Aktuelle Route
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Tourdarstellung: MapOut
31.01.2026
Am heutigen Samstag haben wir eine Tour nach "Tigre" gebucht. Tigre ist eine Stadt etwa 30 km nördlich von Buenos Aires und ist auf dem Land- und Wasserweg zu erreichen. Tigre grenzt direkt an das Delta des "Rio Paraná", der etwa zehn Kilometer von der Stadt entfernt in den Río de la Plata mündet. Dieser Umstand hat Tigre zu einem beliebten Naherholungsgebiet für die Einwohner von Buenos Aires gemacht.
Der Name "Tigre" (Tiger) beruht auf einem Missverständnis: Tiger haben nie in Argentinien gelebt, sondern Jaguare. Diese wurden von den Spaniern irrtümlich für Tiger gehalten und gaben so Stadt und Delta ihren Namen.
Unsere Tour begann im Hafen von Buenos Aires und mit einem Katamaran sind wir zuerst auf dem Rio de la Plata gefahren. Schlammbraun ist die Farbe des Wassers wegen der vielen Sedimente. Die Skyline von Buenos Aires lag links von uns und nach einer Stunde erreichten wir das Delta. Eine breite Wasserstraße führt erst zwischen Stelzenhäusern hindurch und später entlang von gepflegten Grundstücken mit Zugängen auf Stelzen. Das hatten wir so nicht erwartet, sondern eher schmal und naturbelassen und nicht mit Restaurants und Ferienhäusern. Jedenfalls werden die Labyrinthe aus Flüssen für alle Arten von Wassersport genutzt (Kanu, Wasserski, Jetski). Lange flache Schiffe, die recht flott unterwegs sind, werden als Bus/Taxi genutzt, das Gepäck liegt oben auf dem Dach. Scheint zu funktionieren, nichts fliegt ins Wasser. Auch "Supermarktschiffe" sind unterwegs und beliefern die Restaurants.
Nachdem wir in Tigre ankamen gab es erst einen kleinen Snack (Empanadas für uns, leckerer als beim ersten Versuch) und dann ging es zum "Puerto de Frutos" (Fruchthafen): Ein beliebter Markt in der Stadt Tigre. Da bummelten wir entlang und waren überrascht von den vielfältigen Waren die dort angeboten werden. Natürlich Souvenirs aber auch Kunsthandwerk, Haushaltswaren, Möbel und andere dekorative Gegenstände. Was auch immer man will, hier wird man es finden. Ach ja, einen einzigen Stand mit Obst gab es auch.
Anschließend ging es von dem Markt mit einem Kleinbus vorbei am Vergnügungspark "Parque de la Costa", dem größten in Südamerika. Ein kurzer Stopp noch beim wunderschönen Museum "Museo de Arte Tigre", das wir nur von außen gesehen haben. Über die Autobahn ging dann direkt bis vor unsere Unterkunft im Hafen Madero. Dieser Ausflug nach Tigre war ein gelungener Abschluss unseres 3-wöchigen Aufenthaltes in Buenos Aires.
28.-30.01.2026.
Nachdem wir die letzten Tage so viel unternommen und gesehen haben, machen wir mal Pause. Nur mal um das Hafenbecken gehen um Frühstück/Mittag zu essen und abends eine zweite Runde für unser Eis. Wir planten schon mal die ersten Tage mit dem Heim, dass soll ja am 1.2.26 in Montevideo ankommen. Die Fähre von Buenos Aires nach Montevideo haben wir für den 01.02. nachmittags gebucht, so ganz glauben wir den 1.2. als Ankunftstermin noch nicht, und selbst wenn der klappen sollte dauert es meist noch 2-3 Tage bis die Fahrzeuge dann aus dem Hafen kommen.
Abends geht es auf der „Puente de la Mujer“, der Frauenbrücke, durchaus turbulent zu. Viele Fotografen bieten ihre Dienste an, Leute mit Mate und Thermoskanne sind unterwegs und wir schauten einem Paar beim Tango tanzen zu.
In der Dunkelheit genießen wir den Blick von unserem Balkon, ist zwar laut wegen der laufenden Klimageräte, aber die Aussicht ist einfach grandios.
27.01.2026
Die "Galería Güemes" ist eine überdachte 116 Meter lange Einkaufspassage, die die Straßen "Florida" und "San Martin" verbindet. Sie wurde 1915 eingeweiht und hat 14 Stockwerke mit vielen technischen Fortschritten für die damalige Zeit. Es gab eine Vielzahl von Funktionen in seinem Inneren: ein Theater, ein Kabarett und ein unterirdisches Restaurant, Wohnungen über der Calle Florida, Büros über San Martin und ganz oben ein weiteres Restaurant mit einer Aussichtsplattform. Eine Zeit lang hatte der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupery, der Autor von "Der kleine Prinz" hier eine Wohnung.
Die Architektur ist eine Mischung aus Jugendstil, Gotik und Neoklassizismus mit schönen Marmorsäulen und Glaskuppeln. Mit einem der alten Fahrstühle sind wir in den 14. Stock gefahren und haben uns ein Ticket für den Besuch der Aussichtsplattform gekauft. Zwei weitere Etagen ging es dann über eine Wendeltreppe hinauf. Leider war gegen Mittag die Sicht etwas getrübt, den Fluß Rio de la Plata konnte man gerade noch erkennen. Die von unten toll aussehenden Kuppeln und auch die Hausdächer lassen eine starke Beeinflussung durch das Klima und den Feinstaub erkennen. So manches müsste renoviert werden, es fehlt den Argentiniern aber das Geld dazu. Von oben sieht man auch die vielen Ausseneinheiten der Klimaanlagen, die für ein ständiges Dauerrauschen sorgen (je größer, desto mehr Krach!). Aber ohne die Klimaanlagen wäre es in manchen Gebäuden einfach zu heiß.
Anschließend haben wir das "La Confitería Ideal" besucht, ein Café /Restaurant, bekannt für seine Innenausstattung, seine Architektur ist ein Beispiel für die Belle Époque. Eine Kuppel, die aus 60 Buntglasscheiben besteht, überspannt die Mitte des Gebäudes. Es wurde 1912 gegründet, war zwischendurch ein Tanzpalast, schloss aber 2017 seine Türen. Bis November 2022 wurden die mehr als zweitausend Quadratmeter des Gebäudes renoviert und sein historisches Ambiente wiederhergestellt, die Kronleuchter und Wandleuchten waren von der originalen Einrichtung noch erhalten.
Wir haben dort gegessen, die Inneneinrichtung war sehr sehenswert, aber von der Qualität der Speisen waren wir nicht so angetan. Nun ja, anschließend gab es noch ein Eis von unserem Lieblings-Eisladen Lucciano's.
26.01.2026
Während unseres Aufenthaltes in Buenos Aires sind uns die vielen Einheimischen mit Thermoskanne und einem Trinkgefäß aufgefallen. Die Mate-Tradition wollten wir kennenlernen und haben uns für einen Kurs angemeldet. Da haben wir einiges über Mate-Tee (spanisch: Yerba-Mate) erfahren. Mate heißt sowohl der Tee als auch das Trinkgefäß, das ursprünglich aus einer Kalebasse hergestellt wurde. Der Matebaum (Ilex paraguariensis) wächst in Argentinien nur im äußersten Nordosten, nach vier Jahren erfolgt die erste Ernte im südamerikanischen Winter (Mai–September), dabei werden ganze Äste, optimal mit etwa zweijährigen Blättern besetzt, abgeschlagen. Dies wird zerkleinert und getrocknet. Die meisten Sorten enthalten neben den Blättern auch die kleineren Äste und Tee-Puder. Aus Uruguay kommt ein Mate, von dem Fußballer Lionel Messie beworben, der keine Äste enthält. Mate ist sehr koffeinhaltig und enthält Vitamine und Spurenelemente.
Dann durften wir uns einen Mate zubereiten. Erst gibt man die zerkleinerten Blätter (Yerba) zu etwa 3/4 in das Gefäß, schüttelt es etwas und stellt es schräg. Etwas kaltes Wasser wird aufgegossen, stellt es gerade und schiebt einen Trinkhalm aus Metall, der am unteren Ende ein Sieb hat, schräg hinein. Der sogenannte Bombilla sollte ab da an nicht mehr bewegt werden. Aufgegossen wird nun entlang des Trinkrohres mit 70 bis 85 °C heißem Wasser. Der Aufguss kann viele Male wiederholt werden. Dazu wird das Aufgusswasser – besonders im Freien oder auf Reisen – oft in den allgegenwärtigen Thermosflaschen heißgehalten. Wenn beim Trinken die Flüssigkeit geschmacklos ist, muss das Yerba ausgetauscht werden.
Das Aroma von Mate ist rauchig-erdig und etwas süß-säuerlich nach verwelktem Blatt, der fruchtig-bittere Geschmack wird in einigen Regionen wie Argentinien auch oft mit verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten. Im Handel gibt es losen Yerba und auch Teebeutel zu kaufen. Wir haben unterschiedliche Sorten getestet, Martina fand die mit Pomelo-Aroma angereicherte Mischung lecker, Uli schwärmt für den Mate aus Uruguay (80% Blätter, 20% Teepuder).
Anschließend haben wir noch die Süßigkeit "Alfajores" hergestellt: zwischen 2 Keksen aus Mürbeteig wird "Dulce de leche" (eine Karamellcreme, wörtlich: Süßes aus Milch)) gegeben, etwas zusammendrücken und die herausquellende Masse in Kokosraspeln rollen. Fertig. Einfach zu machen und sehr süß (so wie die Argentinier es mögen).
Das war ein toller Kurs. Sollte jeder machen!
In dem Shoppingcenter "Galerías Pacífico" haben uns weniger die zahlreichen Geschäfte interessiert, sondern vielmehr die berühmten Wandmalereien, die 1945-1947 an der Innenwand der Kuppel von mehreren der prominentesten argentinischen Maler angefertigt wurden. Diese Wandmalereien gelten als eines der wichtigsten in der Wandkunst Argentiniens, da sie nicht nur dekorativ sind, sondern aufgrund der großen Vielfalt an Themen, die sie behandeln, einen großen Wert bieten, wie zum Beispiel: argentinische Geschichte und Kultur, Kunst und Kreativität, Arbeit, Natur, nationale Identität sowie soziale, politische Werte und verschiedene Allegorien.
Auf unserem Weg in die Unterkunft probierten wir Empanadas, Teigtaschen jeweils gefüllt mit Thunfisch, Hackfleisch, Mais und Huhn.
Außerdem kamen wir an einem Denkmal für Juana Azurduy (1780-1862) vorbei, sie war eine lateinamerikanische Guerilla-Führerin im Kampf gegen die Spanier und gilt als eine der berühmtesten Freiheitskämpferin der Südamerikanischen Freiheitskriege. Das Denkmal steht direkt vor dem 1928 gebauten zentralen Postamt, das auch noch bis 2002 so genutzt wurde. Nach einem Umbau wurde es 2015 zu einem Kulturzentrum mit dem heutigen Namen "Libertad Palace, Domingo Faustino Sarmiento Cultural Center".
Was uns auch aufgefallen ist, wir bisher nur aus London kannten, die Leute stehen ordentlich in einer Reihe für den Bus an.
Die Außentemperatur lag gemäß Wetterbericht bei gefühlten 40 Grad und wir freuten uns auf unsere durch die Klimaanlage gekühlte Wohnung.
25.01.2026
Bei allerschönstem Sonnenschein und etwa 35 Grad sind wir heute in den Stadtteil "San Telmo" mit den vielen Altbauten aus dem 19. Jahrhundert. Sonntags findet rund um den zentralen "Plaza Dorrego" ein großer Antiquitätenmarkt, die "Feria de San Pedro Telmo“, statt. Viele Straßen sind für den Autoverkehr gesperrt, lange Reihen von Verkaufsständen säumen die Straßen und viele Leute bummeln durch die Straßen.
Ein in den 1870er Jahren erbautes Haus, Casa de los Ezeiza, ist ein typisches zweistöckiges Gebäude mit 3 Innenhöfen, zwei Treppen verbinden die Etagen. In den 1980er Jahren wird es zur Passage "Pasaje de Defensa" umgestaltet und beherbergt nun eine Reihe von kleinen Cafés und Secondhandläden.
Nach einem Mittagessen in der Markthalle bei "Je suis Raclette" mit echtem Schweizer Raclette Käse bummelten wir weiter bis zur Bank von Mafalda. Das Mädchen ist eine Comicfigur des argentinischen Zeichners Quino. Sie ist sehr altklug und stammt aus der bürgerlichen Mittelschicht Argentiniens (im ersten Band ist sie noch nicht eingeschult, also etwa 5 Jahre alt, im letzten ca. 8 Jahre). Sie tritt für den Weltfrieden, Gerechtigkeit, Demokratie und die Frauenbewegung ein und ist weltanschaulich immer ein Stück schlauer als ihre Eltern. Mafalda liebt die Beatles und hasst Suppe. Der erste Comic Strip erschien erstmals am 29. September 1964 in einer Zeitung, 1973 wurden die Mafalda-Folgen eingestellt. Später wurden die Geschichten in 11 Comicheften publiziert und in mindestens 26 Sprachen übersetzt. Mafalda ist uns schon an vielen Orten hier in Buenos Aires begegnet, die Souvenirläden führen diverse Artikel mit ihrem Bild.
Wir kamen am Kloster Santo Domingo vorbei, die Dominikaner sind seit 1606 in diesem Bereich ansässig, das heutige Kirchengebäude wurde 1751 errichtet. Das Kloster war ein zentraler Ort während der britischen Invasionen (1806-1807). An den Mauern sind noch Einschusslöcher/ Kanonenkugeln aus diesen Kämpfen zu finden. Vor der Kirche befindet sich das Mausoleum des Generals Manuel Belgrano (1770-1820), er entwarf die weiß-blaue Flagge Argentiniens.
Kurze Rast bei den Comicfiguren "Diógenes y el Linyera“ des uruguayischen Karikaturisten Tabare (1948-2023). Diógenes ist der Hund und Linyera ist ein Vagabund. Auf dem Platz steht auch das Denkmal für Juan Domingo Perón(1895-1974), einer der prägenden Politiker seines Landes im 20. Jahrhundert.
Rückkehr in die Unterkunft, packen der Reisetaschen und wir sind innerhalb des Hafenviertels in eine andere Wohnung gezogen. Nun haben wir einen Blick auf die Skyline hinter dem Hafenbecken.
24.01.2026
Für den heutigen Abend haben wir uns ein schönes Erlebnis ausgesucht: Wir waren im "Café de los Angelitos", einem bekannten Restaurant mit hervorragender argentinischer Küche. Dort wird nicht nur ein feines Essen serviert, sondern es gibt auch eine Tango Show. Wir hatten uns, weil morgen unser 35. Hochzeitstag ist, ein VIP Ticket gegönnt, das auch die Abholung mit einem Chauffeur beinhaltet. Das Beste war jedoch der perfekte Blick auf die Bühne. Das servierte Menü, insbesondere das Steak, war unglaublich lecker. Erwähnenswert ist auch der argentinische Wein "Pr1mus" aus der Kellerei Salentein.
Die Tango Show begann etwa um 22 Uhr und dauerte eine gute Stunde. Auf der Bühne wirbelten bis zu 10 Tänzerinnen und Tänzer, 5 Musiker teilten sich einen kleinen Bereich oberhalb der Bühne.
Bereits ab 1890 war der Tango fester Bestandteil der Volkskultur am Río de la Plata geworden. Doch in der Oberschicht galt er aufgrund seines Ursprungs in den Einwanderervierteln und Bordellen auch weiterhin als Ausdruck von Verkommenheit, Zweideutigkeit und Hoffnungslosigkeit.
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg gelang dem Tango endgültig der Sprung über den Atlantik die Salons und Bars. Während man in Europa dem neuen Tanz mit gemischten Gefühlen gegenüberstand, wurde der Tango in Paris zum erfolgreichen Modetanz.
Mit der Akzeptanz in Paris, das auch in Buenos Aires als modisches Vorbild galt, wurde der Tango auch von der argentinischen Oberschicht akzeptiert.
Ab dem Jahr 1917 wurde der gesungene Tango mit seinen deutlichen (und auch sozialkritischen) Texten für das breite Publikum immer wichtiger.
Die Zeit zwischen 1935 und 1955 wird als das Goldene Zeitalter des Tangos bezeichnet. Die Menschen besaßen genügend Geld, um sich am Wochenende zu vergnügen, und in jedem Viertel entstanden neue Tangoorchester.
Es gibt so viele Varianten des Tangos, welche wir auf der Bühne sahen, wissen wir nicht, aber es ist beeindruckend, mit welchem Tempo die Schritte ausgeführt werden.
Nach diesem wunderbaren Abend wurden wir von einem Chauffeur wieder zurück in unsere Unterkunft gebracht.
23.01.2026
Gestern Abend kamen wir mit der Bustour an einem Naturschutzgebiet vorbei, das für Vogelfreunde reizvoll sein soll. Das "Reserva Ecológica Costanera Sur" ist ein 350 Hektar großes Flachlandgebiet am Ufer des Rio de Plata. Das haben wir heute erkundet und waren doch ein bisschen enttäuscht. Breite staubige Wege (ja klar, die Feuerwehr muss im Notfall mit ihren Fahrzeugen durch), zwar wirklich viel Grün, viele Tafeln (leicht verwittert) mit spanischen Erklärungen, aber alle Wege in der Sonne. Auf einer der wenigen schattigen Sitzbänke am Rio de Plata verschnauften wir und hatten das Glück, sowohl die Nationalblume Argentiniens zu entdecken, als auch einen Kolibri in schnellem Flug. In den Feuchtgebieten ist die Nationalblume "Ceibo", Hahnensporn-Korallenbaum (Erythrina crista-galli) oft zu finden. Er blüht von Oktober bis April mit korallenroten Blüten, die Blütenstände erreichen bis zu 30 cm Länge.
Das Reservat wird gern von den Einheimschen als Naherholungsgebiet genutzt, zumal es auch einen Badestrand am schlammgrauen Rio de Plata gibt.
Erst wieder in der Lagune im Eingangsbereich haben wir weitere interessante Vögel gesehen, den Halsband-Wehrvogel und den kleinen gelben Safrangilbtangare.
Unsere täglichen Schritte haben wir mehr als erfüllt, 10 km zu Fuß haben wir heute zurückgelegt.
22.01.2026
Mit einem "Hop on - Hop off" Bus haben wir heute eine große Runde durch Buenos Aires unternommen. Das Tolle ist ja, das man bei dieser Art der Stadtbesichtigung die Möglichkeit hat, bei jeder Haltestelle auszusteigen, sich die Umgebung anschauen kann und dann fährt man mit dem nächsten Bus einfach weiter auf der Runde. 25 Stationen hatte unsere Linie, die Rundtour dauert (ohne Aussteigen) fast 4 Stunden. Informationen über die Sehenswürdigkeiten erhält man auf deutsch (oder anderen Sprachen) über Ohrstöpsel. Vieles haben wir gesehen, manches kannten wir schon, wie den Plaza de Mayo und die Gegend um den Rosengarten, aber die Perspektive aus dem Bus nochmal ganz anders. Am schönsten sind die Häuser auf den Ecken der Blocks gestaltet. Am rot-weißen Stadion des Fußballclubs "Club Atletico River Plate", an der Pferderennbahn "Hipodromo Argentina" sowie an der französische Botschaft mit ihrem Sitz in einem sehenswerten Haus mit Schieferkuppel. Danach fuhren wir auf der "Avenida 9 de Julio", die mit 140 Metern mit mehreren Fahrspuren die breiteste Straße ist, entlang (die Buslinien haben in der Mitte eigene Spuren). Für den Bau der Straße (geplant 1888, Baubeginn 1935, Teilstück-Einweihung 1937, komplett 1960) wurde eine komplette Reihe von Häuserblocks der im Schachbrettmuster angelegten Stadt abgerissen, daher entspricht die Gesamtbreite der drei Straßen zusammen der eines für Buenos Aires typischen Häuserblocks (ca. 110 Meter) zuzüglich der ihn flankierenden Straßen, und beträgt somit etwa 140 Meter. Als Fußgänger benötigt man für die Überquerung durchaus mal 2-3 Minuten.
An weitern Sehenswürdigkeiten kamen wir vorbei: das berühmte "Teatro Colón", der Obelisk, ein Denkmal für "Don Quijote" mit seinem Gaul Rosinante und hatten auch noch einen schönen Blick auf die Skyline.
Dann fuhren wir durch den ältesten Stadtteil "San Telmo", dieses Viertel ist vor allem durch seinen Tango bekannt. Sonntags gibts Antiquitätenmärkte und vieles drumherum, das Viertel werden wir dann mal die nächsten Tage besuchen. Bei der nächsten Haltestelle stiegen wir aus und erkundeten das Stadtviertel "La Boca", das Ende des 19. Jahrhunderts als Viertel italienischer Einwanderer (vorwiegend aus Genua) entstand. Sie waren meist als Industriearbeiter tätig. Ihre Häuschen bauten sie aus dem Blech abgewrackter Schiffe und haben sie anschließend mit Schiffslack bunt bemalt.
Bekannt ist La Boca auch für seine "Pralinenschachtel", das Stadion "La Bombonera" wird so genannt, weil es nur wenig Platz für das Fußballstadion gab und es sehr hohe Seitenwände hat (die Tribünen steigen steil an). Der Club Atlético Boca Juniors (kurz CABJ oder Boca Juniors) ist ein 1905 von den italienischen Einwanderern gegründeter Fußballverein. Im Jahr 1907 wurden die Klubfarben Blau und Gelb festgelegt. Zuvor soll es zwischen Boca und dem Stadtrivalen River Plate zu einem Entscheidungsspiel um die Farben Rot und Weiß gekommen sein, da beide diese Farben für sich beanspruchten. Boca verlor das Spiel und hat danach die heutigen Farben aufgrund eines schwedischen Schiffes, welches zu dieser Zeit in La Boca vor Anker lag, gewählt. Das berühmteste Clubmitglied war der Diego Maradona.
Das "Teatro Colon" hat seine vielen Kulissen zusammengetragen und wir haben uns die tollen Bauteile aus Styropor, perfekt bemalt, angeschaut. Schon beeindruckend, wie hoch so manche Säule ist.
Das Viertel La Boca zieht natürlich viele Touristen an, die Restaurants bieten neben Speisen auch eine Tango-Show von 2 Tänzern auf 2qm an. Wir bummelten nur ein wenig die Häuser entlang und fuhren dann die restliche Strecke wieder mit dem roten Bus.
21.01.2026
Heute sind wir innerhalb Buenos Aires umgezogen, nun haben wir eine Unterkunft in "Puerto Madero", dem alten Hafenviertel. Es wird nicht der letzte Wechsel vor der Fahrt nach Montevideo sein. "Unser" Schiff kreist schon seit 3 Tagen vor dem ersten Hafen Brasiliens und hat erst am 23.01. eine Einfahrtsberechtigung. Es kommt also wie befürchtet, die Häfen verzögern den Termin, an dem wir unser Heim bekommen. Wobei 5 Tage in einem Hafen dann doch deutlich mehr Verzögerung ist, als wir erwartet haben. Es kommen noch 4 Häfen auf der Route nach Montevideo, gemäß Informationen der Reederei soll es zwar am 31.01.2026 in Montevideo ankommen, aber, das einzige was da wohl sicher ist ist, dass es später als der 31.1. werden wird.
In dem neuen Appartement gibt es sogar eine Waschmaschine, die wir nutzen können, sind ja auch schon fast 2 Wochen unterwegs.
Im Hafenviertel gibt es viele Restaurants, wir sind heute mal in ein italienisches Restaurant gegangen. Die Pasta war sehr lecker und wir ziemlich satt.
Abends haben wir dann noch mal eine Runde im Viertel gemacht, es gab Eis und unseren ersten Rotwein in Buenos Aires. Das Eis war wieder echt lecker, und der Rotwein, nun ja. Er war rot und flüssig, Tourikneipe ist dann vielleicht doch nicht der richtige Ort für nen leckeren Roten.
20.01.2026
Nachdem uns die letzten zwei Tage unsere Erkältung ziemlich außer Gefecht gesetzt hat ging es heute dann mal wieder in die Stadt.
Zum Frühstücken fuhren wir in den Stadtteil Recoleta. In dem "El Ateneo Grand Splendid", einem ehemaligen Theater, befindet sich eine Buchhandlung. Auf der einstigen Bühne gibt es ein Café und man kann dort in einer schön gestalteten Theaterkulisse lecker speisen. Als wir ankamen wurde die Kulisse genial beleuchtet, ein Wechsel von Tag und Nacht wurde dargestellt. Der Lichtkegel eines Leuchtturms strahlte in der Nacht über die Kulisse, nach dem Sonnenaufgang flogen Schmetterlinge über die Landschaft. Das war wirklich supergemacht. Wir waren fasziniert, leider fand es während unserer Anwesenheit nur einmal statt.
Das 1919 eröffnete Theater wurde bereits in den späten 1920ern in ein Kino umgewandelt. Im Jahr 2000 wurden die Kinositze ausgebaut, die Buchhandlung zog ein. In den Logen kann man gemütlich sitzen und lesen, auch das restliche Ambiente einschließlich der Deckenmalereien wurde erhalten.
In der Buchhandlung suchten wir nach einem Buch über die Vögel in Südamerika, die vorhandenen entsprachen aber nicht unserer Vorstellung. In der Nähe unserer Sprachschule gibt es eine andere Buchhandlung, da hatten wir ein tolles Vogelbestimmungsbuch gesehen, es war uns eigentlich zu teuer, aber es ist das Ausführlichste. So fuhren wir für 0,79€ mit der U-Bahn zu der anderen Buchhandlung. Das Personal konnte sich sogar noch an uns erinnern. Ob es an unserem „super“ Spanisch lag, oder daran, dass es wohl nicht so viel Kundschaft mit Interesse an Büchern über Vögel gibt, wissen wir allerdings nicht.-)
Anschließend besuchten wir den Friedhof La Recoleta (Cementario de la Recoleta) der in einem der teuersten Wohn- und Geschäftsviertel von Buenos Aires liegt. Er wurde als erster öffentlicher Friedhof 1822 erbaut und im ehemaligen Obstgarten eines Klosters angelegt. In langen Reihen stehen die mit Marmor und Skulpturen verzierten prächtigen Mausoleen. Auf dem 5 Hektar großen Gelände wurden viele bekannte und wohlhabende Einwohner in Gewölben oder Mausoleen beerdigt. Zu den meistbesuchten Gräbern zählen Eva (Evita) Perón und Dr. Raul Alfonsin (1927–2009), erster demokratischer Präsident Argentiniens nach der Militärdiktatur. Über 90 der Mausoleen wurden zu nationalen historischen Denkmälern erklärt.
Der eiserne Mann trägt schwer an einem Ast des wohl größten Gummibaumes in Buenos Aires. Die Sitzbänke aus Beton stehen überall in der Stadt, Uli hat mal probehalber drauf Platz genommen, bequem ist was anderes.
Nach einem Essen und lecker Bier in der "Buller Brauerei" ging es mit dem Taxi zur Unterkunft zurück.
17.01.2026
Für unser Mittagessen gingen wir in die Pizzeria "Güerrin", eine Empfehlung einer unserer Spanisch-Lehrerinnen. Es roch schon sehr lecker und wir bestellten uns die Pizza Picante mit Jalapeños und Schinken. Die Menge an Käse, die auf unserer Pizza war, hätte locker für ein Käsefondue für 4 Personen gereicht. Uns war es zu viel.
Der Treffpunkt zur geführten Stadttour zu Fuß war die "Avenida de Mayo" (Mayo bedeutet Monat Mai), der erste Prachtboulevard Südamerikas. Dort befinden sich Jugenstilhäuser, teils noch mit wunderschönen Verzierungen. An einigen Häusern sind die Verzierungen schon vor längerem abgebrochen und aus Sicherheitsgründen wurde auch der Rest entfernt und die Fassade wurde geglättet (im spanischen wird der Ausdruck gebügelt verwendet). Ein besonders auffälliges Gebäude ist der "Palacio Barolo", 22 Stockwerke (100 Meter) hoch. Bei seiner Einweihung im Jahr 1923 war es das höchste Gebäude Südamerikas. Der italienische Geschäftsmann Luis Barolo hatte die Idee, dieses Bürohaus nach der "Göttlichen Komödie" des Schriftstellers Dante (1265-1321) als Hölle (deshalb auch die Drachen mit den Lampen im Eingangsbereich), Fegefeuer und Paradies zu gestalten. Es gibt einen Aussichtspunkt im 22. Stockwerk, 14 Etagen mit dem Fahrstuhl und dann noch weitere 8 Etagen zu Fuß. Unser Stadtführer Wim hat sich im 14. Stock ein Büro gemietet, so waren wir zwar nicht ganz oben, die Aussicht auf die Stadt war auch schon beeindruckend. Die Fahrstühle sind noch die ursprünglichen und weil es in der Hölle keine Ecken gibt, sind die Kabinen rund gestaltet.
Ein paar Stationen fuhren wir mit der U- Bahn (Subterráneos de Buenos Aires, kurz Subte genannt). Der erste Streckenabschnitt wurde 1913 eröffnet. Das Schienennetz ist durchgehend zweigleisig und vollständig unterirdisch. Sämtliche Linien werden im Regelbetrieb links befahren (englischer Einfluss).
Wir erreichten den "Plaza de Mayo" (Platz der Mai-Revolution), seit 1580 ist er das Herz der Stadt. Rund um den Platz befinden sich das alte Rathaus, die Nationalbank, Ministerien und die Kathedrale. Sie war der Sitz von Erzbischof Jorge Bergoglio, bevor er 2013 zum Papst Franziskus in den Vatikan gerufen wurde. Darin wurde 1878 das Grabmal für den argentinischen Freiheitskämpfer Jose de San Martin, geschaffen. Zwei Soldaten in schicker Uniform halten für mehrere Stunden Wache, bevor sie von anderen abgelöst werden.
An der Stirnseite des Platzes befindet sich die "Casa Rosada", das rosafarbenes Regierungsgebäude. Evita Perón hielt hier vom Balkon ihre leidenschaftlichen und kämpferischen Reden, bis 1955 dies Gebäude von einer Koalition aus Großgrundbesitzern, konservativer Kirche und Armee bombardiert wurde, 300 Verletzte, daraufhin trat Perón ab.
Nun erfuhren wir noch etwas über die "Desaparecidos" (die Verschwundenen). Es ist eine in vielen Ländern Mittel-und Südamerikas übliche Bezeichnung für Menschen, die von staatlichen oder quasi-staatlichen Sicherheitskräften heimlich verhaftet oder entführt und anschließend gefoltert und ermordet wurden.
Erstmals am 30.04.1977, kamen auf dem Plaza de Mayo eine Gruppe von Müttern zusammen, die eine Aufklärung über das Schicksal ihrer verschwundenen Kinder während der grausamen Militärdiktatur (von 1976-1983) forderten. Das aus Trauer und Protest getragene weiße Kopftuch der Mütter wurde zum bekannten Symbol ihres Widerstands und Kampfes für Gerechtigkeit. Jeden Donnerstag umrunden die "Madres de Plaza de Mayo" für eine halbe Stunde stumm den Platz, weil Proteste im Stehen seinerzeit verboten waren.
Den Obelisk, ein 1936 erbautes, 67,5 Meter hohes Denkmal, haben wir heute nur von weitem gesehen.
Wir gingen weiter durch das Viertel und die Bebauung änderte sich allmählich. Neben den alten Jugenstilhäusern tauchten verspiegelte Fassaden auf. Eine kleine Kirche wurde eingequetscht zwischen den neueren Gebäuden, an einer Straßenecke gibt es gleich drei Gebäude, die großen Kuppeln tragen. Die "Calle Florida" (gesprochen "Katsche Florida") ist eine berühmte Einkaufsstraße, Teile von ihr sind Fußgängerzone. Bekannt ist vor allem wegen ihrer informellen Geldwechsler, denn auf dem Schwarzmarkt erhält man mehr argentinische Pesos für die US-Dollar/Euros.
Im eher eleganten Stadtteil Retiro befindet sich das Palacio San Martin, das nach 4 Jahren Bauzeit 1909 für eine reiche Dame, Mercedes de Castellanos Anchorena, fertiggestellt wurde. 1936 erwarb die Bundesregierung das Gebäude und nutzte es bis 1993 als Außenministerium. Heute wird es vom Ministerium für festliche Empfänge genutzt.
Anschließend bummelten wir noch durch eine Straße mit Läden für das gut betuchte Publikum, mit z.B. Galerien, die nur an 2 Tagen in der Woche geöffnet haben. Hier sind nicht die üblichen Kioske und kleinen Supermärkte zu finden, die sonst in jedem einzelnen Block mehrfach vorkommen.
Unsere Tour endete in der Arroyo-Straße am Plaza Embajada de Israel, ein kleiner Platz mit Sitzbänken und Bäumen. Hier war die israelische Botschaft, die am 17.03.1992 Opfer eines Bombenanschlags mit 29 Toten und 242 Verletzten wurde.
13.01.-16.01.2026
Diese Woche gibt es noch nicht soviel zu berichten:
Unser Sprachunterricht wurde für die restlichen 4 Tage auf den Nachmittag ab 14 Uhr verlegt. Am Dienstag (13.01.) haben wir vorher noch ein große Runde durch verschiedene Wollläden gemacht. Ja, hier gibt es tatsächlich eine Straße, auf 1 km liegen etwa 10 Wollgeschäfte. Hauptsächlich werden Baumwoll- und Acrylgarn verkauft. Ein Geschäft hat Martina besonders gut gefallen, weil es dort auch Merinowolle aus Patagonien zu kaufen gibt. Es waren nur drei verschiedene Beigetöne da, die nächsten Tage sollen aber noch mehr Farben erhältlich sein. Da müssen wir dann noch mal hin. Anschließend gab es zur Erfrischung noch ein leckeres Eis.
Da wir uns eine fette Erkältung eingefangen haben (Klimaanlagen überall) verzichten wir vor dem Kurs auf Stadtbesichtigungen.
Am Freitag (16.01.) ging's noch mal zum Wollgeschäft. Das mit dem „es gibt dann mehr Farben“ stimmte nur so irgendwie. Es gibt jetzt deutlich mehr verschiedene Beigetöne.-) Zwei Stränge in Karamell dürfen nun mit uns reisen.
Die Woche in der Sprachschule ist vorüber. Die Dauer mit 4 Stunden am Stück ist ziemlich anstrengend gewesen. Die letzte Stunde war für uns jedesmal sehr zäh.
Aber wir fühlen uns jetzt sicherer und wissen, dass wir uns durchaus verständlich machen können.
12.01.2026
Etwa eine halbe Stunde zu Fuß brauchen wir bis zur Sprachschule, die heute um 10 Uhr begann. Der Unterricht war dann doch ganz schön anstrengend. Nur wir 2 und dann 4 Stunden konzentrierter Spanischunterricht.
Anschliessend war es schon Zeit für ein spätes Mittagessen und wir ließen uns zu einem Steakhaus am „Puerto Madero“, dem Madero-Hafen, bringen. Seit seiner Gründung hatte Buenos Aires das Problem, dass große Schiffe aufgrund der geringen Wassertiefe des Flusses nicht im Hafen, sondern weiter draußen auf Reede ankern mussten. Ladegut und Passagiere mussten auf Fähren an Land gebracht werden. Im Jahre 1882 wurde deshalb Eduardo Madero beauftragt, einen neuen Hafen zu bauen. Die Arbeiten begannen erst 1887 und als der Hafen endlich fertig war, gab es um 1900 bereits größere Schiffe, die diesen Hafen schon nicht mehr nutzen konnten. Ein neuer Hafen (Puerto Nuevo) an anderer Stelle (auch anderer Bauingenieur) musste her, der wurde zwar erst 1926 fertiggestellt, wird aber bis heute genutzt.
In den 1990er Jahren wurden mit Hilfe von in- und ausländischen Investoren aus den verfallenen Warenlagern des Madero-Hafens Wolkenkratzer für Wohnzwecke, Luxushotels und viele Restaurants siedelten sich an.
Nun zurück zu unserem Mittagessen: Erfrischend war die eisgekühlte Limonade aus Zitrone und Pfefferminz. Probieren mussten wir die gegrillte Chorizo und Morcilla, eine Blutwurst. War ok, würden wir aber nicht noch einmal bestellen. Das eine Steak war lecker, das andere eher wie eine Schuhsohle. Das hatten wir in Argentinien irgendwie anders erwartet.
Anschließend gingen wir am Hafenbecken entlang. Wir waren sehr überrascht, dass es um 18 Uhr immer noch so heiß ist. In der Sonne kaum auszuhalten. Ein Besuch in einer Eisdiele war unser Plan, aber da fing gerade ein Kindergeburtstag an und alle 30 Kinder brauchten ein Eis. Da das absehbar ziemlich lange dauern würde, sind wir ohne Eis gegangen.
Die "Puente de la Mujer", die Frauenbrücke, ist eine 170 Meter lange Fußgängerbrücke über das Hafenbecken. Das Design ist eine Synthese des Bildes eines Paares, das Tango tanzt. Die 2001 erbaute Brücke ist eine Drehbrücke, dabei sind die beiden Enden fest und der mittlere Teil dreht sich, nur 2 Minuten dauert dies. Da das Hafenbecken nicht mehr für die offizielle Schifffahrt benutzt wird, haben wir keine Drehung gesehen.
Die Brücke wurde von dem spanisch-schweizerischer Architekten Santiago Calatrava entworfen, der Geldgeber war der Geschäftsmann Alberto González. Da der Stahl, aus dem sie gebaut wurde, nicht in Argentinien hergestellt wird, kam er von einer Firma in Spanien.
Im Jahr 2022 wurde der Boden der Brücke zum ersten Mal renoviert, wobei synthetisches Holz verwendet wurde, ein Material, das aus ausgewählten Holzabfällen und recycelten Kunststoffen hergestellt wird (höhere Haltbarkeit und geringere Wartung).
11.01.2026
Noch kurz etwas zu Südamerika:
Südamerika ist mit einer Fläche von 17.843.000 km² die viertgrößte Kontinentalfläche der Erde. Es ist im Westen vom Pazifischen und im Osten vom Atlantischen Ozean umgeben. An der Westküste liegt mit den Anden die längste überseeische Gebirgskette der Erde (7.500 km von Venezuela bis zur Südspitze Patagoniens). Wir freuen uns darauf, die verschiedenen Länder Südamerikas zu erkunden, dabei Flora und Fauna zu entdecken, kulinarische Spezialitäten kennenzulernen und die hohen Berge zu bestaunen.
Unseren ersten Tag in Buenos Aires haben wir langsam angehen lassen und sind am späten Vormittag zum Frühstücken in ein Café gegangen. Dort haben uns einen Brunch mit Toast, Lachs-Bagel, Rührei und kleinen Pfannkuchen bestellt und waren davon den ganzen Tag lang satt.
Die Straßen im Zentrum von Buenos Aires sind schachbrettartig angelegt, die quadratischen Blöcke sind um die 100 Meter lang und die Hausnummern beginnen immer mit der vollen Hundert, es ist egal wie viele Häuser dort wirklich stehen. So ist es einfacher, ein bestimmtes Haus zu finden und auch die Distanz kann man gut einschätzen. Große Bäume spenden Schatten auf dem Fußweg, in vielen Straßen haben Fahrradfahrer einen gut gekennzeichneten Weg.
Auf dem Plaza Serrano findet Sonntags ein Kunsthandwerksmarkt statt und in den umliegenden Straßen gibt es viele Bars. Auffallend sind die vielen aufwändigen Malereien an den Gebäuden.
Vorbei ging es am "Monumento a La Carta Magna y las Cuatro Regiones Argentinas“ (Denkmal der Verfassung und der vier Regionen) und stellt die "Republik" mit der "Carta Magna" und vier Regionen Argentiniens (Plata, Pampa, Andes, Chaco) dar. Das 24,5 Meter hohe Wahrzeichen aus Mamor und Bronze wurde 1910 von der spanischen Gemeinde zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Argentiniens von Spanien gestiftet, deshalb wird es häufig auch nur "Monumento de los Españoles" (Monument der Spanier) genannt.
Danach kamen wir zum weitläufigen Park "Bosques de Palermo" mit verschiedenen (für Argentinien) exotischen Bäumen. Auf einer schattigen Bank sitzend konnten wir Mönchssittiche und einen Rotschopftangar (der war sehr schnell, deshalb nur ein unscharfes Foto) beobachten.
Wenige Meter weiter begann der Rosengarten, der wirklich schön angelegt ist. Leider stehen die Sitzbänke dort in der Sonne, nur unter dem riesigen Gummibaum war Schatten (aber da waren die Bänke belegt). Auf dem kleinen See tummelten sich die Treetboote und nach einer ausgiebigen Pause beschlossen wir, dass 10 km zu Fuß für den heutigen heißen Tag genug sind und haben uns dann mit einem Taxi zurück zur Unterkunft fahren lassen.
10.01.2026
Eigentlich war unsere Anreise nach Buenos Aires ganz einfach. Zug ohne Umsteigen bis Frankfurt, Flug nach Madrid, Weiterflug nach Buenos Aires, Taxi zur Unterkunft, fertig. Alles vorab gebucht, also ganz entspannt.
Es wurde dann doch ein bisschen spannender: Das Tief Elli hat Deutschland mit Winter versorgt, die Bahn stellte also viele Verbindungen (auch unsere gebuchte) ein, und auch die Flüge waren unsicher. Aber am Ende war es doch ganz ok, wir sind halt 3 Stunden früher mit der Bahn gefahren. Der Rest hat dann geklappt wie gedacht. Von daher, Glück gehabt und gerade nochmal vor dem extremen Wintereinbruch davon gekommen.
Aber nun, heute Vormittag, nach 11 Stunden 38 Minuten Flugzeit und 10.098 Kilometern sind wir in der Hauptstadt von Argentinien angekommen und liegen jetzt 4 Stunden hinter euch (Deutschland 16 Uhr = Argentinien 12 Uhr).
Buenos Aires liegt an der Ostküste Südamerikas am schlammbraunen Fluss "Rio de la Plata", einer trichterförmigen Mündung der Flüsse Rio Paraná und Rio Uruguay. Das Zentrum von Buenos Aires zählt rund 3 Mio. Einwohner, dazu kommen noch weitere 13 Mio. in den 24 Vorstädten. Jeder dritte Argentinier lebt hier und pendelt zum Arbeiten in das Zentrum, so kommt es morgens und abends zu einem Verkehrschaos. Glanz und Elend liegen dicht beieinander, so dass empfohlen wird, einige Viertel nicht zu besuchen.
Der wärmste Monat ist der Januar mit etwa durchschnittlich 28 Grad und so ist es für uns erstmal ein riesiger Unterschied zu den Temperaturen um den Gefrierpunkt in Deutschland. Heute waren es 20 Grad, bedeckt und etwas Regen.
Wir haben uns ein Appartement im sicheren Stadtviertel Palermo gemietet, liegt so ziemlich zentral, die Sprachschule können wir zu Fuß aufsuchen und so nach und nach werden wir die Stadt erkunden und berichten.
Heute haben wir dann noch eine kleine Runde gemacht. Etwas Geld getauscht, etwas gegessen und das erste sehr leckere Eis in Argentinien gegessen.
06.01.2026
Ein neues Jahr hat begonnen und unsere Reisepause endet demnächst. Der lang gehegte Traum, den südamerikanischen Kontinent mit unserem eigenen Heim zu bereisen, rückt in greifbare Nähe.
Zuvor ist noch einiges hinter den Kulissen passiert: Das Wohnmobil wurde in der hiesigen Werkstatt durchgecheckt und reisefertig gemacht. Am 17. Dezember 2025 haben wir es im Hamburger Hafen abgeben, damit es nach Montevideo in Uruguay verschifft werden kann.
Das Schiff hatten wir uns nach der Ankunftszeit in Montevideo ausgesucht, es sollte am 02.01.2026 dort ankommen. Leider ist das Schiff mittlerweile so verspätet, dass es den Hamburger Hafen erst am Abend des 04.01.2026 verlassen hat. Wir konnten es sogar kurz beim Auslaufen auf einer Webcam im Hafenbereich beobachten. Typischerweise dauert die Überfahrt etwa 22 Tage, wir sind gespannt, wann es nun wirklich ankommt.
Seit fast 1,5 Jahren erlernen wir Spanisch mit einem Online-Kurs, aber das argentinische Spanisch soll doch etwas anders sein. Deshalb haben wir uns für einen einwöchigen Intensivkurs in Buenos Aires / Argentinien angemeldet. Da können wir die Wartezeit auf unser Wohnmobil doch gleich sinnvoll verbringen. Wir sind schon sehr gespannt auf das, was uns dort erwartet.
Am 08.01. geht es los mit einer Zugfahrt nach Frankfurt, fliegen von dort dann über Madrid in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires, wo wir dann am 10.01.2026 ankommen werden. Der Sprachkurs dauert jeweils 4 Stunden, so dass wir (neben der Nachbereitung) auch Zeit haben, uns Buenos Aires anzusehen.
Vor Argentinien waren wir in Albanien


































































































































































































