Chile, April 2026

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Aktuelle Route 

 

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende

Tourdarstellung: MapOut


 

Weiter geht unsere Reise in Argentinien hier

 

 

30.04.2026

 

Wir haben "rüber gemacht": Also über die Anden von Chile nach Argentinien.

Die Ruta 60 führt über eine der eindrucksvollsten Serpentinenstrecken der Anden in Richtung Pass (Paso Los Libertadores). Es ging stetig bergauf, wir durchfuhren mehrere Galerien (Tunnel mit einer offenen Seite), dann kamen die zahlreichen Serpentinen. Bei der breiten, gut ausbauten Straße kein Problem, nehmen doch auch die LKWs diese Strecke. Über der Kurve 26 schwebt die Seilbahn, denn dieses Gebiet ist im chilenischen Winter ein beliebtes Skigebiet. 

Auf 3.185 Höhenmetern begann der 3 km lange "Tunel del Cristo Redentor" (Christus-Erlöser-Tunnel). Er wurde 1980 eingeweiht und dient seitdem als wichtiger Landweg zwischen Chile und Argentinien, obwohl er im Winter aufgrund von Schnee oder Erdrutschgefahr in der Regel gesperrt ist. Mittendrin im Tunnel dann, ganz unspektakulär nur mit zwei kleinen Schildern gekennzeichnet, befindet sich die Grenze beider Länder.

Bis zum Gebäude für die Grenzabwicklung für beide Länder waren es in Argentinien noch 17 km zu fahren, die Ein- und Ausreise dauerte nicht mal 30 Minuten. 

Danach gab es dann noch unseren ersten Kuss auf über 3.000 Meter.-)

Nun ist es die Ruta Nacional 7 (leider nicht mehr so gute Straßenqualität wie in Chile) auf der wir so ganz langsam die Höhenmeter verlieren. Dabei sahen wir den höchsten Berg der Anden, den Aconcagua (mit 6.959 Meter der höchste Amerikas). Die farbigen Hänge der Anden leuchteten im schönsten Sonnenschein. Die Auswahl der Fotos für den heutigen Blogeintrag fiel ziemlich schwer. 

In dem ersten Ort nach der Grenze, in Uspallata, suchten wir einen Supermarkt auf, denn über die Grenze darf man kein Obst/Gemüse mitnehmen (unsere Schubladen und der Kühlschrank wurden kontrolliert). Tja, was sollen wir sagen, ist doch ein Unterschied zu chilenischen Läden. Zum Glück gab es nebenan eine "Fruteria", da wurden wir mit Grapefruits, Orangen und Bananen fündig.

Nach weiteren 20 km fanden wir einen Platz für die Nacht (noch auf 1.635 Höhenmetern), der Fluss Mendoza rauscht nicht weit von uns.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


29.04.2026

 

Unsere Zeit im Hotel ist vorbei, wir fuhren mit dem Taxi zum Parkplatz am Flughafen. Wir fanden unser Heim genauso vor, wie wir es zurückgelassen hatten. Perfekt, für die vier Tage zahlten wir etwa 30€ Parkgebühren. 

Von Santiago de Chile ging es auf der Ruta 57 nach Norden, die Stadt Los Andes wird dabei weiträumig umfahren. Dann ein kurzer Stop im Supermarkt. Der gesuchte Pisco Favorit von der Verkostung fährt jetzt mit uns mit.-) Anschließend nahmen wir die Ruta 60 Richtung "Paso Internacional Los Libertadores", der sich noch in Chile befindet. In den kleinen Ortschaften entlang der Straße sind zur Reduzierung der Geschwindigkeit Bumps auf der Straße. Das war schon überall so. Aber hier findet es eine Erwähnung, weil sie auf dieser Strecke alle 50 Meter waren. Und manche sind sehr hoch und am schlimmsten, wenn man sie übersieht, weil die gelbe Farbe schon weg ist. Klar, es weisen vor jedem Bump mindesten 1-2 Schilder daraufhin, aber das war echt viel zu viel. 

Morgen wollen wir dann über die Grenze nach Argentinien. Aber auf dem Weg dahin haben wir in 1300 Metern Höhe unser Lager für die Nacht aufgeschlagen. 

 

 

 

 

 

 

 

 


28.04.2026

 

Heute begann unsere eigene Rundtour durch Santiago im Viertel "Barrio Italia". Ab den 1920er Jahren siedelten sich hier italienische Handwerker an. Künstler und Schreiner, schicke Designerläden und viele gemütliche Cafés und Restaurants. Im "Café de la Calendaria" machten wir eine kurze Pause mit einem Espresso. 

Auf dem Weg zum Barrio París Londres kamen wir an einer vielbefahren Straße entlang. Der Fußweg war recht schmal, weil die vielen Anbieter von Werkzeugen und Autobedarf auch einen Teil belegten.  

Im Barrio París Londres gibt es zwei kurze Straßen mit Kopfsteinpflaster. Dieses Viertel hat seinen eigenen Charme: Schöne alte, gut erhaltene Häuser und Bäume mit dunklen Blättern ergänzen die besondere Atmosphäre. 

Weiter gingen wir durch die Stadt, schauten uns die katholische Kirche "Iglesia de San Agustín" aus dem Jahre 1609 an. Sie ist die zweitälteste Kirche in Chile. Auf dem Plaza de Armas stehen unglaublich viele Bänke unter den hohen Bäumen und fast sind mittags belegt. Wir sahen dem Trubel ein bisschen zu und suchten anschließend eine kleine Pizzeria auf, denn wir wollten doch mal was anderes als Meeresfrüchte/Fisch essen. 

In der kleinen Gasse "Paseo José Victorino Lastarria" fanden wir die begrünten Häuser schön. 

Die Pizza brauchten wir als Grundlage für das Lokal "Chipe Libre - República Independiente del Pisco", denn hier kann man Pisco aus Chile und auch aus Peru probieren. 

Beide Länder beanspruchen das ausschließliche Recht das Getränk Pisco, einen Weinbrand aus Traubenmost, herzustellen und war jahrelang Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Chilenen bestreiten nicht, dass Pisco-Weinbrand zuerst in Peru hergestellt wurde. Jedoch argumentieren die Chilenen, dass Pisco zu einem generischen Begriff für diese Art von Weinbrand in Südamerika geworden und deshalb nicht an die geographische Ursprungsbezeichnung in Peru gebunden ist. Um den chilenischen Anspruch auf eigene Pisco-Herstellung zu unterstreichen, wurde der chilenische Ort La Greda am 1. Februar 1936 in Pisco Elqui umbenannt. 

Wir bestellten uns daher jeweils 3 Probierportionen von chilenischem und peruanischem Pisco. Die Sorten aus Peru waren alle glasklar, wobei uns nur die Sorte mit dem fruchtigen Aroma gefallen hat.

Bei den dreien aus Chile waren zwei, die in Barrique-Fässern gereift waren und deshalb bernsteinfarben waren. Die schmeckten uns schon viel besser als die aus Peru. Aber es war noch zu toppen: Von der Destillerie "Bou Legado" probierten wir noch den Gran Pisco 46°, 7 Jahre im Eichenfass gereift, was ihm eine außergewöhnliche Weichheit und Komplexität verleiht. Morgen wollen wir mal versuchen, den käuflich zu erwerben. 

Mit dem Taxi fuhren wir zurück, saßen auf der Dachterrasse, der fast Vollmond leuchtete durch die lockere Wolkendecke.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


27.04.2026

 

Den heutigen Vormittag haben wir auf der Dachterrasse unseres Hotels in Santiago verbracht (Blog schreiben, Fotos sortieren, Reiseführer lesen usw.).

Anschließend sind wir zu einem besonderen Essen zum 3 km vom Hotel entfernten  Restaurant "Peumayén" gegangen. Dabei hat uns Google über Straßen, die nur für Autos waren, gelotst. Nun ja, wir haben dann einen eigenen Alternativweg gefunden.

Im Peumayén wird chilenische Gourmetküche mit den kulinarischen Einflüssen indigener Völker gemischt. Es gab ein interessantes 6-Gänge Menü mit passender Weinbegleitung. Wir fühlten uns wie in einem 3-Sterne Restaurant. Als ersten Gang gab es: "Geräucherte Forelle mit Cáhuil-Salz auf einem Amaranth-Cracker, dazu Süßkartoffelpüree und Koriandersauce sowie eine Venusmuschel in grüner Sauce". Und zum Nachtisch: "Papaya-Torte mit Poe und Dulce-de-Leche-Flan. Araucano Frappuccino". Alles wurde auf Schieferplatten serviert, war also nicht nur für den Gaumen besonders, sondern auch für die Augen. Die Portionen sahen zwar immer recht klein aus, aber am Ende waren wir gut gesättigt. 

In der Nähe gab es die Bar "Siete Negronis", da sind wir anschließend eingekehrt. Gin, Wermut und Campari werden zu gleichen Teilen vermischt, das ist der Original-Negroni. Neben diesem bieten sie noch sechs weitere Varianten an, deshalb nennen sie sich die "Sieben Negronis". Wir haben zwei verschiedene probiert und beide waren nicht so nach unserem Geschmack. Als Absacker gab es dann noch einen leckeren fruchtigen Cocktail mit Maracuja- und Mangosaft. 

 


26.04.2026

 

Nach dem Frühstück wurden wir von Lisell, unserer perfekt deutsch sprechenden Stadtführerin direkt am Hotel, für unsere Tour durch Santiago (auch manchmal STGO abgekürzt), abgeholt. Zuerst gingen wir zu der nicht weit entfernten Talstation Oasis der Teleférico (Seilbahn), die auf den "Cerro San Cristóbal" fährt. Schon während der Fahrt hatten wir Gelegenheit, auf das Häusermeer von Santiago zu blicken. Oben auf dem Hügel thront die Statue der "Virgen de la Inmaculada Concepción" (14 Meter hoch). Die Sicht auf die Stadt und die dahinterliegenden Berge der Anden war zwar durch den Smog etwas eingeschränkt, aber dennoch beeindruckend. An den Wochenenden wird der Cerro für den Autoverkehr gesperrt und Hunderte Santiaguinos joggen oder fahren mit dem Fahrrad durch die grüne Parkanlage auf den Hausberg (Gipfel auf 880 Meter). Mit dem Schrägaufzug (Funicular) der seit 1925 besteht, ging es vom Gipfel hinunter in das Viertel "Bellavista", ein beliebtes Ausgehviertel. Mittelpunkt ist "Patio Bellavista", um einem großen Innenhof gibt es Läden mit Kunsthandwerk, Restaurants und Kneipen. 

Entlang des mitten durch die Stadt fließenden "Rio Mapocho"spazierten wir durch die weitläufige Grünanlage, zur Zeit im Herbstlaub. In der Grünanlage gibt es neben vielen großen Spielplätzen und Bänken auch einen Brunnen, der 1912 von der deutschen Gemeinde anlässlich der 100 Jahre Unabhängigkeit von Spanien gestiftet wurde.

Auch im Zentrum von Santiago werden einige Straßen jeden Sonntag für den Autoverkehr gesperrt, damit die Einwohner auf diesen Straßen Sport (Radfahren, Skaten) treiben können. Zusätzlich war heute noch mehr abgesperrt, da ein Marathonlauf stattfand. 

Auf dem 70 Meter über der Ebene aufragenden Hügel "Cerro Santa Lucia" wurde im Jahr 1541 von Pedro de Valdivia die Stadt gegründet. Wir gingen über den schön begrünten Hügel und kamen am Haupteingang wieder raus. Dort gibt es neben Wasserspielen (mit Neptun) auch geschwungene Freitreppen, ein schöner Anblick. 

Der "Palacio de la Moneda" diente zunächst als Münzstätte des Landes, wurde aber ab 1846 als Residenz der Staatspräsidenten genutzt. Der heutige Präsident wohnt während der Woche ebenfalls dort. Vor der Moneda steht ein Denkmal für Salvador Allende, Präsident von 1971-73.

An der "Plaza de Armas" standen die wichtigsten Gebäude der Stadt: Gouverneurspalast, Stadtverwaltung, die Häuser der wichtigsten Familien und auch heute noch die katholische Kathedrale (Catedral Metropolitan de Santiago de Chile). Der Heilige Jakob (spanisch: Santiago) steht als Figur oben auf einer Säule. Die Reiterstatue vom Stadtgründer findet man auf dem Platz sowie ein Stadtplan von 1712. Ebenfalls dort wurde ein Denkmal für die indigene Bevölkerung aufgestellt: Das abgebildete menschliche Gesicht zeigt das gebrochene Gesicht eines Mapuche-Mannes, der indigenen Einwohner Süd-Zentral-Chiles.

Unsere 8 km lange Tour zu Fuß endete am "Mercado central", der neben Fischmarkt auch einige Restaurants beherbergt. Dort kehrten wir für ein spätes Mittagessen ein und bestellten uns eine gemischte Platte mit Fisch/Meeresfrüchten. Dazu tranken wir eine Sangria. 

Den schönen Tag beendeten wir mit einem Cocktail auf der Dachterrasse unseres Hotels. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


25.04.2026

 

Heute fuhren wir Richtung Santiago. Leider immer noch keine Autowäsche. Die Firma, die wir ausgesucht hatten, waschen nur LKW.  Also müssen wir weiter suchen. 

Die nächsten Tage wollen uns Santiago de Chile ansehen. Problem ist, dass es zentrumsnah weder einen Campingplatz noch einen sicheren Parkplatz für unser Heim gibt. Von anderen Overlandern gab es den Tipp, das Fahrzeug beim Flughafen auf einem bewachten Parkplatz abzustellen. Das soll auch gut für mehrere Tage funktionieren. Nun steht also unser Heim dort und wir ließen uns mit einem Taxi zum Hotel im Bezirk Providencia bringen. Dieser Bezirk ist auch in der Nacht sicher. Im Innenstadtbereich wohnt man zwar etwas zentraler, aber da soll man Nachts nicht mehr auf der Straße zu Fuß unterwegs sein. Denn der Kontrast zwischen Arm und Reich ist in Santiago extrem. 

Wir liefen nachmittags schon mal durch die Shopping-Mall "Costanera Center", konnten endlich ein Herren-Duschbad erwerben und gewannen schon einen ersten Eindruck von der trubeligen Stadt mit 8 Millionen Einwohnern.

Später saßen wir auf der Dachterrasse und blickten auf den 64-stöckigen, komplett verglasten Büroturm, den "Gran Torre Santiago. Er ist mit 300 Metern das höchste Gebäude Südamerikas. Abends mit Beleuchtung sieht es auch sehr schön aus.

 


24.04.2026

 

Die saubere Wäsche haben wir nach dem Frühstück abgeholt und verstaut. Dann ging es auf der Ruta 47 wieder ins Landesinnere. Nach dem Ort Illapel (mit einem "i" und zwei "L" geschrieben) wechselten wir zur D-705 und haben auf 555 Höhenmeter beim "Reserva Nacional Las Chinchillas" gestoppt. Dieses Reservat wurde 1983 zum Schutz der Langschwanz-Chinchilla eingerichtet. Diese Art kommt nur im nördlichen Chile in Höhen zwischen 400 und 1650 Metern vor.

Langschwanz-Chinchillas erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 23 bis 38 Zentimeter, wozu noch ein bis zu 15 Zentimeter langer Schwanz kommt. Die Tiere sind eher dämmerungs- oder nachtaktiv, tagsüber ziehen sie sich in Felsspalten und Höhlen zurück. Sie wurden früher wegen des dichten und weichen Fells gejagt und fast ausgerottet. Daher ist es gut, dass ein geschützter Bereich für sie geschaffen wurde.

Weil sie äußerst scheue Nachttiere sind, wurde für die Besucher des Reservats im Eingangsbereich ein Raum ohne Tageslicht (Nocturama) eingerichtet. Dort werden zwei Chinchillas in Terrarien gehalten und man geht in die völlige Dunkelheit hinein. Dann leuchtet der Ranger mit seiner Lampe vom Handy auf die Tiere. Wir waren erstaunt, wie groß so ein Chinchilla ist. Sie sollen anscheinend nicht gestört werden, so dass wir leider nur kurz einen Blick auf die Tiere werfen konnten. Eine Rotlichtlampe hätte beim Betrachten mehr geholfen. 

Im Reservat gibt es auch zwei Wanderwege. Der eine hat eine Länge von 750 Metern und geht hinter dem Besucherzentrum den Hang hinauf. Viele Tafeln mit Erklärungen der hier heimischen Pflanzen sind aufgestellt. Diesen Weg nahmen wir zum Warmlaufen und waren schon sehr von den Kakteen (Eulychnia acida) begeistert. Dies ist ein endemischer Kaktus aus Chile, der bis zu 6 Meter hoch werden und Hunderte von Jahren alt sein kann. Die roten Blüten sind nicht vom Kaktus, sondern es ist eine parasitäre Pflanze mit dem lateinischen Namen "Tristerix aphyllus", die ebenfalls nur in Chile vorkommt.

Zum zweiten Wanderweg sind wir erst 2 km auf einer Piste gelaufen, dann begann der eigentliche Wanderweg von 1.600 Metern. Dafür soll man 2 Stunden Zeit einplanen. Da weiß man dann schon, dass es viele Steigungen gibt. Und so war es auch. Am höchsten Punkt auf 700 Metern gab es eine Bank und einen schönen Blick auf die bergige Landschaft. Auf den sonnigen Seiten der Berge stehen die Kakteen und die eher schattige Seite ist mit grünen bzw. trockenen, braunen Sträuchern (weil jetzt Herbst ist) bewachsen. Dies Gebiet gehört zur Halbwüste, Regenfälle sind eher selten. Auch bei diesem Weg gab es wieder Erklär-Tafeln. 

Wieder zurück beim Besucherzentrum saßen wir längere Zeit (bis es uns um 17 Uhr zu kalt wurde) vor einem kleinen Wasserbecken und sahen verschiedenen Vögeln beim Trinken zu. Es kamen: Langschwanz-Wiesenlerche (roter Bauch), Diuca-Fink (grau mit weißer Kehle), Morgenammer (kleine Haube, rostbraunes Halsband), Chiletinamu (aus der Familie der Rebhühner). 

Immer wenn einer von den 5 Füchsen am Wasserloch vorbeilief, suchten die Vögelchen in den nahen Sträuchern Schutz.

Unter den Sträuchern wohnt eine Familie von Degus, die sich sich vor ihrem Erdloch sonnten. Degus sind eine in Chile heimische Nagetierart. Hier leben sie in offenen Gebieten und errichten kleine Gangsysteme in unterirdischen Höhlen. Vom Aussehen her ähneln sie einer Mischung aus Ratte und Chinchilla. Sie benutzen auch ihre Vorderpfoten wie ein Chinchilla (oder auch Mäuse) und setzen diese geschickt wie ein Paar Hände ein. Die Krallen an ihren Füßen ermöglichen es ihnen, an Felsen und Ästen zu klettern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


21.04.,  22.04. und 23.04.2026

 

Am Morgen lief aufgeregt ein ganze Gruppe von rundlichen Vögeln mit auffälligen Federn auf der Stirn an unserem Womo vorbei: Die Schopfwachteln erreichen eine Körperlänge von 23-25 cm, das Männchen hat einen schwarzen Kehldeckel, das Federkleid der Weibchen ist etwas matter. So schnell wie sie gekommen waren, waren die Schopfwachteln auch wieder verschwunden.

Auf dem Weg weiter in den Norden haben wir uns zwei Adressen rausgesucht, wo eine Autowäsche möglich sein könnte. Auf den Bildern sah es vielversprechend aus. Leider fanden wir den ersten Car wash nicht, an der Adresse waren nur Wohnhäuser. In der zweiten Stadt war es eher eine Schrauberwerkstatt, die auch mal einen PKW wäscht. Der Hof war dort so voll, da wären wir gar nicht drauf gekommen. Also touren wir weiter mit unserem dreckigen Heim, haben jetzt aber in der Nähe von Santiago eine Truck-Waschanlage ausfindig gemacht. Wird doch wohl möglich sein, ein sauberes Heim zu haben?

Nun sind wir in der Nähe des Ortes "Los Vilos", stehen oberhalb der zerklüfteten Küste und blicken auf den Pazifik. Bisschen kühl, aber mit Jacke und hinter unserem Heim im einigermaßen windstillen Bereich noch gut auszuhalten. Beim Grillen der Bratwurst musste unser Tisch (und später auch noch Kisten) als Windschutz dienen, denn der Gasgrill wurde immer wieder ausgepustet. 

Vor uns buddeln kleine, schwarze Nagetiere und werfen immer wieder Sand aus ihren Gängen. Sie gucken nur mit ihren Köpfen raus, deshalb ist eine Tierbestimmung schwierig. 

Am Freitag holen wir unsere Wäsche aus dem Ort ab und dann geht es zu den Chinchillas in ein Natur Reservat. Das hat nur von Donnertag bis Sonntag geöffnet. So freuen wir uns über den ganztägigen Sonnenschein, blicken auf den Pazifik und vor uns fliegen die Truthahngeier.

 

 

 

 

 

 

 

 


20.04.2026

 

Mit dem Taxi haben wir uns in die 32 km entfernte Hafenstadt Valparaíso bringen lassen und sind direkt beim Aussichtspunkt "Paseo 21 de Mayo de Valparaíso" ausgestiegen. Vom Aussichtsbalkon sehen wir auf das weitläufige Hafengelände, die Bucht und die vielen Häuser der Stadt (290.000 Einwohner). Insgesamt 42 Hügel hat Valparaíso, unzählige Treppen und die Schrägaufzüge (Ascensor in Spanisch) führen hinauf. Wobei viele der Schrägaufzüge außer Betrieb sind, der erste wurde immerhin 1855 gebaut.

Beim Schlendern durch die Straßen fallen sofort die vielen Wandgemälde der Streetart-Künstler auf. Die ganze Stadt ist wie eine Kunstgalerie. Schöne, manchmal skurrile, aber immer farbenfrohe Bilder.   

Zum Mittagessen sind wir im "La Casa verde", dem grünen Haus, eingekehrt. Hier gab es für uns den ersten "Pisco Sour", einen Cocktail aus dem Traubenschnaps Pisco, Zitronen- oder Limettensaft und geschlagenem Eiweiß. Pisco Sour schmeckt frisch, säuerlich-süß und cremig. Den Nachtisch gab es aus der Eisdiele, ein gerolltes Eis. 

Immer steil bergauf oder bergab liefen wir über teils unregelmäßige Betonstufen. Dann sind wir mit dem Ascensor "Espiritu Santo" (Heiliger Geist) aus dem Jahre 1911 hinauf gefahren. Ausländische Touristen zahlen 1.000 Pesos, also 1€, wir fanden es toll, dass man sich so einen steilen Aufstieg spart. Die Kirche Iglesia Luterana war geschlossen, Öffnungszeiten sind geheim, keine Info vorhanden. Direkt daneben führt die Escalera Piano (Treppe Piano, und genau wie eine Klaviertastatur angemalt) zur Straße Beethoven hinunter. 

Um die Plaza Sotomayor stehen nette alte Gebäude: Das Hauptquartier der chilenischen Marine (Armada de Chile, 1910 erbaut), die "Bomberos", die Feuerwehr hat ihren Fuhrpark ebenfalls dort. Es steht sogar "Feuerwehr" an den Fahrzeugen. Das "Monumento de los Heroes de Iquique", ein Denkmal für die Helden der Seeschlacht von Iquique mit Arturo Prat und Carlos Condell und anderen ist weithin sichtbar. 

Wir haben so viel tolles gesehen, waren ja erst skeptisch wegen der Sicherheit in Valparaíso, aber tagsüber in den touristischen Zonen war es überhaupt kein Problem, alleine durch die Straßen zu laufen. 

Am späten Nachmittag dauerte die Rückfahrt mit dem Taxi dann fast eine Stunde, gibt wohl auch hier den Feierabendverkehr. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


19.04.2026

 

Schnell erreichten wir wieder die "Ruta 5 al Norte" (nach Norden) Richtung Santiago. Auf dieser fuhren wir auch durch die Hauptstadt Santiago de Chile, jedoch ohne was von ihr zu sehen. Die privat betriebene Stadtautobahn ist je Richtung dreispurig ausgebaut und verläuft in langen Strecken unterirdisch. Erst am Stadtrand taucht man wieder auf und daher ist die Expressstraße perfekt, wenn man wirklich schnell durch die Stadt will. Die Stadt Santiago werden wir uns in ein paar Tagen noch genauer ansehen. 

Heute nahmen wir die Abfahrt Richtung Tiltil und fanden uns plötzlich in einer ganz anderen Landschaft wieder, denn riesige Kakteen standen an den Hängen. Auf der kurvigen Straße schraubten wir uns bis auf 1.500 Meter um dann in das nächste Tal hinabzufahren. Baustellen gibt es immer wieder, in Chile wird die Durchfahrt nicht mit Ampeln geregelt, sondern das rote Stoppschild wird per Hand auf grün umgedreht. 

Oberhalb des Ortes Limache gibt es die Brauereischänke "Tauss Bräu" die im Jahr 2004 von Robert Tauss gegründet wurde. Die Idee des Unternehmers, der im oberbayerischen Weihenstephan Brauwesen studiert hatte, war einfach: In seinem Biergarten werden nicht nur deutsche Bierspezialitäten sondern auch typische deutsche Speisen angeboten. Die Haxe mit Kartoffelsalat war eine große Portion und lecker. Das trübe Saisonbier schmeckte auch, der Fahrer trank ein alkoholfreies Clausthaler.

Danach ging es über Concón die Küstenstraße in nördliche Richtung, eingecheckt haben wir in einem kleinen Naturreservat. Die haben einen abgetrennten Parkplatz für 3 Camper und hier bleiben wir für 2 Nächte. Das ist noch 30 km von Valparaiso entfernt, aber nähere Möglichkeiten zum sicheren Parken gibt es nicht. 

 

 

 

 

 

 

 


18.04.2026

 

Die Temperatur auf den 1.890 Höhenmetern betrug heute Morgen 7 Grad. Fanden wir nicht so kalt für die Höhe. Nachts hat der Regen ordentlich in Böen auf unserem Heim geprasselt, morgens zwar grau, aber trocken. 

Nur 13 Liter Diesel haben wir bis zum Ort Talca verbraucht, ging ja auch immer nur runter bis auf 300 Meter. In Talca haben wir im Supermarkt "Jumbo" eingekauft, großes Sortiment, auch Artikel aus Deutschland, z.B. Sauerkraut erhältlich. Das haben wir jedoch nicht gekauft, das gibt's dann im Heimaturlaub im Juni. 

Auf der Ruta 5 sind wir heute kurz hinter Curicó in ländliches Gebiet mit Apfelplantagen und Weinreben abgebogen. Für die Nacht stehen wir auf einer Wiese, die von einer Familie als Campingmöglichkeit angeboten wird. Es gibt sogar einen kleinen Pool mit kaltem Wasser und einen Aufenthaltsraum, der mit Herd und Sitzgelegenheiten ausgestattet ist. Also schon mehr Ausstattung als bei anderen sogenannten Campingplätzen. 

Die Region, in der wir uns gerade befinden, ist bekannt als gutes Weinanbaugebiet. Wir trinken ja mal ganz gern einen Rotwein und haben uns einige Weingüter zwecks Verkostung ausgesucht. Da wir nach einer Weinprobe nicht mehr fahren möchten, haben wir die Weingüter angeschrieben, ob wir dort auch mit unserem Wohnmobil über Nacht stehen bleiben dürfen. Alle Weingüter haben uns eine Absage erteilt, kein Übernachten erlaubt. Schade, trinken wir halt Bier!

 


17.04.2026

 

Wir fahren auf der Ruta 115 immer weiter in Richtung "Paso Pehuenche", vor dem Pass befindet sich die Grenzstation von Chile und man könnte nach Argentinien weiterreisen. So weit wollen wir jedoch nicht, wir bleiben noch in Chile.

Die breite asphaltierte Straße führt stetig bergauf, es sind nur sehr wenige Autos unterwegs. So haben wir Zeit, bei langsamem Tempo die wunderschöne Landschaft zu genießen. 

Dann kamen uns verschiedene Tierherden entgegen, wohl eine Art Almabtrieb. Erst Pferde, dann Rinder, gefolgt von der gemischten Truppe aus Schafen und Ziegen. Die Gauchos mit ihren Hunden hatten alles perfekt im Griff. Alle Tiere machten, was sie sollen.

In der Höhe von 2.152 Metern gibt es den letzten chilenischen Aussichtspunkt (1 km vor dem Grenzgebäude). Mit einer winddichten Jacke saßen wir 2 Stunden auf den Bänken, schauten uns die unterschiedlichen Berge an und beobachteten die Wolken, die in lockerer Formation über uns hinweg wehten. Ein Andenkondor flog nah an uns vorbei, die Spannweite der Flügel von bis zu 3 Metern ist riesig. Andenkondore sind mächtige, schwarze Greifvögel mit an der Oberseite deutlich weißen bis silbern weißen Handschwingen und Deckfedern und einer weißen Halskrause, die den nackten, rötlichbraunen Kopf vom Rumpf absetzt.

Ein Kordillerenämmerling kam uns besuchen und sein Federkleid in grau und gelb leuchtete in der Sonne. 

Dann zog es sich weiter zu und begann zu regnen. Wir fuhren wieder ein Stück auf der Straße hinunter und fanden einen Parkplatz für die Nacht auf 1.890 Höhenmeter. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


16.04.2026

 

Das war heute ein langer Fahrtag. Gestartet um 9 Uhr, wir sind viel auf der Autobahn Ruta 5 gefahren, an Los Ángeles und Chillán vorbei. Im Straßenverkauf werden noch Erdbeeren angeboten, nun ist Herbst. Aber die nächste Saison kommt schneller als man denkt, da ist es besser, die Schilder noch stehen zu haben. Erste Weinreben tauchen auf. Nach 500 km haben auf einem Campingplatz eingecheckt. Der liegt in dem winzigen Ort Armerillo am Rio Maule in dem Tal "Valle del Maule". Wir sind von Pinien umgeben, die einen angenehmem Duft verströmen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


15.04.2026

 

Der "Parque Nacional Conguillío" ist ein 60.000 Hektar großes Schutzgebiet , das auch wegen der so in der Silhouette aussehenden Araukarien "Las Paraguas", die Regenschirme genannt wird. Im Park gibt es zahlreiche Lagunen und in seinem Zentrum erhebt sich der "Vulkan Llaima" (3.125 Meter hoch). Er ist einer der aktivsten Vulkane Chiles, die letzte große Eruption war im Jahr 2009. Die Lavaflüsse kann man gut erkennen. Auf Pisten, teilweise aus kleinem Lavagestein fährt man durch den Park. So manches Mal waren wir froh, dass gerade kein Auto entgegengekommen ist. Denn die Piste war stellenweise von Erdwällen begrenzt, schräg ragten Bäume in den Luftraum und die engen Kurven verhinderten die Sicht nach vorn. 

Gleich nachdem wir das Eingangstor passiert hatten, sahen wir schon den Vulkan Llaima, eine winzig kleine Wolke hielt sich am Gipfel, wie ein Schleier sah das aus. 

Zuerst hielten wir oberhalb der Laguna Verde (Grüne Lagune) und gingen zum See hinab. Das Wasser war ein wenig grün, abgestorben Stämme gucken heraus. Die Sonne erwärmte den schwarzen Lavaboden und Nebel stieg auf. 

An der "Laguna Arcoíris" (Regenbogenlagune) machten wir nur einen kurzen Fotostopp, das Wasser leuchtete intensiv grün, die abgestorbenen Bäume spiegelten sich im Wasser und bildeten einen interessanten Kontrast. 

Auf dem Weg zur "Laguna Conguillío" konnten wir dann erstmals die Araukarien neben der Piste sehen. Wir fanden einen Parkplatz, was in diesem Park schwierig ist, denn es gibt nur sehr wenige (kleine). An der Laguna Conguillío gingen wir auf dem Wanderweg entlang, auf feinem Lavagestein, durch Südbuchen und Araukarien in allen Größen. 

Die Chilenische Araukarie wächst in Höhenlagen von 600 bis 1700 Metern, wird 30-50 Meter hoch, der Durchmesser des Stammes kann 1-2 Meter betragen. Er bildet eine eiförmige oder schirmförmige Krone aus. Nach einigen Jahren werden die unteren Zweige abgeworfen und der lange Stamm wird sichtbar. Alte Bäume sind oft nur noch in der Spitze beastet. Die kugeligen weiblichen Blütenzapfen, cabezas (spanisch für „Köpfe“) genannt, erscheinen einzeln an der Oberseite der Zweige und reifen im zweiten Jahr. Sie weisen eine Länge von 10 bis 18 Zentimetern bei einem Durchmesser von 15 bis 20 Zentimetern auf, sind anfangs grün mit goldgelben Dornen und werden später zu braunen Zapfen, die noch am Baum aufbrechen und dann bis zu 200 ungeflügelte, rötlich-braune Samen freigeben. Diese werden als "piñones" (Pinienkerne) auf dem Markt verkauft. Gekocht oder geröstet kann den Kernen die Schale abgezogen werden und verzehrt werden. 

Als letzten Wanderweg haben wir uns den "Sendero Las Araucarias" ausgesucht. Er ist knapp 1 Kilometer lang und wir durchliefen einen Wald aus Araukanien. Unglaublich, diese hohen Stämme, mit den Flechten daran. Nach der halben Strecke gab es den "Brautschleier", den Velo de la novia als kleinen Wasserfall zu sehen. 

Als wichtigen Hinweis findet man auf der Internetseite des Parkes folgenden Sicherheitshinweis: "Mögliche Begegnungen mit Wildschweinen, Pumas und Wespen." Wir hatten keine Begegnung . 

Nach einer Kaffeepause an der Laguna Captrén verließen wir den Park wieder durch eine längere enge Piste und übernachten an einem Aussichtspunkt, der Gipfel des Vulkans Llaima ist mittlerweile in den Wolken verschwunden. Wir hatten einen trockenen, sonnigen Tag und freuten uns, dass unsere Planung mit dem guten Wetter so toll funktioniert hat. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


14.04.2026

 

Gestern Abend haben wir den Vulkan Villarrica nicht mehr sehen können, da die Wolken eines großen Regengebiets den Gipfel verdeckten. 

Unsere heutige Fahrstrecke waren nur 100 km und wir sind vom Eingangshäuschen zum "Parque Nacional Conguillío" nur noch zwei Kilometer entfernt. Für morgen ist Sonne vorhergesagt, deshalb bleiben wir die Nacht noch vor dem Park (auf 634 Metern Höhe). Die Durchfahrt ist kostenfrei, aber wer einen der vielen Wanderwege nutzen möchte, muss Eintritt in den Park bezahlen. Da wir uns auch Wanderrouten ausgesucht haben, haben wir uns online die Tickets für morgen gekauft. 

 


13.04.2926

 

Gestern war mal wieder Zeit das Heim von unten zu überprüfen. Dabei ist aufgefallen, dass der Lüftungsschlauch vom Differential der Vorderachse abgerutscht ist. Eigentlich nicht schlimm, aber dadurch ist auch Öl ausgetreten. Man weiß also nicht wieviel Öl noch im Differential ist. Da dort aber sowieso nur 0,7 Liter drin sind, ist das dann schnell zu wenig Öl. Von daher war Ölwechsel angesagt, damit sicher die richtige Menge Öl drin ist. Im Ort Valdivia gibt es eine Mercedes Werkstatt, da wurden wir ohne Termin zwischengeschoben. Der Servicemitarbeiter arbeitete sehr sauber und korrekt, hat das Öl gewechselt und den Lüftungsschlauch wieder befestigt.

Gegen 13 Uhr rollten wir vom Werkstatthof und konnten unser heutiges Ziel, den Ort "Villarrica" ansteuern. Villarrica liegt am gleichnamigen See und wurde 1552 von den Spaniern als Handelsstation gegründet. Diese wurde von den Mapuche immer wieder angegriffen, 1602 war sie vollständig zerstört. Fast 300 Jahre siedelte hier niemand mehr. Deutsche bauten dann die ersten Häuser, aber erst mit dem Beginn des Tourismus in den 1980er Jahren fing der Aufschwung an. Heute ist es eine lebhafte Kleinstadt mit 70.000 Einwohnern, aber außer dem Vulkan Villarrico, der genau gegenüber liegt, gibt es nichts zu entdecken. 

Der Vulkan ist einer der aktivsten Vulkane Südamerikas und gilt als der gefährlichste Vulkan Chiles. Er ist 2.847 Meter hoch und liegt ungefähr 750 km südlich der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile. In den letzten 500 Jahren wurden über 50 Ausbrüche registriert. Am 3. März 2015 fand eine stärkere Eruption statt und es wurden rund 3600 Menschen evakuiert. Auf seinem Gipfel befindet sich ein Krater mit einem Durchmesser von 200 m, an dessen Grund ein See (Durchmesser zwischen 30 und 50 m) mit permanentem Magma liegt, der abwechselnd aufsteigt und ab fällt. Tagsüber sahen wir eine schwache Rauchwolke, nachts soll ein leichter rötlicher Schein zu sehen sein.

 


11.04.2026 und 12.04.2026

 

Wir befinden uns jetzt in der Region "Kleiner Süden" von Chile, die von Puerto Montt bis nach Los Ángeles reicht. Sie ist für chilenische Verhältnisse recht dicht besiedelt. Die Hälfte der Bevölkerung lebt auf dem Land von Getreideanbau, Milchwirtschaft und Viehzucht. Überall auf den Weiden gibt es reichlich Rinder, das gemähte Gras ist in "Marshmallows" verpackt. Die Maisfelder sind zum Ernten bereit und an der Autobahn werden die Kartoffeln verkauft. 

Die Stadt Valdivia wurde von dem spanischen Eroberer Pedro de Valdivia im Jahr 1552 gegründet. Als Hafenstadt lag sie günstig, wurde von vielen Nationen begehrt, bis sie 1820 von Lord Cochrane für das junge Chile eingenommen werden konnte. Die Blütezeit startete in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Einwanderung der Deutschen. Ein gewaltiges Erd- und Seebeben der Stärke 9,5 zerstörte 1960 die Stadt. Sie sackte um 3 Meter ab, 4/5 aller Gebäude stürzten ein. Nach dem Seebeben kam die Flutwelle und veränderte auch die Landschaft. Heute wohnen 180.000 Menschen in der Industrie- und Handelsstadt mit einer großen Universität. 

Unser Mittagessen nahmen wir heute in einem italienischen Restaurant ein, die Tomatensuppe und der Salat aus Rucola, Schinken und caramelisierter Birne waren köstlich.

Anschließend gingen wir zum Fischmarkt, der direkt am Rio Valdivia liegt. Viele Arten von Muscheln und Fischen gibt es hier, auch der Seetang ist in handlichen Päckchen zu erwerben. Gleich hinter den Händlern liegen Seelöwen, die genauso wie die Rabengeier auf den Fischabfall warten. 

Ein großes "Foucaultsches Pendel" steht nicht weit entfernt. Es ist ein räumliches Pendel mit großer Pendellänge und -masse, mit dessen Hilfe die Erdrotation nachgewiesen werden kann. Und wie so oft in Chile, es fehlt die Informationstafel.

Auf einem Campingplatz, 15 km außerhalb von Valdivia, haben wir am Fjord einen Platz gefunden. Am Abend hat es geregnet, morgen gibt es Sonne.

Deshalb bleiben wir am 12.04.2026 auch noch hier, ein Tag Fahrpause und mal in Ruhe die nächsten Ziele mit dem Wetter abstimmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


10.04.2026

 

Der Ort Puerto Varas bereitet sich auf den Ironmen vor, der am Wochenende stattfindet. Überall werden Absperrungen am Straßenrand aufgestellt, Läufer, Schwimmer und Radfahrer trainieren schon im ganzen Ort. Diesem Trubel mit Straßensperren wollten wir umgehen, holten nur noch um halb 12 Uhr in einer Wäscherei unsere saubere Kleidung ab. 

Unser nächstes Ziel waren die "Saltos de Petrohué", das sind Wasserfälle des Rio Petrohué. Da sich diese in einem Nationalpark befinden, waren wir sehr erstaunt und erfreut, dass kein Eintritt zu bezahlen ist. 

Ein kurzer befestigter Weg ist es zu den sprudelnden Wassermassen, die durch einen schmalen Kanal aus Basaltlava schießen. Die Strömung transportiert durchschnittlich 270 Kubikmeter Wasser in der Sekunde. Die Wasserfälle erzeugen eine hohe Gischtwolke, zum Glück sind sie nicht in der Nähe des Weges. Die Strudel im Wasser leuchten türkis und im klaren Wasser konnten wir die Steine im Fluss sehen. Es ist ein traumhafter Postkartenblick auf die Kaskaden und den Vulkan Osorno. Und im strahlenden Sonnenschein besonders schön. Der "Sendero Los Enamorados" (Liebespfad) ist ein kleiner, 30-minütiger Spaziergang entlang des Rio Petrohué durch den Regenwald auf natürlichem Untergrund. Viele Aussichtspunkte auf die Stromschnellen wurden angelegt, die Geschwindigkeit des Wassers ist beeindruckend. 

Anschließend sind wir auf den Vulkan Osorno gefahren. Der ist 2652 Meter hoch, kegelförmig, mit einem Kragen aus Schnee und Eis. Wir haben ihn ja schon aus der Ferne gesehen, als wir in Puerto Varas waren. Heute Morgen war er noch von Wolken umgeben, nun ist die Sicht perfekt. Die 12 km lange geteerte Straße endet bei einem Parkplatz auf 1.200 Metern Höhe. Mit Sesselliften kann man im Sommer bis zum Gletscher auf 1.700 Metern fahren, heute waren sie nicht in Betrieb, erst morgen, da ist Wochenende. Da auch das vorhandene Café geschlossen war, holten wir unsere Stühle raus und genossen mit unserem eigenen Kaffee den Blick auf die Vulkanspitze. Einen kleinen Teil vom See Llanquihue, dem zweitgrößten in Chile, kann man von oben auch sehen.

Wieder unten, ging es eine Weile am See Llanquihue entlang und dann bogen wir auf die U775 ab. Für die Nacht haben wir uns einen Parkplatz am See Rupanco ausgesucht, hinter Bäumen sehen wir gerade noch den Vulkan Osorno, aber der Vulkan Puntiagudo mit seiner markanten Spitze liegt uns direkt gegenüber. 

 


09.04.2026

 

Die Fährverbindung von der Insel Chiloé zum Festland klappte hervorragend, denn weil mehrere Fähren ständig pendeln, konnten wir direkt auf eine Fähre fahren und hatten nach 30 Minuten den Canal de Chacao überquert. Nun ging es auf der Autobahn bis nach Puerto Montt. Zuerst wollten wir noch am Nullpunkt der Carretera Austral vorbei. Dank guter Routenplanung kamen wir auf der richtigen Straßenseite entlang und konnten ein Foto aus dem Auto von dem unspektakulären Schild machen. Anschließend ließen wir unsere Gasflasche auffüllen und fuhren weiter zum Ort Puerto Varas. Die Stadt zieht sich über mehrere Kilometer am Ufer des "Lago Llanquihue", dem zweitgrößten See Chiles, entlang. Am Ende der Uferstraße fanden wir einen Parkplatz, auf dem wir auch übernachten dürfen. Blickt man über den See, fällt sofort der Vulkan Osorno mit seinem weißen „Kragen“ ins Auge. 

Als die Spanier im 16. Jahrhundert ankamen, bewohnten verschiedene Ureinwohner, hauptsächlich Mapuche und Huilliche dieses Gebiet. Im Jahr 1853 begann eine allmähliche Besiedlung mit Einwanderern, die vorwiegend aus Deutschland kamen, als Teil des Kolonisierungprozesses im Süden Chiles. Seitdem ist Puerto Varas stetig gewachsen, und hat sich zu einer charmanten Stadt entwickelt. 

Nach einem sehr leckeren Mittagessen im Restaurant Casa Valdes unternahmen wir einen Spaziergang durch die Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern, die in erster Linie vom Tourismus lebt. So gibt es hier neben Hotels eine Shopping-Mall, viele Outdoor-Geschäfte, unzählige Restaurants und kleine Boutiquen. 

Die "Iglesia del Sagrado Corazón" ist eine katholische Kirche, die 1915 komplett aus Holz gebaut wurde. Sie erinnert mit ihrem Grundriss und den blauen Kuppeln eher an eine Kirche aus Deutschland. In der Nähe hat der Deutsche Verein von 1855 seinen Sitz. Auch eine Bäckerei mit dem Namen "Vollkornbäcker" ist vorhanden. Das Gebäck mit Puddingcreme und Himbeer war ganz nach unserem Geschmack.

Dann bummelten wir die Treppengasse Ricke hoch, die Stufen sind mit bunten Mosaiken verziert und ergeben von unten betrachtet ein Bild. Der Rundgang durch diesen kleinen Ort hat uns gut gefallen.

Abends dann der Vulkan im Sonnenuntergang, keine kräftigen Farben, aber dennoch schön. 

 


08.04.2026

 

Heute morgen beim Frühstück nahmen auf dem Holzzaun neben uns zwei Rabengeier Platz. Der Wind zerzauste ordentlich ihr schwarzes Gefieder, Kopf und Hals sind nackt und dunkelgrau. Sie haben ein Flügelspannweite von 133 bis 160 Zentimetern, sind also etwas kleiner als die Truthahngeier mit dem kahlen roten Kopf. 

Auf dem Weg in den Norden der Insel Chiloé kamen wir wieder durch den Ort Castro. In diesem Ort herrschte wieder viel Verkehr und wir haben keinen Parkplatz gefunden, um die Kirche anzusehen. Schade, manchmal ist es so.

Zum Mittagessen sind wir außerhalb von Castro im Restaurant "Rucalaf Chiloé" eingekehrt. Schon am Eingang stand eine Tafel, auf der die heutigen Speisen in bunter Kreide geschrieben waren. Die netten Servicekräfte brachten uns das mit Blüten dekorierte Essen, das nicht nur schön aussah, sondern auch lecker schmeckte. Wir genossen mit Käse überbackene Austern, ein Tartar aus dem Fleisch der Königskrabbe und gegrillten Octopus. Ein Nachtisch musste auch noch sein: Eis und Tiramisu. 

Wir haben keine weiteren Punkte zum Angucken auf Chiloé und werden morgen die Insel verlassen. Deshalb haben wir unseren Schlafplatz 15 km vor der Fähre ausgesucht. In der Bucht vor uns werden Muscheln gezüchtet und im Hintergrund sind die schneebedeckten Spitzen der Anden zu sehen. 

 


07.04.2026

 

Die Sonne wusste leider nicht, dass sie gemäß Wetterbericht schon ab 8 Uhr scheinen sollte. Verlegt auf 12 Uhr. Leider war sie dann noch immer nicht zu sehen. Macht nichts, dann eben die Wanderung zur "Muelle de las Almas" ohne sie. Immerhin war es trocken. 

Der "Seelenpier" wurde von einem chilenischen Künstler im Jahr 2005 an einer Landspitze gebaut. Es ist ein Holzsteg, der ins Nirgendwo führt. Nach einer Legende der Huilliches-Ureinwohner kommen die Seelen der Verstorbenen hierher, um den Fährmann Tempilkawe zu rufen, der sie auf ihre letzte Reise mitnimmt. Deshalb gibt es auch ein kleines Boot unterhalb des Stegs. Übrigens gibt es direkt am Muelle de las Almas keinerlei Infos zu dem Kunstwerk. Nur eine Tafel, die besagt, dass pro Person 2 Minuten auf dem Steg erlaubt sind und maximal 7 Personen sich gleichzeitig darauf aufhalten dürfen. Wir haben von Wartezeiten bis zu 45 Minuten gehört, heute waren ganz wenige Leute unterwegs und wir hatten den Seelenpier ganz für uns allein.

Um zu diesem Seelenpier zu gelangen, sind ab einem Parkplatz noch 2,5 km zu laufen. Auch hier folgt der Weg den natürlichen Gegebenheiten, dass heißt, es geht hinauf und hinunter, aber nicht so gemütlich, sondern richtig steil. Da bleiben wir doch gerne mal stehen um ein Foto zu machen und können dabei gleich ein bisschen Verschnaufen ;-))

Nach zwei Stunden waren wir zurück im Heim und fuhren dann zurück an die Ostseite von Chiloé, nach "Conchi". Da war dann auch die Sonne. Ein Truthahngeier saß auf einem Pfahl und zeigte seine Flügelspannweite die 1,80 - 2 Meter betragen kann. Die silbrigen Handschwingen sind gut zu sehen, ebenso sein braunschwarzes Gefieder.

Auch der Ort Conchi hat eine Kirche, die zum Weltkulturerbe gehört. Sie wurde 1754 begonnen und erst 1859 beendet. Sie hat einen gelben dreistufigen Turm mit blauem Dach und blaue Säulen im Eingangsbereich. Leider gibt es einen Parkplatz davor und die Kabel hängen wie immer im Weg. Der Innenraum ist groß, hell und mit vielen frischen Blumen geschmückt. Die gebogene Decke ist blau mit vielen Sternen bemalt. Die hölzernen Säulen wurden mit Ornamenten verziert. Da es eine katholische Kirche ist, sind alle wichtigen religiösen Figuren vorhanden. 

Interessant fanden wir das Telefon mit dem man sich ein Taxi in Conchi rufen kann.

Nach einer Pizza in einer kleinen Bäckerei (Zimtschnecken und Baguette durften auch noch mit) fuhren wir noch 15 km bis zu einem Aussichtspunkt, der früher eine Festung war. So übernachten wir bei drei Kanonen mit Blick auf einen Fjord, der bis nach Castro führt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


06.04.2026

 

Der Ort Castro ist die älteste Stadt der Insel und zugleich die Hauptstadt der Provinz Chiloé, etwa 48.000 Menschen wohnen hier. Eine der Sehenswürdigkeit ist die Kirche San Francisco, aber die hat heute, am Montag, geschlossen. Wir würden sie schon gerne  besichtigen, kommen auch noch einmal durch den Ort, aber die Parkplatzsituation ist für größere Fahrzeuge nicht so gut. Beim Durchfahren haben wir gesehen, dass die ausgewiesenen Parkplätze sind echt mini sind, nur für PKWs. Am Straßenrand ist entweder Parkverbot oder alles belegt. Schauen wir mal, ob es klappt.

Am Ortsende haben wir einen kurzen Stopp eingelegt um die "Palafitos", die Stelzenhäuser zu betrachten. Zur Straßenseite sehen sie wie normale Häuser aus, aber zum Wasser sind sie auf Stelzen gebaut. Bei Ebbe liegt das Watt unterhalb der Häuser trocken, bei Flut könnten Fischerboote direkt unter die Häuser fahren. Uns gefällt, wie die bunten Häuschen in der Sonne leuchten.

Unsere Fahrt ging dann quer über die Insel, durch den nur aus wenigen Häuschen bestehenden Ort Cucao, der an der Westküste liegt. Wenige Kilometer südlich davon erreichten wir unseren heutigen Platz für die Nacht. Der Pazifik schlägt mit großen Wellen an den Kiesstrand. In der Nähe beginnt ein Wanderweg, den wollen wir morgen laufen.

 


05.04.2026

 

Schon der dritte Tag in Folge ohne Regen und mit viel Sonne. Welch ein Unterschied zu letzter Woche. Wir genießen es, der nächste Regen kommt in Kürze.

Der heutige Tag hat eine Stunde mehr, denn Chile hat auf Winterzeit umgestellt. 

Von unserem Strandplatz mit Seetang fressenden Rindern sind wir über Ancud an die Ostküste der Insel Chiloé gefahren. Dort gibt es einige Fischerdörfer, die wir wegen der Holzschindelkirchen besuchen wollen. Die Kirchen sind oft auf Anhöhen in Küstennähe erbaut, wurden aus einheimischem Zypressenholz gefertigt und werden von Holzdübeln anstatt mit Nägeln zusammengehalten. Einige der Kirchen bekamen einen Anstrich in leuchtenden Farben, wobei bei Renovierung auch manchmal die Farbe der Fassade geändert wurde. Die Innenräume, die wir gesehen haben, sind hell und farbenfroh gestaltet. 

Begonnen haben wir in Quemchi mit der orangefarbenen Kirche "San José de Quemchi". Als wir ankamen hatte gerade der Ostergottesdienst begonnen. Da haben wir erst einen kleinen Rundgang durch das überschaubare Zentrum gemacht und die verschiedenen Formen von Holzschindeln an den Fassaden der Häuser betrachtet. Auf einem Dach saß ein Truthahngeier. Nach dem Gottesdienst haben wir kurz in die Kirche geschaut. 

Nur wenige Kilometer weiter führt eine 560 Meter lange hölzerne Fußgängerbrücke zur kleinen Insel Aucar. Dort steht auf einer Wiese eine Kapelle, die leider geschlossen war. Durchs Fenster haben wir ein Innenfoto machen können. 

Die nächste Kirche, die "Iglesia de Colo" stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und ist eine der 16 Kirchen auf Chiloé, die als Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt wurden. Der Turm besteht aus zwei achteckigen Körpern. Auch sie ist heute geschlossen, auch hier ein Foto durchs Fenster.

Anschließend haben wir in "Tenaun" die blau-weiße Kirche besichtigt. Erbaut wurde sie 1834, auch sie ist Weltkulturerbe. Drinnen war sie schön geschmückt mit Blumengirlanden und in weiß mit  türkisfarbigen Akzenten gestrichen.

Die Straße zum Ort "San Juan" führte immer wieder die Hügel sehr steil rauf und ebenso steil runter. Die holzfarbene Kirche vom Beginn des 19. Jahrhunderts hatte geöffnet. Uns fielen die vielen religiösen Figuren auf, die teilweise 1 Meter groß waren. Der Kirchraum war überall mit künstlichen Blumen dekoriert. 

Die letzte Kirche dieses Tages steht in Dalcahue. Die "Iglesia Parroquial Dalcahue" aus dem Jahre 1902 ist eine der größten der Insel. Auch sie öffnet leider erst wieder in 2 Tagen. 

In Dalcahue haben wir auf einer Wiese eines Zeltplatzes eingecheckt und sind zu Fuß hinunter in das Zentrum gelaufen. In der Markthalle gibt es kleine Restaurants die Speisen mit Meeresfrüchten und Fisch anbieten. Hier sind wir fündig geworden und haben uns "Curanto" bestellt. Wirklich eine üppige Mahlzeit: verschieden große Muscheln, jeweils ein Stück würzige Wurst, ein Fleisch (ähnlich wie Kassler), Hühnchen, dazu eine Kartoffel und zwei Fladen die aus Salzkartoffeln bzw. rohen Kartoffeln hergestellt werden. Ob sie das Gericht in der Markthalle auch im Erdloch zubereiten wagen wir zu bezweifeln. Wir haben es nun probiert und es war nicht schlecht, aber lieber sind uns Gerichte entweder mit Meeresfrüchten oder mit Fleisch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


04.04.2026

 

Vom Ort "Pargua" nahmen wir eine Fähre über den 2 km breiten "Canal de Chacao" zur "Isla de Chiloé". Die Insel Chiloé ist nach Feuerland die zweitgrößte Insel Südamerikas. Die Hauptinsel ist etwa 180 km lang und 50 km breit, viele kleine Inseln liegen im Osten der Insel. Die etwa 150.000 Einwohner nennen sich "Chiloten". Die Hügellandschaft und der gelbe Stechginster erinnern uns stark an Irland oder Schottland. 

Im Jahr 1567 nahmen die Spanier die Insel in Besitz, die schon von den "Huilliches" bewohnt war. Die indigene Bevölkerung betrieb Ackerbau und fischte in den küstennahen Gewässern. Mit den Jesuiten, die ab 1607 kamen, begann die Kolonisierung. Sie brachten zum einen den katholischen Glauben mit, der sich mit der reichen Mythologie der Huilliches vermischte. Zum anderen die Baukunst: 150 Holzkirchen wurden bis Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, mit Schindeln aus dem Holz der Alercen (Patagonische Zypresse)  verkleidet. Einige Kirchen wurden in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Wir wollen uns diese Insel und natürlich die Holzkirchen in den nächsten Tagen ansehen.

Bei der Überquerung des Kanals sahen wir die Brückenpfeiler für eine 2.800 Meter lange Brücke, die die Insel an das Festland anbinden soll. Die Bauarbeiten begannen 2018 und geplant ist die Fertigstellung für das Jahr 2028. 

Die Fähren haben ihre Rampen nahe beim Ort Chacao, von dort ging es auf der Ruta 5 durch die zweitgrößte Stadt der Insel, "Ancud". Viele kleine Geschäft, noch viel mehr Unterkünfte für Reisende und eine Uferpromenade. Mehr hat der Ort nicht zu bieten. 

Wir fuhren nach "Quetalmahue", dort gibt es ein uriges Restaurant, in dem man die ursprüngliche chilotische Küche kennenlernen kann. Der "Curanto" wird im Erdloch zubereitet. Auf heißen Steinen werden Meeresfrüchte, Kartoffeln, Krebse, Fleisch und Wurstwaren gegart, zugedeckt mit den Mammutblättern. Einheimische Küche interessiert uns immer sehr. Ein Problem gab es aber in dem Ort, nämlich keinen Parkplatz für uns. So konnten wir leider nicht in diesem Restaurant einkehren. Schade. Da es aber ein typisches Essen der Insel Chiloé ist, werden wir hoffentlich noch eine Möglichkeit zum Probieren bekommen.

Weiter ging es auf der hügeligen Insel. Wir wollten wieder am Meer übernachten und haben einen Platz am Strand, wieder mit dem Namen "Mar Brava" gefunden. Scheint so, dass hier viele Strände mit "raue See" bezeichnet werden. Die Wellen toben jedenfalls und die Möwen können im Wind segeln.

 


02.04.2026 und 03.04.2026

 

Über die Ruta 5, V 90 und V 930 sind wir durch den Ort Carelmapu an den Strand "Mar Brava" gefahren. Leider waren die letzten 3 km eine unbefestigte Straße mit jeder Menge Schlaglöchern. Die sind (eigentlich wie immer) über die ganze Breite verteilt, so dass wir denen nicht ausweichen können. So rumpelten wir durch alle Löcher, unsere neue Scheibe knackte währenddessen bedrohlich. Ein ungutes Gefühl. 

Auf dem erhöhten Parkplatz am Strand konnten wir aus unserem Heim auf die Steilküste und die hohen Wellen schauen. 

Weil uns dieser Platz so gut gefiel und außerdem für den Freitag, 03.04., wenig Wind und 12 Stunden Sonne vorgesagt waren, änderten wir unseren Plan nach dem Frühstück. Wir blieben an diesem Strand noch einen Tag und saßen, zwar mit dicker Jacke bei 14 Grad, auf unseren Strandstühlen und sahen den Wellenreitern zu. 

Ein entspannter Tag.-)

 


01.04.2026

 

Der letzte Abschnitt auf der Carretera Austral/ Ruta 7 von gut 90 km fehlte uns noch. Davon sind wieder ein paar Kilometer mit einer Fähre zu überbrücken. Dabei hatten wir Glück, die Fähre legte gerade an. Schnell waren die wenigen Fahrzeuge raufgefahren und wir genossen die Fahrt bei Sonne.

Wir erreichten Puerto Montt gegen 11 Uhr und fuhren direkt zum „Scheibendoktor“.  Auf dem Weg dorthin passierten wir auch den Startpunkt der Carretera Austral. Damit haben wir diese wirklich von Anfang bis Ende abgefahren.

Leider lässt sich unser Riss in der Windschutzscheibe, mittlerweile 60 cm lang, nicht mehr flicken. Wir brauchen also eine neue Scheibe. Glücklicherweise ist eine im Lager und die Firma hat auch gleich am Nachmittag um 15 Uhr Zeit, sie uns einzubauen. 

In der Zwischenzeit haben wir einen Supermarkt zum Großeinkauf aufgesucht. Uli ist im Womo geblieben, in Puerto Montt wurden schon mehrere Womo aufgebrochen, das wollen wir nun nicht riskieren. 

Der Scheibeneinbau hat geklappt, nach 2,5 Stunden war die Neue drin. Etwas überrascht / verunsichert waren wir bzgl der Trocknungszeit des Scheibenklebers. Der Scheibenmann meinte, wir könnten sofort fahren, überhaupt kein Problem (beim letzten Wechsel in Deutschland musste das Heim 24 Stunden stehen). Als er dann die eingesetzte Scheibe mit zwei breiten Streifen „Tesafilm“ gesichert hat, den wir morgen abziehen können, waren wir dann noch etwas mehr verunsichert, wie gut es ist, jetzt schon zu fahren.

Damit der Kleber noch richtig aushärten kann, sind wir doch nur ein kurzes Stück auf der Autobahn (!) Ruta 5 südlich in Richtung der Insel Chiloé gefahren und übernachten bei einem Rastplatz. Das ging ohne all zu viele Erschütterungen und wir stehen schön gerade. Wir hoffen, dass das dann reicht.

Auf der Carretera Austral sind wir für 1.450 km gewesen (plus die 5 Strecken mit den Fähren), im Süden sind wir ja die Strecke von Cochrane bis nach Villa O'Higgins hin und zurück gefahren. An dem Null-Kilometerpunkt in Puerto Montt sind wir vormittags schon vorbeigekommen, das unscheinbare Schild ohne Parkplatz davor lag aber auf der anderen Seite der vierspurigen Straße.  Wir müssen nochmals durch den Ort, vielleicht ergibt sich dann eine Gelegenheit für ein schnelles Foto.

 


 

Im März waren wir in Argentinien und Chile