Aktuelle Route
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Tourdarstellung: MapOut
25.05.2026
Heute ist unser letzter Reisetag mit unserem Heim in Uruguay. Nach dem wunderschönen Sonnenaufgang mit Nebelschwaden hatten wir ein leckeres Frühstück, dann ging es los. Unterwegs sahen wir leider viele der kaputten Palmen, manche hatten noch die trockenen Wedel dran, bei anderen stand nur noch der Stamm. Die hügelige Landschaft erinnerte uns an Deutschland. Viele Rinder grasten neben der Straße, hier ist mal ein sehr unebenes, geflicktes Stück zu sehen. Zum Glück war dies nicht immer so.
Großräumig haben wir Montevideo umfahren und nach 260 km haben wir "UY Storage" erreicht. Drei Brüder, aus Deutschland stammend, haben sich hier niedergelassen und eine Werkstatt für Fahrzeuge eingerichtet. Mittlerweile bauen sie auch Fernreisemobile und haben einen kleinen Bereich als Campingplatz hergerichtet. Daneben nehmen sie auch Wohnmobile an, die für eine längere Zeit untergestellt werden sollen. Das Angebot ist perfekt für uns, da sie in unserer Abwesenheit auch verschiedene Dinge, wie Ölwechsel, erledigen.
Das Abgeben fällt uns nicht so leicht, dazu macht uns das Reisen viel zu viel Spaß. Aber auf Zuhause freuen wir uns auch.
Anschießen ließen wir uns von Diego, einem Taxifahrer, nach Montevideo zu einem Hotel in der Nähe des Flughafens bringen. Die Aussicht aus dem 7. Stock auf den See ist nett. Morgen, Dienstag der 26.05. startet unser Flieger um die Mittagszeit und am Mittwoch werden wir am späten Nachmittag dann zuhause sein.
Ende Juli 2026 werden wieder zurück in Montevideo/Uruguay sein und mit Teil 2 unserer Reise durch Südamerika starten. Dann gibt es auch wieder Neues in diesem Blog zu lesen. Bis dahin, macht es gut.
23.05.2026 und 24.05.2026
Nachdem wir unsere saubere Wäsche abgeholt und die Gasflasche aufgefüllt haben, verlassen wir Colonia del Sacramento und fahren auf der Ruta 1, die hier auch " Ruta de las palmeras" heißt. Denn ab dem Ortsausgang fährt man für 15 km durch eine Allee aus Palmen. Sie wurden 1907 während der Regierung von Präsident José Batlle y Ordóñez gepflanzt, um die Landschaft zu verschönern und Bodenerosion zu vermeiden. Über 10.000 Stück sollen es sein, wobei einige durchaus schon krank aussehen. Beeindruckend ist es allemal.
Nach kurzer Fahrt hatten wir unser Ziel erreicht, die "Posada Vieja". Dort haben wir einen Bungalow für 2 Tage gemietet und können so in Ruhe unser Heim für das Langzeitparken vorbereiten. Da gibt es ja immer einiges zu räumen, zu säubern und die Reisetaschen müssen gepackt werden.
Unser Kühlschrank ist jetzt auch leer und wir genießen es, uns an den gedeckten Frühstückstisch zu setzen und auch das Abendessen wird für uns von Susanne und Ruedi, den Besitzern der Posada, zubereitet. Sie stammen ursprünglich aus der Schweiz und sind 2019 nach Uruguay ausgewandert.
Deshalb ist es nicht überraschend, dass wir auf viele andere Reisende aus der Schweiz und Deutschland getroffen sind. Die Gespräche drehen sich um unsere Reisen und so können wir uns auch Tipps für unseren Teil 2 in Südamerika holen.
Am Sonntag, 24.05., war morgens Nebel, lichtete sich, aber erst um 17 Uhr kam etwas Sonne. Wir stellen mal die Temperaturen von unserem Standort Colonia den Temperaturen in Vechelde gegenüber.
22.05.2026
Vom Ort Carmelo ging es, noch mit Sonne, durch eine lange Platanenallee. Unterwegs sahen wir viele Rinder auf den Weiden, die Landschaft sah aus wie bei uns zuhause.
Nach einer guten Stunde erreichten wir im Ort "Colonia del Sacramento" eine Wäscherei und morgen bekommen wir unsere Wäsche zurück. So müssen wir keinen Berg Schmutzwäsche mit in den Flieger nehmen.
Anschließend erkundeten wir den Ort Colonia del Sacramento, der im Jahre 1680 im Auftrag des portugiesischen Prinzregenten Pedro II. gegründet wurde. Sie ist die älteste Stadt Uruguays und hat mit ihren grob gepflasterten Straßen in der Altstadt einen ganz eigenen Charme. Die Altstadt, die 1995 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde, liegt auf einer Landzunge, die in den Rio de la Plata hineinragt. Zuerst kamen wir an der Bastion del Carmen vorbei, das heute ein Kulturzentrum ist. Schon von weitem sahen wir den 1857 fertiggestellten weißen Leuchtturm, der dicht an Mauern gebaut war (ob zuerst der Leuchtturm oder die Mauer da war, wissen wir nicht). In der Seufzergasse, der "Calle de los Suspiros", stehen noch Häuser aus der Zeit der Portugiesen. Die Straßenschilder sowie die Hausnummern sind auf Fliesen an den Hauswänden angebracht. Ein alter Stadtplan gab es ebenso. Danach sind wir zum Mittagessen beim Charco Bistro eingekehrt, ein großes Rib-Eye-Steak schmeckte ebenso wie die Poké Bowl mit mariniertem Lachs, Reis und Gemüse. Danach bummelten wir weiter durch das nette Städtchen.
Das Büro des Bürgermeisters ist in einer hübschen, gut erhaltenen Residenz untergebracht, der Nationalheld Artigas steht auf einem Sockel davor. Reste vom ehemaligen Bahnhof, wie die Wartehalle und die Wassertanks sind erhalten, aber leider keine Lok. Anschließend gab es noch den Nachtisch zum Essen, ein leckeres Erdbeer- und Orangeneis. Danach sind wir langsam durch die Straßen zum Heim zurück gebummelt. Die Straßen in Colonia sind an beiden Seiten von riesigen Platanen gesäumt. Ein dicker Stamm neben dem Fußweg und in 3-4 Metern Höhe zweigen dann jeweils 3-4 Äste ab. Jetzt mit braunen Blättern fällt die Rinde besonders auf.
Eine lange Mauer (Paseo del arte = Kunstspaziergang) wurde von Künstlern aus Uruguay mit Wandmalereien unterschiedlichster Art gestaltet. Dahinter liegt das Fussballstadion, deshalb die vielen Flutlichtmasten. Die Auswahl der Bilder fiel uns echt schwer, jedes für sich genommen war beeindruckend.
Da wir ab morgen (Samstag und Sonntag) unser Heim für das Langzeitparken vorbereiten und währenddessen in einem Bungalow wohnen, wollten wir heute noch ein letztes Mal in der Natur am Fluss stehen. Ein paar Kilometer von Colonia del Sacramento entfernt haben wir einen schönen Platz mit Blick aufs Wasser gefunden. Leider ist der Himmel seit Mittag bedeckt, so dass wir keinen Sonnenuntergang gesehen haben.
21.05.2026
Heute früh war die Nachtruhe bei de Bodega dann kurz nach 7:00 vorbei. Ein LKW stand wenige Meter neben uns und hat mit laut laufender Pumpe was auch immer gebracht / geholt. Wir haben schnell geduscht und sind dann die wenigen Kilometer zu unserem Tagesziel gefahren. Vorher noch ein kurzer Stopp beim Bäcker in Carmelo. Eine schöne rote Brücke über den kleinen Fluss "Arroyo de las Vacas (Bach der Kühe)" verbindet die beiden Teile der Stadt. Die Brücke wurde von einer deutschen Firma erbaut und 1912 eingeweiht. Irgendwie passte da das Fuhrwerk mit den beiden Pferden davor schon recht gut ins Bild.
Schon vor 9:00 waren wir am Tagesziel. Ein schöner Platz direkt am Fluss Uruguay in der Nähe des Ortes Carmelo.
Leider ist es heute nur um die 8 bis 11 Grad bei bedecktem Himmel, später auch mit Sonne nicht wärmer. Ist halt doch irgendwie beginnender Winter hier.
20.05.2026
Von Paysandú ging es für uns heute mit etwa 260 Kilometern Fahrt bis in die Nähe des kleines Ortes Carmelo. Unterwegs haben wir viele der sehr breiten Erntefahrzeuge auf der Straße vor uns gehabt. Das scheint hier aber ganz normal zu sein, entgegenkommende LKW haben bei Engpässen am rechten Strassenrand gewartet bis die Maschinen vorbei waren. Auch die 30 Meter langen LKW mit zwei Anhängern sind hier keine Seltenheit.
Unseren Übernachtungsplatz haben wir bei der "Bodega Zubizarreta", bei der wir eine Weinprobe gebucht haben. Rund um Carmelo liegt ein bekanntes Weinanbaugebiet von Uruguay, mit der typischen Rebsorte "Tannat". Die kannten wir noch nicht, wollten wir gerne probieren.
Die Bodega Zubizarreta ist ein Familienunternehmen, das seit 1957 Weine in Carmelo herstellt. Es ist jetzt die dritte Generation die den Traum eines baskischen Einwanderers lebt, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Amerika kam. In seinem Haus, noch immer mit den damaligen Möbeln und einem angefeuertem Kamin (es ist kalt hier) haben wir vier Weine probiert: einen weißen aus der Rebsorte Albariño, die aus Portugal stammt. Danach drei Rotweine mit verschiedenen Rebsorten: Arinarnoa (ist eine Neuzüchtung zwischen Tannat x Cabernet Sauvignon); dann ein Verschnitt aus den Trauben von Marselan und Tannat und einen, der nur aus der Sorte Tannat hergestellt wird. Tannat ist eine sehr tanninreiche, kräftige, tiefdunkle Rotweinsorte. Sie stammt ursprünglich aus dem Südwesten Frankreichs, gilt heute aber als die Nationalrebsorte Uruguays.
Das war eine entspannte Weinprobe, so ganz anders als die bisherigen. Wir saßen gemütlich vor dem brennenden Kamin, und erst als wir die eine Sorte Wein ausgetrunken hatten, wurde uns die nächste kredenzt. Dazu konnten wir leckeren Käse, Schinken und Empanadas genießen. Nach 2 Stunden Weinprobe durfte dann auch Wein aus der Traube Tannat bei uns einziehen.
19.05.2026
Heute ging es hinaus aus dem Parque Nacional El Palmar, noch eine kurze Stippvisite an dem Aussichtspunkt auf die kleine Sumpflandschaft. Der Halsband-Wehrvogel war noch am Brüten, keine Kleinen, schade. Aber Mama Capybara saß mit ihrem Nachwuchs direkt am Wegesrand. Zwei Karakara saßen auf einem verendetem Capybara. So ist halt die Natur.
Anschließend ging es für uns Richtung Grenze Argentinien/Uruguay. Wir nahmen den Grenzübergang bei Paysandú. Da haben wir auf der uruguayischen Seite erfahren, dass wir bzw. unser Heim gar nicht aus Uruguay ausgereist ist. Der damalige uruguayische Grenzbeamte hat wohl vergessen, uns aus dem System auszutragen. Glücklicherweise gilt das Dokument für die zeitweise zollfreie Einreise unseres Heimes für ein Jahr, also noch bis Ende Januar 2027. Für unsere Planung (2 Monate in der Heimat und dann in Südamerika weiterreisen) daher erstmal unkritisch. Wir sind gespannt, welches der anderen beiden Länder (Chile, Argentinien) dies auch noch vergessen hat.
In Paysandú haben wir auf dem "Club de Pescadores" eingecheckt, dort haben wir dann Claudia und Norbert wieder getroffen, die auch mit ihrem 6x6 in Südamerika unterwegs sind. Das letzte Mal haben wir uns im April 2023 in Namibia/ Afrika getroffen. Aber es war wie immer, der Nachmittag und der Abend verging mit nettem Gespräch viel zu schnell.
17.05.2026 und 18.05.2026
Im Park El Palmar haben wir einen Spaziergang durch dichtes Waldgebiet bis zum kleinen Sandstrand am Río Uruguay unternommen. Der Fluss bildet die Grenze zwischen Argentinien und Uruguay und im Sommer ist es sogar ein bewachter Badeplatz. Danach kamen wir zu den Ruinen, früher wohnten hier Jesuiten. Einen Grapefruit-Baum mit gelben Früchten gab es neben hohen Eukalyptusbäumen. Das war ein schöner Weg, aber ohne Tiere.
Die konnten wir rund um unser Heim sichten:
Ultramarinbischof: Das Männchen hat ein dunkelblaues Federkleid, das Weibchen hat ein braunes Gefieder, saß für ein Foto aber zu weit weg.
Goldschnabel-Saltador: Ein Jungvogel mit dunklem Schnabel und weniger farbenprächtiges Gesichtsmuster als die erwachsenen Tiere, die einen orangenem Schnabel haben (gesehen am 09.05.2026 im Parque Nacional Sierra de las Quijadas).
Der Kappenblaurabe erreicht eine Körperlänge von 36 cm. Der Kopf trägt eine Haube aus kurzen aufrecht stehenden Federn, die Augen sind gelb. Kappenblauraben sind Allesfresser und so verwundert es nicht, dass sie die Mülleimer auf dem Campingplatz nach Fressbarem untersuchen.
Ein Schwarzwangen-Ammerfink versuchte immer wieder an unserem Fenster zu landen. Nach etlichen Versuchen hat es geklappt. Auch ein Elfenwaldsänger (mit gelbem Bauch) guckte herein.
Ein Buschfuchs lief vorbei, Herr Rotschopftangar und Frau (mit brauner Frisur) wollten uns auch mal kennenlernen, ein Schopfkarakara (gelbe Beine) stolzierte vorbei. Und einen weiteren Bau der Viscacheras gab es auf dem Campingplatz. Mit diesen Tieren hatten wir am ersten Abend ein riesiges Glück, die nächsten beiden Abende war nur ein einziges zu sehen.
16.05.2026
Die Nacht hinter der Tankstelle war wider Erwarten doch sehr ruhig. Erst ab 6 Uhr fuhren wenige LKWs an uns vorbei.
Gegen Mittag erreichten wir den "Parque Nacional El Palmar", der am Westufer des Río Uruguay liegt. Der Park, 8.500 ha groß, wurde 1996 auf dem Gelände einer ehemaligen Estanzia gegründet. Er dient dem Schutz der "Yatay-Palmen", die ursprünglich in dieser Gegend weit verbreitet waren. Durch die Landwirtschaft und Viehzucht wurde sie verdrängt. Bereits kurz nach der Einfahrt in den Park befindet man sich inmitten der bis zu 20 Meter hohen Yatay-Palmen, mehrere hundert Jahre alt können sie werden.
In dem Park gibt es einige Wanderwege und wir entschieden uns für den "Sendero El Pastizal", der Weidepfad. Hin- und zurück waren es 4,5 km durch die Palmenhaine und wir trafen da auf "Capybaras", die feuchte Gebiete bewohnen, so wie sie in diesem Park vorhanden sind.
Das Capybara (Wasserschwein) ist das größte heute lebende Nagetier aus der Familie der Meerschweinchen. Da der Begriff Wasser„schwein“ zu der falschen Annahme verleiten könnte, das Tier sei mit den Schweinen verwandt, wird heute eher das neutrale „Capybara“ bevorzugt. Dieses ist abgeleitet von "kapi'yva" aus der indigenen Sprache Guarani und bedeutet übersetzt „Herr der Gräser“, weil die Tiere zu den größten Grasfressern des Kontinents zählen. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 100 bis 134 Zentimetern sowie eine Schulterhöhe von 50 bis 62 Zentimetern, wobei die Weibchen etwas größer werden als die Männchen. Das Gewicht kann mehr als 75 Kilogramm betragen, das bekannte Maximalgewicht liegt bei 91 Kilogramm.
Die Capybaras fraßen und lagen in der Nähe des Weges, aber sie waren sehr vorsichtig und liefen im Zweifel in die Büsche. So toll, diese Tiere so nah zu sehen. Interessant und groß waren ihre „Haufen“.
Von einem Aussichtspunkt beobachteten wir verschiedene Tiere in einem kleinen Sumpf. Auf einem Nest, nur wenige Meter vom Ufer entfernt, saß ein "Halsband-Wehrvogel". Eine riesige, graugansähnliche Art mit langen roten Beinen. Auffällig ist der dünne Kamm am Hinterkopf, das rote Gesicht und der breite dunkle Kragen mit einem darüberliegenden dünnen weißen Streifen. Als der Vogel aufstand, haben wir gesehen, dass er etwa 5 Eier bebrütet. Beide Elternteile teilen sich das Brutgeschäft, die „Wachablösung“ haben wir beobachten können.
Weiterhin in diesem Sumpf gab es Schildkröten, Enten und ein Capybara auf Futtersuche.
Im Park gibt es auch einen Campingplatz, da sind wir für 3 Nächte eingecheckt. Neben unserem Platz steht ein mit Holzlatten umzäunter Busch, ein Schild daran: Viscacha.
Ja klar, wir haben das Internet befragt, was das ist. Aber der unterirdische Bau unter dem Busch sah unbewohnt aus. Etwas unordentlich liegen Stöcke und Steine herum.
In der Dämmerung, die hier um 18:25 Uhr anfängt, sahen wir eine Bewegung unter dem Busch. Und es war tatsächlich ein Viscacha. Sie gehören zur Familie der Chinchillas, sind nachtaktiv und verlassen den Bau am Abend um ihre pflanzliche Nahrung (Samen und Gräser) zu suchen. Auf der kleinen Wiese hinter unserem Heim haben wir dann noch mehr entdeckt. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 47 bis 66 Zentimetern, wozu noch ein 15 bis 20 Zentimeter langer Schwanz kommt. Mit 2 bis 4,5 Kilogramm sind die Weibchen deutlich leichter als die Männchen, die 5 bis 8 Kilogramm wiegen. Der massive Kopf ist durch zwei auffällige schwarze Querstreifen charakterisiert, von denen der obere über die Augen und der untere über die Nase führt. Der Bereich dazwischen ist weiß gefärbt, ebenso die Wangen und ein kurzer Streifen über jedem Auge. Wunderbar, es gibt so interessante Tiere in diesem Park.
15.05.2026
Nach dem farbenfrohen Sonnenaufgang über dem See hatten wir einen sehr langen Fahrtag. Je näher wir dem Ort Santa Fe (tolle Skyline) kamen, desto rumpeliger wurde die Straße. Besonders schlimm war die Umgehungsstraße, die Fahrbahn hatte tiefe Senken, die man nicht erkennen kann. Erst wenn man sie erwischt, weiß man, dass da welche sind. Zweimal hoben wir ab und knallten dann wieder heftig auf die Straße. Ein Schild mit Hinweis auf die Senke würde die Fahrer nur unnötig ablenken.-) Von den zahlreichen Schlaglöchern sprechen wir erst gar nicht.
In Santa Fe haben wir nur eine kurze Mittagspause eingelegt, denn es war schon wieder schwierig, einen Parkplatz zu finden. Wir hatten dann einen, da sollte man mittels einer App bezahlen, funktionierte bei uns jedoch nicht. Dann eben nur im Burgerrestaurant mit dem gelben M gegessen und schnell wieder weiter.
Seit 1969 ist Santa Fe über die Ruta Nacional 168 und den Túnel Hernandarias unter dem Río Paraná mit dem Ort Paraná verbunden. Der Tunnel selbst ist 2,4 km lang zuzüglich der beiden rund 320 m langen Zufahrtsrampen.
Weiter ging es auf der Ruta 18, die viele Baustellen hat. Das ist auch bitter nötig, auch hier ist die Fahrbahn ziemlich ramponiert. Die asphaltierten Straßen waren in Chile besser.
Auf den Feldern waren die Maschinen für die Maisernte tätig.
Bei argentinischem Rindfleisch haben wir immer das Bild vom Rind auf grüner Wiese im Kopf. Die Realität sieht aber nicht immer so aus.
Unser erster geplanter Übernachtungsplatz hat uns nicht so recht gefallen. Er war neben einer Sportanlage mit Grillplatz und es gab keinen richtigen Parkplatz.
Daraufhin sind wir noch weitere 85 km gefahren und nun stehen wir hinter einer Tankstelle an der Ruta 18 im Ort Villaguay und teilen uns den Parkraum mit LKWs. Ob das so viel besser ist, werden wir morgen wissen.
Insgesamt kamen heute 460 Kilometer zusammen, aber dafür sind wir auch schon näher an unserem morgigen Ziel, dem "Parque Nacional El Palmar".
13.05.2026 und 14.05.2026
Ihr habt es sicherlich schon bemerkt, wir fahren immer weiter Richtung Osten, denn wir werden nach Pfingsten für 2 Monate nach Hause zurückfliegen. Unser Heim bleibt während dieser Zeit in Montevideo/Uruguay stehen.
Unsere heutige Strecke führte uns auf der Umgehungsstraße an Córdoba vorbei. Eine weitere große Stadt wollten wir nicht besuchen, sondern lieber die schöne Natur genießen.
Nach 200 km hatten wir den Campingplatz an der "Laguna de Mar Chiquita" (Kleines Meer, manchmal auch Mar de Ansenuza genannt) erreicht. Der Binnensee ist mit einer Fläche von 1.900 km2 der größte Salzwassersee in Südamerika. Die Konzentration des Salzes und auch die Ausdehnung des Sees schwankt je nach Niederschlagsmenge. Er wird von drei großen Flüssen gespeist, hat aber selbst keinen Abfluss. Er ist der fünftgrößte abflusslose See der Welt. Mehr als 120 Vogelarten leben hier, darunter drei der insgesamt 6 Flamingoarten, die keine Problem mit dem wechselnden Salzgehalt haben. Zu ihrem Schutz wurde der See zum Naturschutzgebiet erklärt. Besonders viele Zugvogelarten machen bei ihrem Weg von Patagonien in die Arktis und umgekehrt Halt am See.
Auf dem Campingplatz stehen wir alleine und haben so die Gelegheit, ganz in Ruhe die vielen Vogelarten zu beobachten. Zum Beispiel die zahlreichen Mönchssittiche mit ihren Nestern in den Bäumen. Sie bauen als einzige Papageienart große Nester aus kleinen Zweigen. Unterwegs sahen wir schon oft mehrere Nester an einem Strommasten. Die Flamingos in der Lagune waren ein bisschen zu weit entfernt, aber ein Kaninchenkauz (15 cm groß) saß auf der Wiese, putzte sich und fand auch was zum Fressen.
Mäuse leben im Untergrund, in der Nacht schlich ein Fuchs vorbei.
Ein Quebracho-Baum (hauptsächlich in Argentinien und Paraguay vorkommend) steht neben uns, die Frucht mit einer Länge von 9 cm ist am auffälligsten. Das Holz ist eines härtesten und widerstandsfähigsten Hölzer der Welt und sein Name ist von "quiebra hachas" (Axtbrecher) abgeleitet.
Wir bleiben zwei Nächte an der Lagune. Leider kann man nicht direkt am See entlanglaufen, durch den wechselnden Wasserstand ist es dort schlammig (ein Warnschild weist darauf hin). Dafür führt ein Holzsteg zu einem überdachten Aussichtspunkt in die Nähe des Wassers, aber auch von da sind die Flamingos noch zu weit weg.
Ein brauner Vogel mit langem gebogenem Schnabel suchte seine Nahrung am Boden, er heißt auf deutsch „Degenschnabel-Baumsteiger“. Und die Mönchssittiche sind auf dem grünen Rasen auch kaum zu sehen.
12.05.2026
Bei Google sahen wir heute Morgen, dass die Passstraße über die Berge "Sierra de Córdoba" in Teilabschnitten gesperrt ist, auch der Abschnitt, den wir gestern schon gefahren sind. Als wir nach unserem Frühstück wieder auf die Passstraße Ruta 34 wollten, wurden wir von einem Polizisten angehalten. Aber trotz unseres Hinweises, dass wir nur ein wenig Spanisch sprechen, kam ein gewaltiger Wortschwall. Der Versuch das mit Google Übersetzer zu verstehen klappte auch nicht, zuviel Worte ohne Punkt und Komma. Wir haben uns dann freundlich bedankt und sind einfach die Strecke gefahren, die (soviel hatten wir verstanden) gesperrt sein soll. Wenn irgendwo ein längerer Stopp nötig wäre, wo ist das Problem. Küche Bad unf Schlafzimmer haben wir ja dabei.-)
Aber die Straße in unserer Richtung war frei, keine Bauarbeiten ersichtlich. Erst kurz vorm Ende gab es einen polizeilichen Kontrollpunkt, wir durften durch. Die Autos, die in die andere Richtung wollten, wurden gestoppt. Wir vermuten, dass die Strecke, die wir gestern schon gefahren sind, wirklich komplett gesperrt war.
In Villa Carlos Paz haben wir erst unsere Gasflasche füllen lassen und sind dann zu einem Parkplatz an den Lago San Roque gefahren.
Der auf 600 Höhenmetern liegende Ort "Villa Carlos Paz" wurde 1914 von dem Großgrundbesitzer Carlos Nicandro Paz gegründet, kurz nachdem in der Nähe der Staudamm San Roque errichtet worden war, der die Stadt Córdoba mit Trinkwasser und Energie beliefert. Bereits nach wenigen Jahren wurde Carlos Paz zu einem bedeutenden Touristenzentrum, die Einwohnerzahl wuchs sehr schnell an. Beim Bummel durch die Stadt sahen wir wirklich einen Souvenirladen neben dem anderen und viele Restaurants buhlten um die Gäste. Wir kehrten in einem Hotelrestaurant ein, ein schöner Innenhof lud zum Verweilen ein. Zum Essen bestellten wir ein für Argentinien typisches belegtes Brot, eine Art Hamburger: Auf ein dünnes gegrilltes Rindfleischschnitzel kommt je eine Scheibe Kochschinken und Käse und darauf noch ein Spiegelei. Eine süß-saure Sauce rundete es ab. Ach ja, Pommes gab es auch dazu. Weil wir nicht wussten, dass es für uns beide mehr als ausreichend war, hatten wir auch noch ein mit Lachs und Salat belegtes Baguette bestellt. Es war viel zu viel zu essen, gut dass bis zum Schlafengehen ausreichend Zeit war.
Die Hauptattraktion im Ort ist eine große, 7,5 Meter hohe Kuckucksuhr (Reloj de Cu Cú). Sie steht inmitten eines Wasserbeckens und vor einer begrünten Wand. Sie wurde von einer Gruppe deutscher Ingenieure gebaut, die in der Stadt lebten. Sie wurde am 25. Mai 1958 eröffnet und war zu dieser Zeit eine der größten Uhren der Welt. Auch heute funktioniert sie noch, zu jeder vollen Stunde ruft ein Kuckuck aus einem Türchen.
11.05.2026
Der Dieselverbrauch die 15 km hinunter in den Ort Merlo zauberte uns ein Grinsen ins Gesicht, unter 5 Liter auf 100 km. Aber nun ja, ging halt nur bergab. Unten fuhren wir 39 km auf einer Straße ohne Kurven parallel zum Gebirge. Als wir in bewohntes Gebiet kamen, gab es nicht nur reichlich Kurven, sondern es tauchten neben den Autos viele Mopeds auf. Muss man sich wieder dran gewöhnen.
Im Ort "Villa Cura Brochero" legten wir eine Pause ein und aßen eine leckere Paella. Kurz schauten wir noch in die Kirche "Iglesia Nuestra Señora del Tránsito y Santo Cura Brochero", in der die sterblichen Überreste von Pater Brochero (1840-1914) liegen, der viel Gutes für die Menschen in der Region getan hat. Ein Denkmal von ihm steht auch noch auf dem Platz vor der Kirche. Ebenso ist dort eine Figur, komplett aus metallischen Ersatzteilen aufgestellt.
Anschließend haben wir die Überquerung des Gebirgszuges Sierra de Córdoba vom Ort Mina Clavero auf der Passstraße Ruta 34 begonnen. Wieder mal eine sehr felsige Landschaft, die Gräser leuchteten fantastisch im Gegenlicht. Neben der Straße fanden Bauarbeiten zur Sicherung der Felsen statt. Auf 1.970 Metern sind wir abgebogen auf die alte Erdpiste 14, die zum Ort Mina Clavero führt. Dort haben wir einen Platz etwas abseits für die Nacht entdeckt, mit Blick ins Tal, die Sonne im Gesicht. Der Eigentümer kam vorbei, erlaubte uns das Übernachten auf seinem Grund. Sehr nett.
10.05.2026
Weiter ging es heute in Richtung Osten, wie immer auf schnurgeraden Straßen. In einem kleinen Ort hielten wir beim klitzekleinen Bäcker und kauften das hier typische Gebäck mit Pudding und Marmelade.
Wir erreichten den Ort Merlo (wirklich ohne "t"), der liegt direkt an dem 500 km langen, sich in Nord-Süd-Richtung erstreckenden Gebirgszug "Sierras de Córdoba". Merlo (bereits auf 800 Meter über dem Meeresspiegel) hat nichts Sehenswertes zu bieten. Jedoch gibt es eine gut ausgebaute Serpentinenstrecke von 20 km, die letzten 5 km eine Erdpiste, die zum „Mirador de los Cóndores“ führt. In den Höhenlagen lag auf der Schattenseite immer noch ein wenig Schnee.
Kurz vor dem Aussichtspunkt mussten wir an einem (überdimensionierten) Tor halten und eine Parkgebühr entrichten. Nachdem wir geparkt hatten, waren wir doch ziemlich enttäuscht: Bei diesem Aussichtspunkt auf 2.100 Metern Höhe gab es nur den unebenen Parkplatz und ein Restaurant. Da wollten wir nicht essen, Picknicken ist nicht erlaubt und die Aussicht über Stadt und Tal ist von etwas weiter unten sogar besser.
Also haben wir nach kurzer Zeit beschlossen, zurück auf 1.900 Höhenmeter zu fahren, denn da war ein Platz neben der Straße, ausreichend groß für uns und mit ein bisschen Jonglieren unter Ausnutzung der vorhandenen Felsen standen wir auch ziemlich gerade für die Nacht. Wir holten unsere Stühle raus und das Gebäck schmeckte uns mit diesem tollen Blick hinunter ins Tal in herrlichstem Sonnenschein. Ein Kondor kreiste über uns und ein Schwarzschnabel-Hakentyrann versuchte Kuchenkrümel bei uns zu bekommen. Bis zum Sonnenuntergang haben wir es draußen ausgehalten, denn es war ausnahmsweise mal windstill.
Kurz vorm Schlafengehen haben wir uns noch den unglaublichen Sternenhimmel angesehen.
09.05.2026
Der "Parque Nacional Sierra de las Quijadas" erstreckt sich über eine Fläche von 150.000 Hektar. Er besteht seit 1991 und ist bei Paläantologen sehr bekannt für seine Fossilien und Dinosaurierspuren von vor 120 Millionen Jahren. Für uns ist der Park mit seinen rötlichen Sandsteinfelsen ein schönes Gebiet zum Wandern. Die Sonne schien, aber ein kalter Wind wehte, so dass wir unsere winddichten Jacken angezogen haben (war eine gute Wahl!).
Es gab zwei Wanderwege: Der erste, ein 3 km langer Weg, führt zu mehreren Aussichtspunkten. Von dort konnten wir die bizarren Felsformationen, die von Wind und Wasser ausgewaschen wurden, betrachten. Schon allein die rote Farbe der Felsen mit den grünen Pflanzen, das Ganze vor dem azurblauen Himmel, war fantastisch. Der interessanteste Blick war jedoch der auf die Felsenwand "Farallones". Sie sieht aus, als wenn da eine ganze Stadt aus den Felsen gearbeitet ist. Heute war auch gute Sicht, so dass wir weit bis in die Ebene sehen konnten.
Es soll eine reichhaltige Tierwelt in diesem Park geben, aber der späte Herbst ist wohl nicht die richtige Jahreszeit dafür. So haben wir außer wenigen Vögeln nur 3 Guanakos gesehen. Zwei von ihnen liefen direkt am Rand der hohen Felsen entlang, dem Dritten begegneten wir dann nah am Parkplatz.
Der zweite Wanderweg nannte sich "Las Floras", die Pflanzenwelt. Ein ebener Sandweg ist durch die reichhaltige Vegetation angelegt worden. Verschiedene Sträucher, meist mit Dornen und einige Kakteenarten sind zu sehen. Manchmal gab es kleine Hinweistafeln mit den Namen der Pflanzen. Auch dies war ein toller Weg durch schöne Landschaft.
Zurück am Heim kochten wir uns einen Tee, saßen in der Sonne und beobachteten die bunte Vogelschar: Goldschnabelsaltator (oranger Schnabel) und Kordillerenämmerling (grauer Kopf, senffarbener Bauch).
Als uns dann durch den Wind zu kalt wurde, sind wir die 6 km aus dem Park wieder herausgefahren und stehen wieder an dem Platz von letzter Nacht.
08.05.2026
Nun haben wir Mendoza verlassen und sind 240 km auf teilweise schnurgeraden Straßen durch die Pampa gefahren. Ja, die Landschaft hat sich gewandelt, statt hohen Bäumen sahen wir nur noch die niedrigen Sträucher mit den langen Dornen. Ziemlich unbewohnt ist die Gegend zudem.
Kurz bevor die Provinz Mendoza endete, wurden wir bei einem Kontrollpunkt angehalten und nach Früchten gefragt. Das war kurios, denn wir wussten, dass man kein Obst (wegen Fruchtfliegen) bei der Einfahrt in die Region haben darf. Wir wollten aber raus. Nach kurzer Diskussion durften wir fahren.
Die Straßen führen wieder, weil es sehr eben ist, kilometerweit nur geradeaus. Da ist es schon gut, wenn die Kurve rechtzeitig angekündigt wird. Dann kann man sich darauf einstellen ;-))
Der Platz für die Nacht ist vor dem "Parque Nacional Sierra de las Quijadas", der morgen unser Ausflugsziel ist.
07.05.2026
Die Stadt Mendoza liegt auf etwa 760 Höhenmetern, hat etwa 1,2 Millionen Einwohner und liegt im Zentrum des Weinanbaugebiets Argentininens. Das Gebiet ist für den Malbec (und anderen Rotweinsorten) bekannt. Daher haben wir in den vergangenen Tagen ja auch schon zwei Weingüter besucht.
Die Stadt wurde nach einem schweren Erdbeben im Jahre 1861 neu aufgebaut, deshalb gibt es keine Altstadt. 60% der Bevölkerung verstarben damals, weil die Stadt von großen Epidemien wie Diphtherie, Cholera und Masern heimgesucht wurde. Um saubere Luft zu schaffen wurde im November 1896 der Park General San Martín geschaffen. Auch andere begrünte Plätze und breite, schattige Alleen wurden angelegt.
Deshalb haben wir unseren Rundgang im "Parque General San Martín" begonnen. Zuerst fiel uns ein Betonwürfel auf, der der Comicfigur "Mafalda" gewidmet ist. Nicht weit davon entfernt steht der "Fuente de los Continentes". Der Brunnen mit dem schönen Wasserspiel aus dem Jahre 1911 besteht vollständig aus Eisen und repräsentiert 4 Kontinente, Amerika, Afrika, Asien und Europa. In der Mitte befinden sich 2 weibliche und 2 männliche Figuren. Oben sind 4 Kinder, die dem Kontinent entsprechend gekleidet sind.
Im Park bummelten wir durch einen schön angelegten Rosengarten, viele Bänke laden zum Ausruhen ein.
Danach haben die vier kleinen Plätze aufgesucht, die nur wenige Blocks von dem Hauptplatz, der "Plaza Independencia" entfernt liegen. Die "Plaza Italia" bezauberte durch einen Brunnen, in dem rosafarbenes Wasser sprudelte und die Bänke unter den begrünten Palisaden waren gut besucht. Die Plaza Italia würdigt den Beitrag der italienischen Einwanderer zur Entwicklung der Kultur und Wirtschaft von Mendoza.
Die "Plaza Espana" beeindruckte durch eine lange Wand mit Fliesenmalereien. Der Boden war mit kleinen Kacheln bestückt und die Sitzbänke waren passend mit Fliesen gestaltet. Dieser Platz gefiel uns am besten.
Die "Plaza San Martin" wurde beherrscht von einem riesigen Felsen, auf dem der General San Martin hoch zu Ross sitzt.
Auf der "Plaza Chile" steht ein Denkmal, das die Nationalhelden Jose de San Martin und Bernado O'Higgins vereint zeigt und symbolisiert die Union zwischen Argentinien und Chile. Der Springbrunnen war nicht in Betrieb und der Platz sah insgesamt eher trist aus.
Die Stadt hat eine ausgezeichnete Aufforstung mit vielen, teils sehr hohen Bäumen, die von kleinen Kanälen (Aquädukten) bewässert werden, die sich neben fast allen Straßen befinden und ihnen die notwendige Bewässerung bieten. Man muss schon etwas aufpassen, denn die Bäume stehen mitten auf dem Fußweg und die Löcher drumherum sind tief.
Nach einem späten Mittagessen gingen wir zur Fußgängerzone, der Avenida Sarmiento. Auch hier läuft man unter großen Bäumen entlang. Im Sommer bestimmt schön, jetzt hätten wir gerne mehr von der Sonne gehabt. Aber uns schmeckte das Eis von unserer Lieblingseisdiele aus Buenos Aires, Lucciano's, auch im Schatten.
Nach 10 km in der Stadt zu Fuß ließen wir uns mit einem Taxi zurückfahren.
Von großen Schäden aufgrund des gestrigen Wetterphänomens Zonda haben wir in der Stadt nichts gesehen, aber in den Parkanlagen waren viele Arbeiter damit beschäftigt, Laub und heruntergefallene Äste zu entfernen.
06.05.2026
Eigentlich wollten wir uns heute die Stadt Mendoza ansehen. Aber es gab eine Unwetterwarnung vor "Zonda" für Mendoza und die umliegenden Provinzen. Als Erklärung fanden wir folgendes:
"Der Zonda ist ein heißer, extrem trockener Fallwind, vergleichbar mit dem europäischen Föhn, der an den Osthängen der argentinischen Anden und nur in den Provinzen Mendoza und San Juan vorkommt. Er entsteht, wenn feuchte Pazifikluft über die Berge gepresst wird, abregnet und beim Absinken adiabatisch erwärmt wird. Der Wind tritt meist von Mai bis November auf, erreicht oft Sturmstärke (mehr als 70 km/h) und verursacht hohe Temperaturen, Staubstürme, Schäden sowie Gesundheitsprobleme."
Wir blieben also lieber auf dem Campingplatz, da auch der Campingplatzbetreiber nicht sagen konnte, wann und wie stark Zonda sich auswirkt.
Gegen 15 Uhr hatten wir nur noch eine Luftfeuchtigkeit von 12%, aber die Temperatur blieb immer um 23 Grad. Dazu wurde es stürmisch, der umherfliegende Sandstaub trieb uns ins Heim. In den Anden schneite es und der Paso Los Libertadores (den wir letzten Donnerstag benutzt haben) wurde gesperrt. So haben wir die Zeit für die weitere Reiseplanung genutzt und nach 4 Monaten wurde dann auch endlich das erste Paar Socken auf der Südamerikareise fertig.
Morgen wird es dann wieder sonnig sein, deshalb bleiben wir noch eine zusätzliche Nacht auf dem Campingplatz.
05.05.2026
Heute hatten wir einiges in Mendoza zu erledigen. Zuerst haben wir einen kleinen Familienbetrieb aufgesucht, der im Hinterhof Autos wäscht. Wir hatten Glück, konnten gleich da bleiben und waren nach kurzer Wartezeit dran. Drei Männer waren dann eine Stunde mit der Autowäsche beschäftigt. Einer seifte ein, der nächste arbeitete mit dem Hochdruckreiniger und der dritte kümmerte sich um unsere Reifen. Der Chef kam zur Kontrolle, fasste aber auch mit an und schickte einen auf unser Dach, um dort auch die Fenster und Solarpanele zu säubern. Sie haben wirklich gute Arbeit geleistet, so sauber war unser Heim schon lange nicht mehr. Und für das Gruppenfoto haben sich alle gerne fotografieren lassen.
Nach dem Supermarkt fuhren wir zu einem Wäscheservice. Viele Waschmaschinen und mehrere Trockner, die eine freundliche Frau für uns bediente. Nach 2,5 Stunden nahmen wir die duftende Wäsche wieder in Empfang.
Anschließend sind wir zu dem Campingplatz "El Mangrullo" gefahren, der in einem Vorort von Mendoza liegt. Weil wir uns morgen die Stadt Mendoza anschauen wollen, bleiben wir hier auch für 2 Nächte.
04.05.2026
Für heute hatten wir eine Führung mit Weinprobe und anschließendem Essen bei "Ojo de Agua" gebucht. Auch hier dürfen wir auf ihrem Parkplatz übernachten, was nach der Verkostung von mehreren Weinen wirklich Sinn macht.
Das Weingut gehört dem 1945 geborenen Schweizer Dieter Meier (Konzeptkünstler), bekannt aus mehreren Filmen, er hat zudem Videos verschiedener Bands produziert, sein eigenes war "Oh Yeah". In Argentinien gehören ihm Landgüter in der Nähe von Buenos Aires (für Rindfleisch) und Weinberge in Mendoza und Patagonien. Alles läuft unter dem Namen Ojo de Agua, Auge des Wassers.
Auf dem Weingut in Mendoza (dieses besuchen wir heute) werden Weine in Bio-Qualität hergestellt. Sämtliche Trauben, also von allen seinen Weinbergen, werden hier verarbeitet. Wir begannen unsere Führung mit Besichtigung der Produktionshalle. Riesige Stahltanks standen in mehreren Reihen, dazu "Eier-Tanks" aus Beton, die durch die poröse Beschaffenheit ein besonderes Aroma im Wein entstehen lassen.
Einige Weine werden in neuen Weinfässern aus französischer Eiche für bis zu 18 Monaten gelagert. Die Führung heute war in englischer Sprache, da verstehen wir doch mehr Informationen als in Spanisch.
Danach wurden wir zur Weinprobe gebeten. Vier Rotweine durften wir testen. Erst ohne Speise, dann mit kleiner Käseplatte, weil sich der Geschmack der Weine dadurch wesentlich ändert. Jeder der Weine hatte seinen eigenen Geruch und Geschmack. Aber der Knaller war hier noch nicht dabei.
Anschließend wechselten wir den Tisch und unser 4-gängiger Essen mit Weinbegleitung wurde serviert. Am besten schmeckte uns das Hauptgericht, das Rib-Eye-Steak war sehr gut gegrillt und gewürzt. Zu jedem Gang wurde ein passender Wein aus der patagonischen Serie serviert (Ojo de Agua Negro). Nach dem Genuss der vielen Weine waren wir echt froh, nicht mehr fahren zu müssen.
Wir ließen den Tag am Wasserteich ausklingen und sahen den Gänsen, Enten, Mönchssittichen und dem Schwefelmaskentyrann (gelber Bauch) zu.
02.05.2026 und 03.05.2026
Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir weiter im Tal "Valle de Uco" mit den riesigen Weinfeldern, von Weinbergen kann man eigentlich nicht sprechen, da es hier einfach flach ist. Die schneebedeckten Gipfel der Anden sind nah, ein tolles Panorama. Von einem Aussichtspunkt sahen wir auf unser heutiges Ziel, den Stausee "Empalde El Carrizal". Dort bleiben wir für 2 Nächte und gucken auch von hier aus auf den Vulkan Tupungato.
Der Tupungato ist ein 6570 Meter hoher, erloschener Vulkan in den Anden, direkt auf der Grenze von Argentinien und Chile.
Das Ufer des Stausees besteht aus lehmigem, noch feuchtem Boden, deshalb haben wir etwas entfernt vom Ufer auf einer kleinen Anhöhe geparkt. Ein Pickup wollte aber mal das Fahren im Matsch ausprobieren. Ergebnis: Festgefahren. Auch mit schieben (Uli hat mitgeholfen) kam er nicht aus dem Matsch raus. Und nach einer Stunde wurde er rausgezogen, unser langes Bergseil hat gute Dienste geleistet.-)
Am zweiten Tag am See genossen wir die Aussicht und die Ruhe. Uli hat die Kardanwellen abgeschmiert, das Heim von unten ausführlich inspiziert. Zum Glück ohne Befund. Ansonsten war mal Ruhetag. War toll.
01.05.2026
Weingut in Argentinien? Mit Übernachtung im Heim? Auch recht schwierig. Viele Anfragen von uns, viele verneinende Antworten, aber bei einer Bodega dürfen wir auch über Nacht bleiben.
Die Nacht waren es auf den 1.600 Metern erstaunlicherweise 10 Grad, bei Vollmond und Sternenhimmel.
Die „bunten" Berge mit beeindruckenden Farbspiel, begleiteten uns weiterhin. In der Nähe von Mendoza trafen wir auf die Ruta 40, hier zweispurig je Richtung. Hier in der Region befindet sich das große Weinanbaugebiet und auch das Weingut "Bodega Jean Bousquet", wo wir eine Führung, Weinprobe und Essen gebucht hatten. Dadurch durften wir auf ihrem Parkplatz übernachten.
Auch in Argentinien gibt es den "Tag der Arbeit" am 1. Mai und viele Einheimische hatten sich ebenfalls diese schöne Lokation ausgesucht.
Der Jean Bousquet stammt ursprünglich aus Südfrankreich, war Winzer und suchte in der Welt nach einem Ort, um besseren Wein zu produzieren. Er fand ihn 1997 in Mendoza. Bereits 1998 pflanzte er die ersten Reben auf 1.200 Metern Höhe. Kalte Luft und intensives Licht. Perfekte Bedingungen für einen außergewöhnlichen Wein. Heute verkaufen sie Premium-Bio-Weine. Auf der Führung kamen wir durch die 2 Meter hohen Reben, die von Hand geerntet werden. Wir sahen die Pressen, erfuhren das auch weißer Wein aus roten Trauben hergestellt werden kann. Die roten Trauben werden sehr schonend und schnell gepresst, damit der Saft kaum Farbstoffe aus der Schale aufnimmt. Die Farbe reicht von Weißgold über Gelbgold bis hin zu leicht roséfarbenen Reflexen. In den großen Stahltanks bleibt der Wein 8 Wochen, bis er in Flaschen gefüllt wird. Etwa 50.000 Liter stellen sie pro Jahr her. Rosenstöcke wurden neben den Weinreben gepflanzt, um Insekten fern zuhalten.
Danach gab es einen Fresante (Sekt), einen Weißwein und zwei "Vino tinto ", Rotweine, zum Probieren. Es war interessant, die verschiedenen Farbnuancen im Glas zu sehen und wie unterschiedlich die Rebsorten schmecken. Der Sekt war gut, die anderen 3 überzeugten nicht so.
An einem kleinen Teich (mit 11 Gänsen) waren Pavillons mit Tischen und Stühlen aufgebaut, dort haben wir einen Platz für unser 4- Gänge-Menü gehabt. Aus jeweils 3 Optionen für Vorspeise, Hauptgericht und Dessert konnten wir auswählen, die Vor-Vorspeise war für alle gleich. Wir hatten im Vorfeld schon gelesen, dass es in diesem Restaurant sehr lange dauert, bis alle Gänge serviert waren. Manch einer ist nach 4 Stunden Wartezeit genervt nach der Vorspeise abgereist. Uns war es heute ganz recht, dass zwischen den Gängen viel Zeit lag, denn unser Heim stand nur wenige Schritte von uns entfernt.
Wir haben unser Essen um 14:20 bestellt, der Nachtisch wurde um 17 Uhr serviert. Also eigentlich nicht so lang. Dann wurde es uns, trotz der Jacken, kalt und wir waren froh, dass wir dank der Sonne 30 Grad Wärme im Heim hatten.
Vor Argentinen waren wir in Chile











































































































































































































































