die "Höhle der Hände" (Cueva de las Manos) ist bekannt für ihre Höhlenmalereien und erhielt ihren Namen, weil die Malereien größtenteils Handnegative darstellen. Die Cueva de las Manos, die 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, hat verschiedene Formen von Vandalismus erlitten, wie Graffiti, Schriften und Mauerbrüche. Deshalb darf man die Höhlenmalereien nur mit einer Führung besichtigen, die jedoch stündlich stattfindet, maximal 20 Personen dürfen es sein. Wir hatten die um 10 Uhr gebucht und wir waren nur zu viert.
Die Felswand mit den Malereien liegt oberhalb der Schlucht, der Fluss Rio Pinturas fließt im Tal. Auf unserer Wanderung vor zwei Tagen haben wir die Felswand schon von gegenüber gesehen.
Die Höhle wurde 1941 vom Mönch Alberto M. de Agostini entdeckt, der sie als erster fotografierte. Um 1950 wurde sie von Archäologen erforscht. Ab den 1960er Jahren war insbesondere der Topograf und Archäologe Carlos J. Gradin als Erforscher tätig. In der etwa 25x15 m großen Höhle die von 9.500 v.Chr. Und 1.000 n.Chr. bewohnt war, hinterließen die Ureinwohner zahlreiche Malereien, die zu den ältesten menschlichen Zeugnissen Südamerikas gehören.
Die Höhle liegt in der Mitte der langen Felswand. Die darf jedoch nicht betreten werden, aber die interessanten Malereien liegen gut sichtbar entlang eines Holzsteges unter dem Felsüberhang.
In der ältesten Epoche (9.500-7000 v.Chr.) entstanden vorwiegend Jagdszenen. Es werden unterschiedliche Techniken der Jagd von Guanakos dargestellt. Verwendet werden die Farben Schwarz, Gelb und dunkles Rot.
Bis etwa 1.500 v.Chr. entstanden die farbigen Hand-Negativ-Drucke (829 wurden gezählt), wenige sind positiv dargestellt, einige auch überlappend.
Zwischen den vielen Händen entdeckt man die Guanakos, Eidechsen, Fußabdrücke von Nandus und auch eine Hand mit 6 Fingern. Es ist interessant zu sehen, dass die meisten bemalten oder gekalkten Hände linke Hände sind.
Die abstrakte Darstellungen in leuchtendem Rot, wie Kreise, Spiralen, Punktreihen, Schlangenlinien und Rechtecke sind neueren Datums.
Die vorherrschende Farbpalette umfasst Rot, Ocker, Gelb, Weiß und Schwarz, die mit natürlichen Mineralpigmenten hergestellt wurden: Eisenoxide (rot und lila), Kaolin (weiß) und Natrojarosit (gelb), Manganoxid (schwarz) - jeweils gemahlen, mit Flüssigkeit gemischt und dann mit Hilfe von hohlen Tierknochen an die Felsen geblasen.
Die günstigen Bedingungen (sehr geringe Luftfeuchtigkeit, keine Wasserinfiltration, stabile Gesteinsschichten) im Felsschutz haben dafür gesorgt, dass der Erhaltungszustand aller bis auf die am meisten exponierten Gemälde ausgezeichnet ist.
Anschließend sind wir noch 200 km auf der Ruta 40 bis zu einem Übernachtungsplatz an einem Fluss gefahren.
21.02.2026
Heute saßen wir, wie fast immer, draußen beim Frühstück. Erst kam ein Kordillerenämmerling vorbei, sein englischer Name (Gray hooded Sierra finch) beschreibt ihn besser, der Fink hat eine graue Kapuze an.
Danach kam eine Herde Guanakos, die gemütlich grasend an uns vorbeizog. Und eines macht den Wächter und schaut prüfend in die Gegend.
Das Guanako ist das größte der Andenkamele (Schulterhöhe 90-130, Gewicht 90-140 kg, Länge bis 2,15 Meter) und leben wild auf dem Grasland Patagoniens. Das Fell ist wollig und dicht, seine Farbe ist oberseits hellbraun und unterseits weiß, das Gesicht ist oft schwarz gefärbt. Sie haben lange schlanke Beine und einen dünnen Hals mit einem relativ kleinen Kopf. Sie leben in Familienverbänden mit einem Hengst und mehreren Stuten. Sie sind Pflanzenfresser und wir haben sie beim Wiederkäuen beobachtet. Die Guanakos sind sehr wachsame Tiere. Droht Gefahr, warnen sie ihre Artgenossen durch ein hohes Wiehern. Der einzige natürliche Feind des Guanakos ist der Puma.
Dann fuhren wir bis kurz vor das Besucherzentrum der "Höhle der Hände", so ganz einfach war es nicht, einen Platz für die Nacht zu finden. Es gibt jedoch etwas abseits eine schon lange nicht mehr genutzte Landebahn, die Fahrspur daneben war dann unser Platz.
Dafür, dass wir schon bis auf einen Kilometer an die Höhle gewandert waren, war die Strecke auf der Straße heute dann doch recht lang (60km). Man muss einen großen Umweg fahren. Dabei hatten wir Glück, dass wir ein 6x6-Fahrzeug haben. Denn die kürzere Strecke ist nur für Allradfahrzeuge zugelassen, da mehrere ziemlich steile Passagen zu bewältigen sind. Sonst wären es nochmal 50 km mehr gewesen.
20.02.2026
Perfektes Wetter für einen Wandertag: Zu unserem Startpunkt mussten wir noch 16 km fahren, haben dabei ein Schild mit Hinweis auf Pumas gesehen, Nandus und Guanakos waren unterwegs, in einem See stand ein Flamingo. Aus drei verschieden Wanderwegen haben wir uns eine 12 km lange Tour selbst zusammengestellt. Das war ein toller Rundweg. Keine Kraxelei, gut begehbarer Pfad und eine fantastische Landschaft. Der Blick von oben in eine von einem kleinen Fluss durchzogene Grünfläche war schön, an manchen Stellen mussten wir uns gegen den Wind stemmen. Bunte Felsen mit Auswaschungen, aber leider unterwegs keine Tiere getroffen. An einem kleinen Parkplatz, den wir auf unserer Route überqueren mussten, stand ein Toilettenhäuschen: Drinnen alles picobello sauber, mit genauer Anweisung, wie die Trockentoilette zu benutzen ist und es gab sogar Toilettenpapier. Etwas weiter führte der Pfad genau gegenüber der "Cueva de las Manos" entlang, die "Höhle der Hände" wurde zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt und die wollen wir uns am Sonntag ansehen.
Als wir wieder am Heim ankamen waren wir zwar erschöpft, aber die Wanderung hat uns gut gefallen. Ein kleines Café hatte auch geöffnet und so konnten wir einen Hamburger auf argentinische Art essen. Das Hacksteak wird hierbei durch ein Stück paniertes Rinderschnitzel ersetzt (heißt dann "Milanesa", wobei dieses die Sammelbezeichnung für paniertes Fleisch ist). Kombiniert mit Brot, Tomaten und Eisbergsalat ein leckerer Genuss.
19.02.2026
Zuerst haben wir unsere gut duftende Wäsche abgeholt, haben dann noch etwas Obst in einem gut sortierten kleinen Laden mit bunter Fassade gekauft. Auf dem Grünstreifen in der Mitte der Straße fanden wir noch die Kilometerangaben für die Orte, die auch wir noch besuchen wollen. Ushuaia ist noch weit entfernt! Trotz des heutigen Generalstreiks in Argentinien konnten wir auch noch tanken. Auf unserem weiteren Weg zum "Parque Patagonia Argentina" gab es glücklicherweise auch keine der angekündigten Straßenblockaden.
Das gelbe Warnschild vor dem Wind hat uns begeistert und auch ebenso die Landschaft, endlich mehr als endlose Weiten.
Beim Büro des Parque Patagonia Argentina muss man sich anmelden und der Eintritt ist für Rentner kostenfrei (und da wir beide unseren Rentenantrag gestellt haben, sehen wir uns als Rentner). Nicht weit vom Eingang befindet sich ein Parkplatz, von dem eine kleine Wanderung von 3,4 km beginnt. Der Rundwanderweg "Tierra de colores" (Land der Farben) führt entlang von Felsformationen und schon gleich zu Beginn erblicken wir die rostbraunen Hänge. Weiter geht es auf gutem Weg durch die mit Gras und dornigen Büschen bewachsenen Landschaft. Dann führt der Pfad weiter bergauf bis man einen Aussichtspunkt erreicht. Und hier ist der Blick auf die farbigen Felsen trotz des bedeckten Himmels unglaublich schön. Aufgrund der verschiedenen Mineralien entstehen die unterschiedlichen Farben. Mit ein bisschen Phantasie erkennt man sogar einen Löwen und Zwerge in der Felswand. Zurück geht es immer am Hang entlang, wir blicken auf sehr interessante Auswaschungen in rostrot und als Kontrast dazu das helle grau. Über uns war immer eine graue Wolke, die Sonne schien durch die Wolkenlücken nur in die Seitentäler. Schade für uns.
In dem Park gibt es auch die Möglichkeit zu übernachten. Da es noch weitere Wanderwege gibt, nutzen wir den kleinen Campingbereich und bleiben für 2 Nächte. Noch bevor wir einparkten, sahen wir einen kleinen grauen Fuchs. Auch die Morgenammern gibt es hier reichlich. Sie sind etwa 15-18 cm lang, die Federn bilden am Oberkopf eine kleine Haube und das fuchsrote Halsband ist ein gutes Erkennungsmerkmal. Guanakos streifen in der Ferne durch die trockenen Gräser.
18.02.2026
Im Ort Sarmiento haben wir in einer Bäckerei verschiedene Gebäckteile gekauft. Zwei davon waren mit "Dulce de leche" (Karamellcreme), das ist noch immer nicht so unser Ding. Aber der Rest war sehr lecker. (Martinas Kommentar, als sie vom Bäcker wiederkam „das ist irgendwie eskaliert“. Naja es war auf jeden Fall echt lecker!!!)
Von Sarmiento sind wir dann nach "Perito Moreno" gefahren, einem kleinen Ort, der auch eine Wäscherei hat. Dort gaben wir unseren großen Beutel Wäsche ab, morgen können wir sie wieder abholen. Wir suchten auch noch einen Laden, der uns unseren Steinschlag repariert oder zumindest Epoxidkleber dafür hat, wieder kein Erfolg.
Auf unserer heutigen Strecke erreichten wir die legendäre "Ruta Nacional 40". Sie ist mit 5301 km die längste Nationalstraße Argentiniens und gleichzeitig eine der längsten Fernstraßen der Welt. Dabei durchquert sie den gesamten Westen Argentiniens (mit Ausnahme der Insel Feuerland) von Süden nach Norden, einige Streckenabschnitte sind nicht asphaltiert. Unsere erste Kilometerangabe der Ruta 40 sahen wir bei KM 1.398. Nach Süden zählt sie rückwärts, der Nullpunkt der Straße 40 ist am Leuchtturm vom "Cabo Virgenes" (Jungfrauenkap) an der Atlantikküste bei Rio Gallegos.
Auf unserer Strecke hatten wir zweimal Warnungen vor Schlaglöchern auf der Fahrbahn für die nächsten 50 km. Es gab mehrere Abschnitte, da häuften sie sich, aber da wenig Verkehr war, konnte man immer gut drumherum jonglieren.
Da wir keinen schönen Übernachtungsplatz im Ort Perito Moreno gefunden haben, sind wir noch bis zum "Lago Buenos Aires" gefahren. Dieser See ist nach dem Titicacasee der zweitgrößte in Südamerika und die Gesamtfläche von 1850km² ist unter zwei Staaten aufgeteilt. Zu Argentinien gehören 880km², der Rest von 970km² gehört zu Chile und heißt dort dann "Lago General Carrera".
Wir stehen windgeschützt hinter einigen Büschen am Ufer des Lago Buenos Aires, nahe der Ruta 43. Von hier sind es nur noch 40 km bis zur Grenze nach Chile, aber das Land und die chilenische Seite des Sees besuchen wir später.
17.02.2026
Mal wieder so ein Erlebnis mit den Argentiniern. Wir dachten, wir stehen dicht an „unserem“ Grill, ist damit für die Nacht unser Platz. Galt nur bis um 22:00 ein Paar mit nem PKW kam. Die passten noch zwischen Grill und Heim, schmissen den Grill an, bauten ein Zelt auf und hörten bis 1:30 lustig ihre Musik. Irgendwie nervt uns das gerade ziemlich.
Heute früh war es mal kurz bewölkt und dann sonnig. Den ganzen Tag über tobte der Sturm mit 100 km/h über uns hinweg. Wir hatten ja einen tollen Platz gefunden, an dem wir windgeschützt standen, so konnten wir bis abends draußen sitzen. Der starke Wind fegte durch die Blätter der Pappeln die um uns standen, das war so laut, als wenn ein Güterzug vorbeifährt.
16.02.2026
Gestern Abend hat sich so nach und nach der etwa 3 km lange öffentliche Strandabschnitt geleert, die Tagesgäste fuhren weg. Bis auf ein Licht in der Ferne war niemand zu sehen.
Um 0:30 Uhr kam dann ein Auto mit Warnblinker (Martina wurde wach, weil die Reifen auf dem Kies Geräusche machten) und hielt etwa 50 Meter von uns entfernt. Mit Stirn- und Taschenlampe wurde herum geleuchtet, Campingstühle aufgestellt und auch zwei Angeln wurden nah am Wasser platziert. Damit man nicht so in der Dunkelheit saß, wurde der Stromgenerator angeschmissen und die Gegend perfekt ausgeleuchtet. An Schlaf war da natürlich nicht mehr zu denken. Nach zwei Stunden fuhren sie dann wieder ab.
Vormittags haben wir dann in Comodoro Rivadavia, immerhin die größte Stadt im südlichen Patagonien, ein Geschäft gesucht, dass unseren (noch) kleinen Steinschlag reparieren kann. Aber wir hatten kein Glück, es scheint so, dass die Geschäfte alle Montags geschlossen haben. Die Stadt ist heute eines der wichtigsten Zentren der argentinischen Erdölproduktion und besitzt mehrere Industriebetriebe, die das Rohöl verarbeiten. Zudem ist es die Handelsmetropole für den gesamten Süden Patagoniens. Im Aufschwung befindet sich die Windenergieproduktion in der Gegend; auf den Hügeln in der Umgebung der Stadt steht der größte Windpark Südamerikas. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn in der Region können Windgeschwindigkeiten bis 250 km/h erreicht werden.
Da für morgen (Dienstag) Wind bis zu 100 km/h im gesamten Landstrich angekündigt ist, fuhren wir bis zum Ort Sarmiento und bleiben auf dem kombinierten Camping-/Grillplatz für zwei Nächte und warten den Sturm ab.
Die gemauerten Grills sind auch eine Erwähnung wert: 2 Meter hoch und gegen den vorherrschenden Wind geschützt werden sie von vielen Familien genutzt.
PS: Eine Tüte Haribo mit 160g kosten hier übrigens 4,85 Euro. Wir haben sie nicht gekauft!
15.02.2026
Der Wind hat am Abend nachgelassen und wir hatten eine ruhige Nacht. Weil uns der Platz so gut gefiel, beschlossen wir morgens, noch zu bleiben. Im Laufe des Vormittags frischte es immer mehr auf und es war so unangenehm kühl, dass wir nicht mehr draußen sitzen konnten. Deshalb sind wir doch noch um 13:30 Uhr weiter gefahren. Wir hofften, dass es im Landesinneren windstiller ist. Als möglichen Übernachtungsplatz hatten wir uns überlegt, hinter einer Tankstelle an der Ruta 3 zu parken. Das ist meistens ein Parkplatz für die LKW, aber Wohnmobile dürfen den auch nutzen. Als wir ankamen, war es immer noch ziemlich windig und es gefiel uns überhaupt nicht. Also auf der Nationalstraße 3 weiter in den Süden.
Nach insgesamt 4 Stunden Fahrt (knapp 300 km) kamen wir etwas nördlich vom Ort Comodoro Rivadaria an und stehen? Na? Nochmals direkt am Atlantik. Hier weht zwar auch der Wind, aber hier ist er immerhin warm.
Als wir abends unsere Stühle einräumten, sahen wir zwischen den kurzen Sträuchern ein einen Argentinischen Kampfuchs, auch Grauer Andenfuchs, laufen. Foto ist leider etwas unscharf, weil es schon ziemlich dämmerig war.
14.02.2026
Nach den Pinguinen ist vor den Pinguinen und deshalb besuchten wir heute das geschützte Naturgebiet am Kap der zwei Buchten (Area Natural Protegia Capo dos Bahias). Der Ranger erklärte uns auf einer Karte, welche Punkte wir in diesem Gebiet besichtigen können. Zuerst ging es natürlich zu den Magellanpinguinen. Damit auch sie weitestgehend ungestört sind, gibt es einen etwas erhöhten, 460 Meter langen Weg aus Metall, der mitten über ihre Bruthöhlen führt. Morgens um 9 Uhr watschelten die Pinguine in großen Gruppen zum Meer. Da standen dann auch wieder die "Nichtschwimmer" herum, während die anderen ihr Bad genossen. Der Federwechsel von den Daunen zu wasserfestem Gefieder hat auch hier unterschiedliche Stadien: Manche haben nur noch ein paar Fusseln, während bei anderen die weichen Daunen heftig im Wind flattern. Das Gebiet mit den Bruthöhlen und auch der Strandabschnitt ist deutlich kleiner als in Punta Tombo.
Auf dem Handlauf des Weges saß ein etwa 25 cm großer Vogel mit einem roten Bauch und einem sehr spitzen Schnabel. Das ist ein weiblicher Langschwanzstärling (Leistes loyca).
Viele der flauschigen Guanakos grasten, aber eines musste direkt vor uns noch schnell die Straße überqueren.
Auf einer vorgelagerten Insel lagen die Seelöwen, mal wieder einfach so in der Sonne. Und schön getrennt von den Pinguinen.
Dann waren wir noch bei einem Aussichtspunkt, von dem man auf 6-7 vorgelagerte Inselchen sah, mit der weißen Gischt und dem blauen Wasser schon sehr schön anzusehen.
Nach 3,5 Stunden verließen wir das Naturschutzgebiet und suchten uns wieder einen (windigen, gibt hier halt nichts anderes) Platz am Wasser. Tosende Wellen, die Gischt spritzt hoch hinauf. Perfekter Ort für uns.
13.02.2026
Der Magellanpinguin (Spheniscus magellanicus) gehört zur Gattung der Brillenpinguine und lebt in Südamerika. Ihren wissenschaftlichen Namen erhielt die Art wegen ihrer Häufigkeit an den Küsten der „Terra Magellanica“, die etwa dem Gebiet von Patagonien entspricht.
Die größte Kolonie dieser Pinguine lebt im "Naturreservat Punta Tombo", das wir heute besuchen. Im März verlassen die Pinguine das Land und sind nur noch im Meer unterwegs. Da wir noch die Jungtiere sehen wollten, sind wir so schnell wie möglich hierher gefahren. Das Reservat öffnet um 8 Uhr und wir waren um 9:30 die ersten Besucher. Etwa 1,5 km lang ist der Weg bis zum Aussichtspunkt. Der Hinweg dauerte viel länger als der Rückweg, so viel hatten wir zu schauen. Es gab zahlreiche Schautafeln, die über die Pinguine und auch die anderen Tiere wie Gürteltier oder Guanako informierten. Gleich zu Beginn hatten wir Glück und ein Gürteltier kreuzte unseren Weg.
Der Magellanpinguin ist etwa 70 cm lang und wiegt vier Kilogramm, hat einen schwarz-weißen Kopf sowie einen Streifen, der am oberen Rand ihrer Brust verläuft. Die Jungtiere werden in einer Bruthöhle aufgezogen und tragen zunächst graue Flaumfedern. Heute haben wir viele gesehen, die im Wechsel zum Federkleid der Erwachsenen waren.
Das Gebiet, in dem die Magellanpinguine hier leben, ist riesig. Sie sitzen zwischen oder unter den Sträuchern, vor ihrem Bodenloch oder auch drinnen. Watschelten umher und trompeteten laut. Auf einer Anhöhe sah man die weißen Bäuche in der Ferne leuchten. Die jungen Pinguine sammelten sich auch gern im Schatten unter den Brücken. Die Zäune und die Brücken sind so gestaltet, dass die Pinguine bequem drunter durchgehen können. Übrigens haben die Pinguine immer "Vorfahrt". Und sie laufen gern mal auf dem Holzsteg entlang, da muss man dann halt warten. Macht ja aber auch Spaß.
Endlich kamen wir dann am Aussichtspunkt an. Von da blickt man direkt an der Wasserkante entlang und kann ganz in Ruhe das muntere Treiben der Tiere beobachten. Die Jungpinguine hatten teilweise noch die Flaumfedern, können also nicht ins Wasser zum Schwimmen. Einige gingen vorsichtig ein paar Schritte ins Nass, nur mal trinken oder höchstens mal den Bauch nass machen. Aber manchmal kam eben doch eine Welle. Dann ging es aber hurtig zurück aufs Trockene.
Wir hätten noch stundenlang zusehen können, aber nach 3 Stunden und hunderten Fotos ging es zum Ausgang zurück. Nun kamen auch mehr Besucher und dann begegneten uns innerhalb kürzester Zeit 5 Omnibusse. Lohnt sich doch immer, früh da zu sein.
Anschließend fuhren wir auf den Schotterstraßen 1, 32, 68 und wieder 1 bis nach "Camarones". Dort aßen wir eine Meeresfrüchteplatte, die uns sehr lecker geschmeckt hat. Gleich nebenan ist zwar ein Campingplatz, aber der sprach uns überhaupt nicht an. Also nochmal 50 Minuten Fahrt durch eine abwechslungsreichere Landschaft (mal mit Hügeln statt immer nur platt) und übernachten wieder direkt am Meer. Von hier aus sind es morgen dann nur noch 15 Minuten bis zum nächsten Pinguin-Reservat.
12.02.2026
Wir befinden uns mittlerweile in Patagonien, das aus dem gebirgigen Westpatagonien (gehört überwiegend zu Chile) und dem flacheren Ostpatagonien (größtenteils zu Argentinien gehörend) besteht. Das argentinische Patagonien hat die vier Provinzen Neuquén, Rio Negro, Chubut und Santa Cruz, oft wird auch noch Feuerland dazugezählt. Der argentinische Teil Patagoniens mit einer Fläche von 765.720 Quadratkilometern hat eine Bevölkerungsdichte von durchschnittlich 2 Einwohner pro Quadratkilometer, ist also sehr dünn besiedelt.
Landschaftlich prägend für weite Teile Patagoniens ist die umgangssprachlich "Pampa“ genannte, trockene, fast unbesiedelte Hochebene.
Den Namen Patagonien trägt dieses Land, seit die Magellan-Expedition im Jahr 1520 hier vorbeisegelte. Die meisten Historiker vermuten, das man die Einwohner "Patagones = Großfüße" nannte. Sie erschienen den Entdeckern als Riesen, spätere Messungen ergaben aber, dass die nicht größer waren, sondern aufgrund ihrer weiten Umhänge und des langen Haares so wirkten.
Nach Magellans Weltumsegelung (Ferdinand Magellan, 1485-1521, portugiesischer Seefahrer, war der erste Weltumsegler) interessierten sich die bekannten englischen Seefahrer Sir Francis Drake (etwa 1540-1596) und Thomas Cavendish (1555-1592) nur für die Wasserstraßen und nicht für das Binnenland. Ab 1865 kamen die ersten Siedler, es waren "Waliser" aus England.
Nachdem wir auch heute wieder endlose Kilometer auf der Straße verbracht haben, genießen wir den späten Nachmittag am Strand von "Isla Escondida". Der Wind weht den feinen Sand waagerecht in schnellem Tempo in Richtung Atlantischem Ozean. Aber es ist toll. Beim Spaziergang sahen wir einen Braunmantel-Austernfischer (Haematopus palliatus), er hat eine Körpergröße von 42 cm.
An den felsigen Küsten rund um Patagonien lebt der Magellanpinguin und den besuchen wir morgen.
11.02.2026
Um dem Sturm zu entgehen sind wir ja in die Stadt Viedma gefahren. Wenig Wind hat auch geklappt. Nur die Auswahl des Platzes für die Nacht war nicht so gut gewesen, denn wir standen direkt neben Sitzbänken mit Grillmöglichkeit. Am frühen Abend war noch alles okay, ab 20 Uhr kam dann eine Gruppe junger Erwachsener mit Kindern, die bis um 3:20 Uhr laute Musik spielte und einfach gute Laune hatte. Ist halt keine clevere Idee, an einer Partylokation zu übernachten wenn man nicht mitfeiert.-)
Geschlafen haben wir daher wenig und sind deshalb heute nur 200 km bis zum Strand des Ortes "San Antonio Oeste" gefahren. Hier ist es wie an der Nordseeküste: Dünen, windig, bedeckter Himmel und der feine weiße Sand verteilt sich überall hin.
Noch ein Nachtrag zu den Straßen in Argentinien: Ganz zu Anfang haben wir über die schlechten Fahrbahnen der Autobahn geschimpft. Seit ein paar Tagen sind wir auf der Nationalstraße 3 unterwegs und die ist bisher in gutem Zustand. Sogar so breit, dass auch ein entgegenkommender LKW kein Problem darstellt. Schauen wir mal, wie sich die Straßenlage weiter im Süden so entwickelt.
10.02.2026
Wir sind noch immer auf dem Weg zu den Pinguinen bei "Punta Tombo", es fehlen uns noch fast 900 km. Heute sind wir von Bahia Blanca erst bis nach Viedma gefahren und haben von dort einen kleinen Abstecher zu unserem ersten echten Ziel, der Seelöwenkolonie im "Reserva Punta Bermeja" (3 km vom Ort "La Laberia") gemacht. Wobei dieser Abstecher hin und wieder zurück nach Viedma 120 km betrug. Die Entfernungen sind hier echt unglaublich. Auf den Karten sieht es immer so nah aus, das Ziel liegt dann doch viele Kilometer und stundenlange Fahrt entfernt.
Aber nun zu den Seelöwen: Die männlichen Seelöwen tragen tatsächlich eine Art Mähne und werden bis zu 2,50 Meter lang, erreichen dabei ein Gewicht von 300 kg. Die Weibchen sind etwa 1,80 Meter lang, werden aber nur 100 kg schwer. An Land gehen die Seelöwen auf die vorderen Flossen gestützt. Das "Reserva Punta Bermeja" ist ab 13 Uhr geöffnet, der Eintritt ist gratis und hat angelegte Wege mit 3 verschiedenen Aussichtspunkten. Alle befinden sich auf der 35 Meter hohen Steilküste, so dass man die Kolonie der Seelöwen von oben betrachtet. Ist dann doch schon ziemlich weit weg. Die Anzahl der Tiere ist jedoch beeindruckend, aber die meisten lagen nur faul am Ufer. In einem kleinen Pool spielten zwei Seelöwenkinder, die Mamas passten auf und Herr Seelöwe schaute mal vorbei. Dann entdeckten wir noch Felsensittiche, ihre Nisthöhlen befinden sich in der Steilküste. Nachdem wir genug geschaut hatten, ging es nach Viedma zurück. Eigentlich wollten wir an der Küste übernachten, aber für die Nacht sind Winde bis 80 km/h vorhergesagt. Dann lieber schon etwas windgeschützter in der Stadt sein, durch die wir morgen früh sowieso fahren müssten.
09.02.2026
Heute war der Himmel bis zum Mittag bedeckt, nur 23,5 Grad. War uns aber egal, denn wir verbrachten den Tag von 8:30 bis 16:30 Uhr im Fahrerhaus und legten dabei 530 km zurück.
Die Landschaft sieht aus wie bei uns zuhause, ein leuchtend gelbes Sonnenblumenfeld, Windräder und Rinder in der leicht hügeligen Gegend.
Wir hatten uns einen Übernachtungsplatz an einem Stausee ausgesucht, das Tor war geöffnet, aber leider ist der Zutritt verboten. Eine weitere Stunde Fahrt brachte uns nach " Bahia Blanca" (bedeutet Weiße Bucht, wegen der weißen Sandstrände bei Ebbe). Für uns ist die Stadt nur ein Zwischenstopp und wir stehen für die Nacht auf einem Parkplatz an dem "Parque de Mayo", eine innerstädtische Grünanlage für sportliche Aktivitäten. Die Stadtgeräusche sind natürlich zu hören, aber auch Vogelgezwitscher.
Zur Dämmerung dann ein lautes Spektakel. Hunderte von Mönchssittichen haben auf den Bäumen rings um uns herum ihren Schlafplatz aufgesucht. Welch ein Gekreische. Ab 22 Uhr war nur noch ein leises Geplauder zu hören.
08.02.2026
Als erstes ging es in einen Supermarkt, den leeren Kühlschrank füllen. Es ist zwar Sonntag, aber die Supermärkte haben offen, und, das Angebot wird gut angenommen. Die Schlange an der Kasse war schon beachtlich. Wobei hier alle die zahlen wollen in einer Schlange stehen, der erste geht dann zur nächsten freien Kasse. Man muss isch also nicht ärgern, in der falschen (langsamen) Schlange zu stehen.-)
In Uruguay waren die Straßen toll, aber heute in Argentinien sind auf den Autobahnen so viele, teils tiefe Schlaglöcher auf den Betonstraßen. Aber auch die Straßen mit Asphalt hatten am rechten Rand tiefe Kuhlen, der Teer wölbte sich an der Seite. Entspannend zu fahren war das nun wahrhaftig nicht. Das passte wieder zu unserer Afrika Erfahrung, lieber eine gut gepflegt Gravelroad als ne schlechte Teerstrasse.-)
Die Landschaft war etwas langweilig, Maisfelder in grün oder schon trocken, Weiden mit Rindern und wenige Pferde.
Im Ort "San Miguel del Monte" wollten wir auf einem Campingplatz übernachten, der nahm heute nur noch Tagesgäste an, die picknicken und grillen wollen. Ab morgen hat er zu und er nimmt keine Übernachtung an. Beim Weiterfahren haben wir einen Blick auf das Gelände werfen können, da wäre nun wirklich kein Platz für uns gewesen. So viele geparkte Autos und noch mehr Menschen an den Grilltischen.
Nur 1 Kilometer weiter fanden wir direkt an der Lagune des Ortes einen Platz für die Nacht. Toller Platz!
An der Straße stand ein Hinweisschild, das vor Wildtiere (Animales silvestres) warnte. Leider haben wir nur ein schwimmendes Capybara (Wasserschwein) gesehen.
Den Sonnenuntergang wollten viele sehen, er war heute besonders schön. Das war dann echt entspannt, mit nem Bier neben dem Heim den Abend ausklingen zu lassen. Und, gegen 22:00 war es dann schon ziemlich leer und recht ruhig.
07.02.2026
Heute geht unsere Südamerika Tour nun wirklich los. Kurz nach 10 Uhr haben wir den Campingplatz in Richtung Grenze Uruguay/Argentinien verlassen. Bis dahin waren es 340 km. Die Straßen waren gut, recht wenig Verkehr und so kamen wir gegen 15:20 Uhr an die Grenze bei "Fray Bentos". Es gibt nur einen Grenzbeamten für beide Länder, man kann im Auto sitzen bleiben und niemand wollte in unser Heim/unseren Kühlschrank sehen. Aber, wir hatten ja noch das Thema Zolldokument für das Heim. Das Fahrzeug wird ja in jedem Land temporär importiert (und bei der Ausreise dann wieder exportiert). Das war dann im einfachen Standardablauf nicht enthalten. Also am Ende doch noch an die Seite fahren, zum argentinischen Zoll für das Importdokument und zum uruguayarischen für das Abstempeln des Exports. Aber auch das ging fix und recht unbürokratisch. Nach nur 30 Minuten war alles ganz entspannt erledigt. Mal sehen, wie die anderen Grenzübergänge so sind (im Süden von Argentinien wechselt man häufiger nach Chile und wieder zurück).
Im nächsten Ort Gualeguaychu kauften wir dann Lebensmittel ein, denn unser Kühlschrank war vorsichtshalber leer geblieben, weil die Einfuhr von manchen Lebensmitteln verboten ist.
Dieser Ort hat einen Campingplatz und wir stellten uns dort auf die Wiese für eine Nacht. Morgen geht's in mehreren Tagesetappen (etwa 1.200 km) weiter südlich bis zu einer Stelle an der Küste, wo es eine große Kolonie von Seelöwen geben soll.
Am Abend haben wir noch viele Vögel beobachten können: Schwefelmaskentyrann (gelber Bauch), Mönchssittiche und den Rotschopftangare. Schon toll, was es hier an uns bis dahin unbekannten Vögeln gibt.
06.02.2026
Nur wenige Kilometer waren es bis zum Ort Atlantida und wir konnten bei einer "Ferreteria", einem Baumarkt, eine neue Armatur kaufen. Die hat Uli dann auf dem Campingplatz innerhalb von 10 Minuten gewechselt. Jetzt ist wieder alles dicht.
Auch sämtliche Dinge sind wieder aus den Kisten an ihrem angestammten Platz. Wir sind nun bereit, loszufahren.
05.02.2026
Um unser Heim richtig nutzen zu können, hatten wir einiges zu erledigen: Gastank füllen lassen. Das ist in Uruguay eigentlich nicht erlaubt. Aber in Montevideo gibt es eine Gashandlung, die das trotzdem macht. Und dort waren wir und der Typ wusste, was er zu tun hat. Denn zuerst musste ja der Stickstoff aus dem Gastank, anschließend das Gas hinein. Nur 20 Minuten hat er dafür gebraucht. Perfekt.
Dann mussten wir Diesel tanken und Lebensmittel einkaufen. Anschließend fuhren wir zu einem Campingplatz, wo wir auch Frischwasser tanken konnten. Da noch so einiges in Kisten in der Garage verstaut ist, bleiben wir hier 2 Nächte, um das in Ruhe einzuräumen.
Nachdem wir die Wasserpumpe eingeschaltet hatten, tropfte in unserer Dusche der Wasserhahn ständig. Da müssen wir morgen eine Lösung finden.
04.02.2026
Vormittags warteten wir gespannt, ob sich der Agent meldet. Den haben wir engagiert, damit er uns bei der Abwicklung der Formalitäten und der Abholung unseres Heimes aus dem Hafen hilft.
Wir hatten Glück und um 14:30 Uhr betraten wir das Hafengelände, wobei nur Uli als Fahrzeughalter noch weiter zum Wohnmobil durfte. Martina saß mit vielen anderen Frauen (denn es wurden 13 Fahrzeuge abgeholt) derweil im Wartebereich. Das Ganze zog sich unglaublich in die Länge, zumal es nur einen Hafenmitarbeiter für alle gab. Dann sprangen gleich mehrere Autos nicht mehr an, Uli gab mehrfach Starthilfe. Irgendwann war es dann soweit, nur noch durch den Zoll und das TIP. Ein TIP (Temporary Import Permit) ist eine vorübergehende Einfuhrgenehmigung für ein Fahrzeug, das nach der Reise wieder ausgeführt wird. Kurz nach 18 Uhr waren alle Dokumente vorhanden und wir fuhren aus dem Hafen zum Hotel. Dort durften wir direkt vor dem Eingang parken. Diesmal hatten wir Glück und unser Wohnmobil hatte weder einen Schaden noch wurden uns Dinge entwendet.
Hurra!!!! Morgen ist das Leben im Hotel vorbei, wir freuen uns schon auf das Reisen durch Südamerika im eigenen Heim.
03.02.2026
13:50 Uhr. Eine schöne Uhrzeit. Von unserem Fenster im Hotel (im 18. Stockwerk) hatten wir einen guten Blick auf den Hafen und "unser" Schiff und konnten sogar perfekt das Entladen beobachten. Das taten wir den ganzen Vormittag bis zu eben diesem Zeitpunkt, an dem unser Heim auf südamerikanischen Boden (aus eigener Kraft) rollte. Ob alles ok ist, wird sich beim Abholen zeigen.
Hinter dem Hafenbecken gibt es einen Schiffsfriedhof, etwas merkwürdig. Ist wohl aber billiger, die Schiffe dort verrotten zu lassen als abzuwracken.
Nachdem nun unser Heim sicher an Land war, konnten wir die Stadt weiter erkunden.
Unser Hotel liegt am "Plaza Independencia", dem zentralen und größten Platz in Montevideo. Um den Platz sind zahlreiche historische und prägende Bauwerke angesiedelt. In der Mitte des mit Palmen bepflanzten Platzes befindet sich seit 1924 eine 17 Meter hohe und 30 Tonnen schwere Reiter-Statue, die den uruguayischen Nationalhelden José Gervasio Artigas (1764-1850) zeigt. Er wird auch als „Vater der Unabhängigkeit Uruguays“ bezeichnet.
An der Kreuzung "Plaza Independencia/Avenida 18 de Julio" liegt das im Oktober 1928 eingeweihte "Palacio Salvo". Der vom selben Architekten geplante, aber etwas kleinere Palacio Barolo in Buenos Aires (nur 100 Meter hoch, 1923 fertiggestellt) diente als Vorbild für das zu seiner Zeit viel kritisierte, prunkvolle Hochhaus. Es hat eine Höhe von 105 Metern und war bis 1935 das höchste Gebäude Südamerikas.
Die "Avenida 18 de Julio" ist eine der wichtigsten Straßen in Montevideo. Der Name der Straße geht auf den Tag der Verabschiedung der ersten Verfassung im Rahmen der Unabhängigkeit Uruguays am 18. Juli 1830 zurück. Sie ist etwa 3 km lang und wegen der Supermärkte, Banken, Restaurants, Galerien und Geschäften aller Art bildet sie die Haupteinkaufsstraße. Uns sind tagsüber schon die vielen Dekorationen über der Straße aufgefallen, ein Taxifahrer erklärte, dass es wegen des Karnevals ist. Am Abend sind wir die Straße entlanggegangen und haben uns das Ganze mit Beleuchtung angesehen. Macht schon ordentlich was her.
Vorher haben wir noch unsere Wäsche von einer Wäscherei abgeholt. Bezahlt haben wir 600 Uruguayische Pesos, umgerechnet etwa € 13,-. Alternativ hätten wir sie auch im Hotel zum Waschen geben können, da hätte es dann € 150,- gekostet. Da waren wir dann doch geizig ;-)
02.02.2026
Unser erster Tag in Montevideo war erst einmal von „Behördengängen“ geprägt. Als erstes haben wir uns bei der Einwanderungsbehörde eine Einreisebestätigung geholt. Diese brauchen wir, um das Heim aus dem Hafen zu bekommen. Danach ging es zu unserem Agenten vor Ort, der bei den Prozessen mit Zoll und Hafen hilft und anschließend sind wir dann noch zur Behörde für die Autobahnmaut gegangen. In Uruguay ist auf einigen Straßen eine Maut zu zahlen. Dazu muss das Fahrzeug bei der Mautbehörde registriert sein, dann werden die Mautgebühren entsprechend abgebucht. Klingt ganz einfach, war aber doch etwas aufwendiger. Selbst konnten wir unser Heim im Internet nicht registrieren. Das System war der Meinung, das Nummernschild vom Heim ist in Deutschland nicht zulässig. Wir hatten aber den Tipp bekommen, dass man die Registrierung auch schon in einem Büro in Montevideo erledigen kann und nicht beim ersten Büro einer Mautstelle an der Straße. Daher also persönlich los. Das Büro war dann das Callcenter, in dem viele Mitarbeiter Anrufe in Bezug auf die Maut annahmen, aber netterweise haben sie uns auch geholfen. Hier waren wir dann doch schnell mit unserem Spanisch am Ende und der Google-Übersetzer musste helfen. Nach etwa einer Stunde hatten wir dann den Barcode für das Heim, ein Mautpaket für die nächsten zwei Wochen bezahlt und einen Internetzugang zu unserem Account.
Danach bis zum Geschäft von "Manos del Uruguay" (Hände von Uruguay) gelaufen. Auf deren Webseite heißt es: "Manos del Uruguay ist ein zertifiziertes Fair Trade Projekt, welches Frauen auf dem Lande ein Einkommen sichert. Das ungefärbte Garn wird in die Dörfer zu den Frauen der Kooperative gefahren und dort von Hand in Kesselgrößen von maximal 3 Kilo gefärbt." Vorwiegend wird in diesem Geschäft aber Kleidung verkauft, die Wollregale nahmen nur einen kleinen Platz ein. Es gab verschiedene Wollstärken, meist sehr dick, auch das Sockengarn, und die vorhandenen Farben in dünnerem Garn gefielen nicht. Also kein Wollkauf in Uruguay.
In der Markthalle gab es neben netten Souvenirläden (Mategefäße, Lederwaren) auch zahlreiche Restaurants. Alle (!) hatten Fleisch und Wurst auf dem großen Grill. Interessant zu sehen, aber am Abend waren wir in einer Brauerei mit ebenfalls auf ihr Wohnmobil wartenden Leuten zum Essen verabredet. Es war ein sehr netter Abend, bei warmen Temperaturen konnten wir draußen das leckere Bier/Essen genießen.
01.02.2026
Noch ein letztes Mal sind wir ins "Ol'days" zum Frühstücken gegangen. Das hat uns dort am besten geschmeckt und so aßen wir nochmals Joghurt mit Obst und Avocado-Toast. Danach packten wir die Reisetaschen und um 14 Uhr ging's dann zur Fähre, die uns nach Montevideo in Uruguay brachte.
Wir waren überrascht, wie voll die Fähre war. Mit etwas Verspätung sind wir dann um 19:30 in Montevideo angekommen und hatten nur noch einen kurzen Weg ins Hotel.
Im Januar waren wir in Argentinien



























































































































































































































































